Starke Gewichtsreduktion hilf gegen Typ-2-Diabetes

0

Eine adäquate Lebensstiländerung kann die Symptome bei Typ-2-Diabetes verbessern. Eine starke Gewichtsreduktion zeigt dabei besonders gute Erfolge.

Der überwiegende Mehrzahl, über 90%, der Menschen mit Diabetes mellitus sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. Die meisten Patienten haben mehrheitlich auch Übergewicht beziehungsweise auch an Fettleibigkeit beziehungsweise Adipositas sowie starkes Übergewicht. Mit einer Lebensstiländerung einschließlich reichlich körperlicher Aktivität und starker Gewichtsreduktion können es Diabetes-Patienten schaffen, ihre Stoffwechselerkrankung auch ohne Medikamente in den Griff zu bekommen.

 

Lebensstiländerung erste Wahl in der Typ-2-Diabetes-Behandlung

Das Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichte nun die DiRECT-(Diabetes Remission Clinical Trial)-Studie. Diese zeigt, dass vermehrte körperliche Aktivität sowie eine mittels Formulanahrung stark kalorienreduzierte Kost nebst einer deutlichen Gewichtsreduktion die Symptome bei Diabetes verbessert. Dies kann bis hin zu einem Rückgang der Erkrankung führen.

Eine Kalorien verminderte, gesunde Ernährung nebst Gewichtsreduktion und reichlich Bewegung verbessert bei Patienten mit Typ-2-Diabetes vor allem die Insulinresistenz. Deswegen leben solche Patienten auch langfristig ohne Medikamente gegen Diabetes. Dabei kurbelt eine kalorienreduzierte Ernährung und Bewegung die Fettverbrennung in den Organen an. Dadurch steigern beispielsweise Leber und Muskulatur deren Insulin-Empfindlichkeit wieder.

Deshalb stehen in der Therapie von Typ-2-Diabetes die Ernährungstherapie sowie die Steigerung der körperlichen Aktivität auch an erster Stelle. Erst wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben, soll mit einer medikamentösen Therapie begonnen werden.

 

Typ-2-Diabetes im Blickpunkt

Rund 95 Prozent der Diabetespatienten haben einen Typ-2-Diabetes. Zu den Auslösern eines Typ- 2-Diabetes gehören Übergewicht, Mangel an Bewegung, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck sowie genetische Faktoren.

Menschen mit Typ-2-Diabetes leiden an einer Insulinresistenz. Ihre Bauchspeicheldrüsen produzieren zwar Insulin, jedoch es wird es in zu geringen Mengen ausgeschüttet. Deshalb wirkt das Insulin auch nicht mehr ausreichend an den Zielzellen. Neben genetischer Disposition fördert vor allem Übergewicht, also eine Verfettung der Organe und der Muskulatur, eine Insulinresistenz.

Dass Typ-2-Diabetes häufig mit Ernährungsumstellung nebst Gewichtsreduktion und mehr körperlicher Bewegung behandelt werden muss, ist hinreichend bekannt und auch in Behandlungsleitlinien abgebildet. Die oben zitierte publizierte Studie unterstreicht das mit neuen Zahlen und Fakten.

 

Motivation zu reichlich Bewegung und Gewichtsreduktion

Grundsätzlich sollte die Aussicht, Typ-2-Diabetes ohne Medikamente oder Insulinspritzen effektiv behandeln zu können, für Betroffene aber auch behandelnde Ärzte und deren Strategien eine hohe Motivation darstellen sollte.

Denoch fällt es vielen Patienten schwer, eine langfrisitige Lebensstiländerung vorzunehmen, sich Tag für Tag reichlich zu bewegen und auch eine beträchtliche Gewichtsreduktion zu erreichen. Umso wichtiger ist es, betroffenen Patienten frühzeitig, in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose, intensive Programme im Sinne von Bewegung und Gewichtsreduktion anzubieten.

Literatur:

(1) International Diabetes Federation, IDF Diabetes Atlas, Eighth Edition. 2017.

(2) Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes – Langfassung, 1. Auflage. Version 3. 2013, zuletzt geändert: April 2014. http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/NVL_Typ-2_Therapie-lang_Apr_2014.pdf

(3) Lean, M.E., et al.: Primary care-led weight management for remission of type 2 diabetes (DiRECT): an open-label, cluster-randomised trial. Lancet, 2018. 391(10120): p. 541-551.

Quelle:

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)

Share.

About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.