Strahlentherapie bei Brustkrebs im Frühstadium

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Die erweiterte Strahlentherapie bei Brustkrebs im Frühstadium senkt das Rückfallsrisiko, wenn auch die benachbarten Lymphknoten in das Strahlenfeld mit einbezogen werden.

Die Strahlentherapie bei Brustkrebs ist eine lokale, nicht-invasive, hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomografie ermöglichen eine exakte Ortung des Krankheitsherdes, sodass Radioonkologen die Strahlen zielgenau auf das zu bestrahlende Gewebe lenken können. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

Die Strahlentherapie bei Brustkrebs ist seit langem fester Bestandteil der Brustkrebsbehandlung. Zwei unlängst publizierte Studien konnten zeigen, dass viele Patientinnen von der erweiterten Strahlentherapie bei Brustkrebs im Frühstadium profitieren, wenn die behandelnden Ärzte auch die benachbarten Lymphknoten in das Strahlenfeld einbeziehen. Dies soll langfristig die Risiken für eine spätere Wiedererkrankung reduzieren.

 

Strahlentherapie bei Brustkrebs kombiniert mit Chemotherapie und/oder Hormontherapie

Ein Brustkrebs im Frühstadium wird heute meist brusterhaltend behandelt. Dabei beschränkt sich die Operation auf die Entfernung des Tumors und des umgebenden Gewebes. Wenn ein oder mehrere Lymphknoten betroffen sind, erhalten die Patientinnen neben der Strahlentherapie bei Brustkrebs fast immer eine unterstützende Chemotherapie, manchmal auch eine Hormontherapie oder eine Kombination aus beidem.

Eine Bestrahlung der Brustdrüse nach der Operation soll verhindern, dass es später erneut zum Krebswachstum kommt. Sind keine Lymphknoten befallen, kann die Bestrahlung auf die Brustdrüse beschränkt werden. Sollten jedoch bereits Krebszellen in den Lymphknoten sein oder dafür ein hohes Risiko besteht, kann die Strahlentherapie auf die Bereiche der Lymphknoten erweitert werden. Die beiden Studien haben gezeigt, dass die erweiterte Strahlentherapie oftmals richtig und wichtig ist.

 

Zwei Studien zur Strahlentherapie bei Brustkrebs mit über 5000 Patientinnen

An den beiden Studien haben in Nordamerika und Europa mehr als 5000 Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium teilgenommen, die zum größten Teil brusterhaltend operiert werden konnten. In der europäischen Studie bekam nur ein Teil der Frauen eine adjuvante, also unterstützende Chemotherapie; in der nordamerikanischen Studie jedoch alle Frauen.

Ein Teil der Frauen erhielt dann eine konventionelle Radiotherapie, die sich auf die Bestrahlung der Brustdrüse beschränkte. In der anderen Gruppe wurden zusätzlich die Lymphabflusswege bestrahlt. Neben einer Zone in unmittelbarer Umgebung der Brust am Übergang zur Achselhöhle und hinter dem Brustbein gehört auch die Region oberhalb des Schlüsselbeins dazu. An beiden Orten befinden sich Lymphknoten, die zum Ausgangspunkt von erneuten Tumorbildungen werden können.

Die Behandlungen fanden bereits in den 1990er und den 2000er Jahren statt. Nach zehn Jahren zeigten sich klare Vorteile der erweiterten Bestrahlungsstrategie: In beiden Studien stieg hierdurch der Anteil der Patientinnen, die ohne Tumorrückfall und am Leben blieben, um mehrere Prozentpunkte. In beiden Studien zeichnete sich durch die erweiterte Radiotherapie ein Trend zum besseren Überleben ab.

Von der erweiterten Strahlentherapie bei Brustkrebs profitieren auch Frauen, deren Lymphknoten zwar frei von Krebszellen sind, die aber besonders aggressive oder größere Tumoren haben. Diese Patientinnen haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Metastasen. Die Bestrahlungsgeräte sind in den letzten beiden Jahrzehnten weiterentwickelt worden, die Bestrahlungen sind zielgenauer und schonender. Zudem werden heute effektivere Medikamente eingesetzt.

Literatur:

EORTC Radiation Oncology and Breast Cancer Groups. Internal Mammary and Medial Supraclavicular Irradiation in Breast Cancer. N Engl J Med. 2015 Jul 23;373(4):317-27.
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1415369#t=article

MA.20 Study Investigators. Regional Nodal Irradiation in Early-Stage Breast Cancer. N Engl J Med. 2015 Jul 23;373(4):307-16. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1415340#t=articleTop


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