Speiseröhrenentzündung – eosinophile Ösophagitis: eine allergisch bedingte ­Entzündung

Erst in den 90er-Jahren hat man die Speiseröhrenentzündung als eigenständige Erkrankung und relevantes Problem registriert. © sebastian kaulitzki / shutterstock.com

Die allergisch bedingte Speiseröhrenentzündung kann zu Schluckstörungen, Würgereiz, Erbrechen, Blockaden in der Speiseröhre, Atemnot sowie Panikgefühl führen.

Die Speiseröhrenentzündung ist eine allergisch bedingte Erkrankung, die seit den 1980er Jahren auch als eosinophile Ösophagitis (EÖ) bekannt ist. In den 1970er-Jahren wurde diese eosinophile Ösophagitis noch als reine Kinderkrankheit angesehen. Erst in den 90er-Jahren hat man die Speiseröhrenentzündung als eigenständige Erkrankung und relevantes Problem registriert, was auch damit zu tun hat, dass die Fälle deutlich zugenommen haben.



Im Grunde genommen galt die Eosinophile Ösophagitis zunächst als sehr selten. Allerdings wird sie heutzutage immer häufiger diagnostiziert. Beispielsweise leiden laut Erhebungen in unseren Breiten mittlerweile 30 von 100.000 Einwohnern unter einer eosinophilen Ösophagitis. Wobei in siebzig Prozent der Fälle Männer betroffen sind.

 

Auslöser und Symptome

Vor allem Nahrungsmittelallergene und eine Reihe Umweltantigene können eine spezifische Immunantwort verursachen, die wiederum eine schmerzhafte Speiseröhrenentzündung zur Folge haben kann.

Bei Kindern sind Gedeihstörungen (eine verzögerte körperliche Entwicklung), Erbrechen, Sodbrennen, Verweigerung von Nahrung und Abdominalschmerzen die wichtigsten Symptome.

Bei Erwachsenen sind das Schluckstörungen sowie ein Einklemmen bzw. Steckenbleiben von Speisen.

 

Allergisch bedingte Speiseröhrenentzündung – Behandlung

Unter dem Strich weisen vor allem eine deutlich erhöhte Zahl von speziellen weißen Blutkörperchen in der Schleimhaut auf eine Speiseröhrenentzündung hin. Dann kommen therapeutisch häufig inhalative Corticosteroiden zur Anwendung.

Die beiden wichtigsten Säulen der Behandlung einer Speiseröhrenentzündung sind dementsprechend die Vermeidung der Allergene und bei Bedarf eine entzündungshemmende Therapie mit den topischen Steroiden Fluticason und Budenosid.



Es wurde auch das Asthma-Mittel Montelukast angewendet, das auf die weißen Blutkörperchen einwirkt und so die Entzündung hemmen. Das brachte teilweise auch gute Ergebnissen. Die Anwendung von monoklonalen Antikörpern brachte allerdings keine bestätigte Wirksamkeit. Außerdem scheint auch die Behandlung mit Protonenpumpenhemmern ebenfalls unwirksam zu sein.

 

Langzeitfolgen und Vorbeugung

Über die Langzeitfolgen einer Speiseröhrenentzündung ist noch wenig bekannt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass eosinophile Ösophagitis zu einer Verengung und Vernarbung der Speiseröhre führen kann. 

Die Erkrankung ist immunvermittelt, verläuft chronisch und führt schlussendlich zu einer Speiseröhren-Dysfunktion. Typischerweise fehlen andere eosinophile Syndrome oder eine eosinophile Gastroenteritis.

Die wichtigsten Therapien sind jedenfalls die Vermeidung von Allergenen sowie bei Bedarf der Einsatz von Fluticason und Budenosid. Wobei eine systemische Therapie mit diesen Kortison-Wirkstoffen aber nur in schweren Fällen erfolgt.

Auslösende Nahrungsmittel sind vor allem Weizen, Milch, Erdnüsse, Soja, Meeresfrüchte und Eier, die man bei Speiseröhrenentzündung meiden sollte.




Literatur:

Gomez Torrijos et al. Eosinophilic Esophagitis: Review and Update. Front Med (Lausanne). 2018; 5: 247. Published online 2018 Oct 9. doi: 10.3389/fmed.2018.00247

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