Spitzwegerich mit starker Wirkung als Hausmittel gegen Husten

Zubereitungen mit Spitzwegerich haben starke Wirkung gegen Husten und kommen deswegen häufig auch in Hausmittel beispielsweise als Tee zur Anwendung. Man verwendet übrigens ausschließlich die Blätter. © nanka / shutterstock.com

Zubereitungen mit Spitzwegerich haben starke Wirkung gegen Husten und kommen deswegen häufig auch in Hausmittel beispielsweise als Tee zur Anwendung. Man verwendet übrigens ausschließlich die Blätter. © nanka / shutterstock.com

Der Spitzwegerich ist ein bewährtes Hausmittel gegen Husten mit positiven Wirkungen bei Atemweg-Katarrhen, Mund-Rachenschleimhaut-Entzündungen sowie Wunden.

Seit Jahrtausenden werden Wegerich-Arten in der Heilkunde angewendet. Heute weiss man, dass der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) die stärksten Wirkungen besitzt. Vor allem als Hausmittel gegen Husten ist Spitzwegerich sehr beliebt. Seine zahlreichen Inhaltsstoffe bringen positive Wirkungen bei Atemweg-Katarrhen und bei Mund- und Rachenschleimhaut-Entzündungen sowie bei der Wundheilung. Betroffene setzen sehr gerne den Spitzwegerich-Tee bei Problemen mit den Atemwegen beziehungsweise Husten ein. Übrigens zeigten aktuelle polnische Untersuchungen, dass die Umwelt beziehungsweise die Umweltverschmutzung großen Einfluss auf die Pflanzen ausüben.

 

Die Spitzwegerichblätter enthalten die wichtigsten Inhaltsstoffe

Vom Spitzwegerich werden ausschließlich die Blätter verwendet, zu deren wichtigsten Inhaltsstoffen die Iridoidglykoside wie Aucubin und Catalpol zählen.Grundsätzlich gelten als wichtigste Bestandteile der Spitzwegerichblätter, Aucubin und Acteosid (= Verbascosid). Diese bioaktiven Verbindungen besitzen unterschiedliche pharmakologische Wirkungen: entzündungshemmend, antioxidativ, antineoplastisch und hepatoprotektiv.

Wiederum sollen die Iridoidglykoside eine antibakterielle Wirkung sowie in Schleimform reizmildernde Effektebringen. Sie bilden eine Art Schutzfilm über die Schleimhaut in Mund und Rachen, wodurch der lästige Hustenreiz abgemildert werden kann.

Spitzwegerichblätter beinhalten weiters Gerbstoffe, die mit 6,5 Prozent Anteil die größte Gruppe der Inhaltsstoffe bilden. Prinzipiell wirken diese zusammenziehend (adstringierend) sowie blutstillend. Auch stabilisieren sie die Schleimhäute. Weitere Inhaltsstoffe der Spitzwegerichblätter sind Flavonoide, Kaffeesäurederivate, Saponin, Kieselsäure und Mineralstoffe wie Zink und Kalium zu nennen.

 

Lästigen Hustenreiz mit Spitzwegerich begegnen

Eigentlich soll Husten als schützender Reflex die Atemwege reinigen. Sensible Nervenfasern lösen diesen Reflex aus, auch wenn sie – wie bei trockenem Husten – keinen Fremdkörper entfernen müssen. In diesen Fällen ist die reizmildernde Wirkung der pflanzlichen Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs wertvoll.

Von verschiedenen europäischen Arzneimittelkommissionen wurde die Anwendung von Spitzwegerich wegen ihrer starken Wirkung übrigens offiziell zur Linderung von Schleimhautreizungen im Mund und Rachenraum und dem damit verbundenen trockenen Husten anerkannt.

Äußerlich kann Spitzwegerich-Kraut auch bei Entzündungen der Haut verwendet werden. In der Erfahrungs- und Volksmedizin gilt Spitzwegerich seit langem als ein gutes Mittel zur ersten Wundversorgung und bei Insektenstichen. Dies wurde bis dato allerdings nicht wissenschaftlich belegt.

 

Spitzwegerich in der Volkskunde

Der Volkskundler Heinrich Marzell schreibt in seinem großen Lexikon der deutschen Pflanzennamen, dass der Name Wegerich einfach als Männername zu verstehen sei. Andere Experten leiten den Namen vom althochdeutschen Wort „rich“ ab, was „König“ bedeutet, wodurch sich für Wegerich die Bedeutung „König des Weges“ ergibt, Und das ist plausibel, da Spitzwegerich an Wegrändern aber auch in trockenen Weiden zu finden ist.

