Strahlenschutz – wie man sich im Notfall oder im Beruf vor Strahlung schützt

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Der Strahlenschutz bietet den Menschen geeignete Schutzmaßnahmen vor den schädigenden Wirkungen der Strahlung. Dies gilt für den Notfall, aber auch in manchen Berufen.

Am wirksamsten im Zusammenhang mit dem Strahlenschutz wäre es, wenn man auf Atomkraft verzichtet. Private Maßnahmen und richtiges Verhalten zum Strahlenschutz können im Ernstfall zwar eine großräumige Verstrahlung nicht verhindern. Sie können aber die schäd­lichen Folgen deutlich reduzieren.

Wenn das Strahlenschutzsignal »Warnung« (drei Minuten langer Dauerton) ertönt, sollte man Radio oder Fernseher einschalten. Die zuständigen Bundes- bzw. Landeswarnzentralen geben sofort Informationen über Art und Ausmaß der Katastrophe an die Fernssehstationen weiter, die diese unverzüglich veröffentlichen.

Den Aufenthalt im Freien sollte man nach einem Strahlenunfall unbedingt vermeiden. An der »frischen Luft« beträgt die Belastung 100%, in einem massiven Gebäude sinkt sie hingegen auf 0,6%. Wenn es in der Wohnung keinen Schutzraum oder Schutzfilter gibt, müssten zumindest die Fenster und Türen mit Klebestreifen abgedichtet werden.

 

Strahlenschutz – Kaliumjodtabletten und Ernährung

Zudem ist es ratsam, sich schon vor einer etwaigen Katastrophe mit Kaliumjodtabletten einzudecken. Besonders wichtig ist ein Lebens­mittelvorrat für mindestens zwei Wochen. 80% der Strahlenbelastung erfolgt durch die Aufnahme von Lebensmittel.

Die Basis für den Haushaltsvorrat sind gut haltbare Lebensmittel mit viel Kohlenhydraten. Beispielssweise sind das Honig, Zucker, Reis, Teigwaren, Haferflocken, Zwieback sowie verpacktes Brot. Weiter enthalten Kondensmilch, Schmelzkäse, Dosenfische, Dosenfleisch, Dauerwurst sowie getrocknete Hülsenfrüchte viel Eiweiß und sind ebenfalls monatelang haltbar. Schließlich können den Bedarf an Fetten Speisefett, -öl oder Margarine abdecken.

Der Notfall-Speiseplan kann man mit Dosengemüse, Fertiggerichten, Gewürzen, Erdäpfelprodukten, Nüssen und löslichen Kaffee bereichern. Diätpatienten sollten einen entsprechenden Vorrat ihrer Spezialkost haben. Für Säuglinge und Kleinkinder sollte genügend Kindernahrung vorhanden sein. Wasser ist besonders kostbar. Für den Vorrat eignet sich aufgrund der langen Haltbarkeit Mineralwasser.

 

Schutzräume

Den besten Schutz gegen radioaktive Strahlung bietet ein Schutzraum. Bei dieser Einrichtung sind Wände und Decke aus Stahlbeton. Einen Teilschutz bietet ein Sicherheitsraum. Dieser ist ein vorhandener Wohn- oder Kellerraum – mit spezielle Strahlenfilter bestehend aus Schwebstoff- und Aktivkohlefilter und Ventilator. Der Filter saugt die verstrahlte Außenluft an, reinigt sie und bläst sie in den Raum hinein.

Im Grunde genommen ist jede noch so kleine Maßnahme sinnvoll. So können abgedichtete Türen und Fenster die Belastung bereits um bis zu 90% verringern. Die Klebe­bänder und Folien (50 mm breit) sollte man allerdings schon vor der Katastrophe besorgen. Zudem sollte eine Schutzkleidung für ein kurzfristiges Verlassen der Räume bereit liegen.

 

Strahlenschutz im Beruf

Es besteht in verschiedenen Berufen die Notwendigkeit, auf die individuelle Strahlenbelastung der Berufstätigen zu achten. Beispielsweise gibt es grundlegenden Konzepte und Methoden zur Optimierung der maximalen Berufsdosis in der Radiologie.

Dabei gilt, dass wenn man die Strahlendosis der Patienten verringert, dann wird auch die Dosis für das Personal geringer. Die meisten Werkzeuge und Methoden des beruflichen Strahlenschutzes sind vollständig vom Bediener abhängig. Dabei sollte man verschiedene Schutzmaßnahmen routinemäßig und ordnungsgemäß anwenden.

Die individuelle Dosis hängt davon ab, wie gut man sich an guteverschiedene Strahlenschutzpraktiken hält. Die einzige Möglichkeit, die eigene eigene Belastung zu messen, ist einen Dosimeter zu tragen. Schließlich sollte die Jahresdosis für den EInzelnen deutlich unter 10 mSv / Jahr liegen, idealerweise im Bereich von 2 bis 4 mSv / Jahr liegen.

Literatur:

Miller DL. Make Radiation Protection a Habit. Tech Vasc Interv Radiol. 2018 Mar;21(1):37-42. doi: 10.1053/j.tvir.2017.12.008. Epub 2017 Dec 15.


Quellen:

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus

Bundesamt für Strahlenschutz

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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