Spielsucht und Depression – ein häufiger Zusammenhang

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Ann-Marie Nüsslein
Ann-Marie Nüssleinhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Spielsucht und Depression tritt häufig gemeinsam auf. Wenn ein junger Mann chronischer Spieler ist, sind seine Chancen sehr hoch, eine Depression zu entwickeln.

Spielsucht und Depression sind sehr oft miteinander vergesellschaftet. Denn viele Menschen mit Spielsucht leiden auch an Depression und andere psychische Störungen. Deswegen ist es wichtig, dass man einerseits sowohl die Spielsucht, als auch die psychischen Störungen gemeinsam behandelt. Andererseits sollte man auch bei dem Auftreten einer dieser Störungen, die Betroffenen auch auf die andere untersuchen. Übrigens tritt eine Spielsucht oft auch gemeinsam mit einem zwanghaften, sexuellen Verhalten auf.

 

 

Kanadische Studie zu Spielsucht und Depression

Dementsprechend waren auch die Ergebnisse einer kanadischen Studie, die Forscher der Frédéric Dussault of the University of Quebec in Montreal/Kanada durchführten. Die Wissenschafter untersuchten, in welchem Umfang sich Spielsucht und Depression im Zusammenhang mit Glücksspiel von den Teenager-Jahren bis ins frühe Erwachsenenalter entwickelt. Spielsucht und Depression gingen Hand in Hand und wurden im Laufe der Zeit immer schwerwiegender. Die Daten ergaben auch, dass vor allem impulsive Jungen im Erwachsenenalter zu Glücksspiel, Spielsucht und Depression tendierten.



Pathologisches Spielen

Krankhaftes Spielen wird fachlich als Pathologisches Spielen beziehungsweise pathologisches Glücksspielen bezeichnet. Und deswegen haben es Experten im Jahr 1980 in das internationale Klassifikationssystem der Psychiatrie DSM III aufgenommen. DSM ist die Abkürzung für Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Und später kam dann auch noch das Klassifikationssystem psychischer Störungen ICD-10 als eigene Diagnose dazu. ICD ist die Klassifikationssystem der WHO, Weltgesundheitsorganisation, für medizinische Diagnosen.

Bei der Glücksspielsucht hören die Betroffenen trotz größter negativer persönlicher und sozialer Konsequenzen nicht zum Spielen auf. Das können beispielsweise eine Verschuldung sowie Probleme im persönlichen sowie beruflichen Umfeld sein.

Chronisches, zwanghaftes und pathologisches Spielen ist oft mit einer gedanklichen Beschäftigung im Zusammenhang mit Erfolg versprechenden Spieltechniken oder anderen – auch falschspielerischen –Optionen beim Glücksspiel verbunden. Man kann der Spielsucht schwer widerstehen. Das kann aber auch zu kopflosen Spielaktionen und schwerwiegenden finanziellen Konsequenzen führen. Und daran zerbrechen dann häufig auch Beziehungen. Auch hierzu begleiten meistens Depressionen den ganzen Prozess.

Das Fortsetzten des (Glück-)Spielens soll Probleme oder negative Stimmungen wie Depressionen aber auch Ängste und Schuldgefühle verdrängen. Nicht selten kommt der Missbrauch von Drogen und/oder Alkohol sowie Prostitution dazu.

 

Spät oder gar nicht Hilfe suchen

Oft erst sehr spät oder gar nicht wenden sich die Betroffenen unter Spielsucht und Depression leidenden Personen professioneller Hilfe zu. Dabei steht dann in Folge meistens eine psychotherapeutische Behandlung im Vordergrund. Der Arzt kann aber auch eine medikamentöse Behandelt erwägen. In verschiedenen Studien wurde auch entdeckt, dass chronisches, pathologisches Spielen häufig mit Persönlichkeitsstörungen einhergeht. Das gilt besonders für Borderline-Persönlichkeitsstörungen.

Die Entwicklung von Spielsucht und Depression ist ausserdem häufig mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) in der Kindheit oder vorangegangenen Angststörungen vergesellschaftet.



Literatur:

Linnet J, Jeppsen Mensink M, de Neergaard Bonde J, Winterdahl M. Treatment of gambling disorder patients with comorbid depression. Acta Neuropsychiatr. 2017 Dec;29(6):356-362. doi: 10.1017/neu.2017.5. Epub 2017 Mar 27.

Cowie ME, Kim HS, Hodgins DC, McGrath DS, Scanavino MDT, Tavares H. Demographic and psychiatric correlates of compulsive sexual behaviors in gambling disorder. J Behav Addict. 2019 Sep 1;8(3):451-462. doi: 10.1556/2006.8.2019.35. Epub 2019 Aug 16.


Quelle: http://www.springer.co

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