Staphylococcus aureus bei Neurodermitis

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Ann-Marie Nüsslein
Ann-Marie Nüssleinhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Staphylococcus aureus besiedelt bei Neurodermitis-Patienten verstärkt die Haut. Deswegen verschlechtert sich die Krankheit zusätzlich, denn die Bakterien stören das Immunsystem sehr.

Neurodermitis ist sehr häufig. Schließlich leidet fast jedes vierte Kind und auch sehr viele Erwachsene an dieser Hauterkrankung. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Patienten in den trockenen und offenen Hautbereichen zusätzliche Infektionen bekommen. Allen voran besiedelt beispielsweise das höchst pathogene Bakterium Staphylococcus aureus bei Neurodermitis-Patienten verstärkt die Haut. Infektionen mit Staphylococcus aureus beeinträchtigen wiederum das Immunsystem sehr stark, wodurch sich auch die Neurodermitis selbst zusätzlich verschlechtert.

 

Staphylococcus aureus schwächt die Abwehrkräfte und verschlechtert den Krankheitsverlauf bei Neurodermitis

Neurodermitis schädigt sehr stark die Haut und damit auch ihre Funktion als Barriere und Schutzschild. Deswegen können sich eine Vielzahl von Bakterien ausbreiten, darunter auch das Bakterium Staphylococcus aureus, das heutzutage auch immer öfter als multiresistenter Erreger auftritt. Dementsprechend leben in vielen Neurodermitis-Patienten fast 200-Mal mehr Staphylococcus aureus Bakterien auf der Haut als bei gesunden Menschen. Dadurch treten wiederum häufig derartige Infektionen auf.

 

Zuviel an Myeloid-Derived Suppressor Cells (MDSCs) beeinträchtigt die Immunantwort

Normalerweise hat die Haut ein spezielles Alarmsystem, die sogenannten Toll-like Rezeptoren. Diese dienen als eine Art Wächter gegen krankmachende Keime, um gegebenenfalls das Immunsystem zu aktivieren. Denn sie erkennen spezielle Substanzen von Bakterien wie zum Beispiel Oberflächenproteine und aktivieren dann das Immunsystem. Unlängst fanden hierzu deutsche Wissenschaftler heraus, dass manche Zellwandproteine der Staphylococcus aureus Bakterien auf der Haut über einen neuen Signalweg eine Gruppe von Immunzellen – den sogenannten Myeloid-Derived Suppressor Cells (MDSCs) – bilden.

 

Neurodermitis-Patienten produzieren mehr MDSCs

Bei Gesunden regulieren MDSCs die Immunantworten und Entzündungen, indem sie diese im richtigen Moment unterdrücken beziehungsweise beenden. In Experimenten verursachten die vielen Bakterienproteine von Staphylococcus aureus auf der Haut eine übermäßigen Bildung von MDSCs, wodurch wichtige Immunantworten in der Haut unterdrückt wurden. SChließlich schwächten die MDSCs so die schützenden Abwehrstrategien des Immunsystems und begünstigen so die Folgen der Staphylococcus aureus Infektion.

Dementsprechend zeigte die Untersuchung von Patienten mit Neurodermitis, dass diese im Vergleich zu gesunden Menschen erhöhte Mengen MDSCs in ihrem Blut und in der Haut hatten. Somit scheinen MDSCs gerade in Neurodermitis-Patienten in großen Mengen vorhanden zu sein. Dies unterdrückt die Immunantworten der Haut mit negativen Folgen für den Krankheitsverlauf.

Grundsätzlich leiden schwer betroffene Neurodermitis-Patienten sehr unter der chronischen Entzündung. Nicht nur unerträglicher Juckreiz quält die Patienten, sondern auch die Stigmatisierung im persönlichen Umfeld. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung der Patienten, die auch die Bakterien miteinschließt, könnte.

Literatur:

Skabytska Y., Wölbing F., Günther C., Köberle M., Kaesler S., Chen K.-M., Guenova E., Demircioglu D., Kempf W. E., Volz T., Rammensee H.-G., Schaller M., Röcken M., Götz F. and T. Biedermann.: Cutaneous Innate Immune Sensing of Toll-like Receptor 2-6 Ligands Suppresses T Cell Immunity by Inducing Myeloid-Derived Suppressor Cells. Immunity, 2014. DOI: 10.1016/j.immuni.2014.10.009

Quelle: http://www.tum.de/

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