Stammzelltransplantation lässt HI-Virus verschwinden

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Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation mit CCR5-Delta32-Mutation zur Hodgkin-Lymphom-Therapie konnte einen weiteren Patienten vom HI-Virus befreien.

Bereits vor über zehn Jahren konnte die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSZT) zur Behandlung einer Hodgkin-Lymphom-Therapie einen Patient aus Berlin vom HI-Virus befreien. Nun zeigte sich erneut bei einem Patienten ein ähnliches Ergebnis. Denn diesen Londoner Patienten mit HI-Virus-Infektion konnte ebenfalls eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSZT) mit der CCR5-Delta32-Mutation zur Hodgkin-Lymphom-Therapie offensichtlich von HIV heilen.

 

HI-Virusfrei mittels allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation

Auch 17 Monate nach dem Abbruch einer antiretroviralen Therapie war dieser Londoner Patienten noch HI-Virusfrei. Allerdings erhielt der Patient aus England in Kombination mit seiner Hodgkin-Lymphom-Therapie keine Ganzkörperbestrahlung, wie es weiland beim „Berliner“ Patienten der Fall war.

Deswegen vermuten die Experten, dass die CCR5-Modifikation bei der Befreiung vom HI-Virus die entscheidende Rollen spielen könnte. Dabei zeigte sich nur eine leichte Graft-versus-Host-Reaktion (GvHR; deutsch: Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion in der Folge der allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation.

Der neue Londoner Patient begann 2012 mit der antiretroviralen Therapie auf. Infolge zeigte er einen Tiefstwert von 290 CD4-Zellen pro Millimeter sowie eine HI-Virus-Last zur Baseline von 180.000 cp/mL (Kopien pro Milliliter). Im Zusammenhang mit der Hodgkin-Lymphom-Therapie brachte beim Patienten aus London die Erstlinien-Chemotherapie sowie mehrere Salvage-Versuche keinen Erfolg.

Deswegen sollte die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation dem Patienten gegen die Krebserkrankung helfen. Möglich machte dies ein nicht mit ihm verwandter CCR5d32-homozygoten Spender, der einen allelischen Mismatch unter HLA-B aufwies. Schließlich war die HIV-Viruslast auch 17 Monate nach Beendigung der antiretroviralen Therapie nicht nachweisbar. Die Experten dieser Fallstudie glauben, dass dies seit dem Berliner Patienten die längste beobachtete HIV-Remission bei Erwachsenen ist.

 

Hämatopoetische Stammzellen

Im Falle einer Chemotherapie oder einer Stammzelltransplantation stocken die Hämatopoetischen Stammzellen das dezimierte System wieder auf. Diese spezifischen Stammzellen können sich selbst aktiv zu erneuern und sich in verschiedene Arten von Blutzellen differenzieren.

Quelle:

Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) 2019. Abstract 29 LB. Ravindra K. Gupta, Sultan Abduljawad, Laura McCoy, H P. Mok, Dimitra Peppa, Helen Lee, Eleni Nastouli, Jonathan Lambert, Matthew Pace, John Frater, Andrew Lever, Simon Edwards, Eduardo Olavarria, Ian Gabriel. Sustained HIV-1 remission following homozygous CCR5 delta32 allogenic HSCT. März 2019, Seattle, Washington.

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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