Seinen Namen verdient sich Spitzwegerich durch seine spitz zulaufenden, langen, schmalen, aufrecht stehenden Blättern, die eine Bodenrosette bilden. Die Pflanze kann zwischen 5 und 60 Zentimeter hoch werden und blüht weltweit von Mai bis September. Vor allem in Europa, Nordamerika und Mittelasien ist sie weit verbreitet.

Hierzu zeigen aktuelle Untersuchungen große Unterschiede hinsichtlich Schleimertrag und Samenertrag der einzelnen Züchtungen. Der Samenertrag hängt stark von Genotypschwankungen und Umweltbedingungen ab. Hingegen der Schleim von der Wirkung des Genotyps.

Übrigens unterscheiden sich die einzelnen Plantago lanceolata-Arten unter unteschiedlichen, Temperatur bedingten Wachstumsbedingungen (z.B. 15 ° C am Tag und 10 ° C in der Nacht) auch sehr im Aussehen.

 

Spitzwegerich als Hausmittel gegen Husten seit der Antike bekannt

Bereits seit der Antike bis weit in die Neuzeit hinein wurde Spitzwegerich zur Stillung von Blutungen bei Wunden, in den Luftwegen, im Darm und gegen sehr starke Menstruationsblutungen eingesetzt. Auch andere Verletzungen wie Brandwunden, Insektenstiche und Tierbisse sowie Knochenbrüche wurde häufig als Anwendungsgebiete genannt.

Shakespeare erwähnt „plantain“ (Plantago) mehrfach in seinen Werken als Mittel gegen Hautverletzungen. Daneben spielten die Wegerich-Arten bei der Behandlung von Asthma, Geschwülsten und Geschwüren – insbesondere in der Mundhöhle – eine große Rolle und wurden auch bei Zahn- und Ohrenschmerzen sowie gegen brennende Augen eingesetzt.

 

Als Hausmittel gegen Husten: Die klassische Tee-Mischung mit Spitzwegerich

Pflanzliche Schleime, wie sie oben erwähnt in Spitzwegerich – aber auch Eibisch und Isländisches Moos sowie die Malve und die Königskerze – enthalten sind, lösen sich in Wasser und können entzündete Schleimhäute im hinteren Rachenraum einhüllen und als Art Schutzfilm vor lokalen Reizungen schützen. Dadurch kann der Hustenreiz unterdrückt werden.

Diese in Mischungen mit Auswurf fördernden Heilpflanzen wie Thymian und Süßholzwurzel sind altbewährt. Spitzwegerich mit seiner antimikrobiellen Wirkung verzögert das mikrobielle Wachstum über mehrere Stunden.

 

Spitzwegerich-Tee frisch zubereiten

Der Spitzwegerich-Tee ist eine begehrte Art, die Wirkung der Heilpflanze zu genießen. © HETIZIA / shutterstock.com

Im Grunde genommen ist es am besten, den Spitzwegerich-Tee jeweils frisch zubereiten. Wenn man einen Vorrat für einen ganzen Tag zubereiten will, dann sollte man die vierfache Menge mit 4 Esslöffel Teemischung mit 600 ml Wasser vermisch. Schließlich kann man den Spitzwegerich-Tee sehr gut in einer geschlossenen Thermokanne aufbewahren. DerTee sollte bei Bedarf übrigens erwärmt und nicht heiß sowie schluckweise getrunken werden, so entfaltet Spitzwegerich als Hausmittel die stärkste Wirkung gegen Husten.

Als Tee-Mischung gegen Husten bewährt ist beispielsweise die Mischung 50 Teilen Blätter des Spitzwegerichs und 50 Teile Thymian. Dazu vermischt man die einzelnen Bestandteile in geschnittenem Zustand und gibt die Mischung geschützt vor Feuchtigkeit und Licht in ein gut schließendes Gefäß – am besten aus Glas.

Unter dem Strich sollte man für eine Tasse des Hustentees dann 1 Esslöffel Teemischung und 150 ml (eben 1 Teetasse) Wasser mit Zimmertemperatur verwenden. Nach dem Übergießen lässt man weter die Tasse Tee 10 Minuten lang bedeckt stehen. Schließlich seiht man den Hustentee anschließend durch ein Teesieb ab.


Literatur:

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Quelle:

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http://www.uni-wuerzburg.de/

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