Sonnenbrand behandeln

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Wenn man einen Sonnenbrand behandeln muss, ist schon einiges falsch gelaufen. Meistens kommt ein Sonnenbrand heutzutage ganz unverhofft.

Das beste Mittel gegen Sonnenbrand ist, ihn durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu vermeiden – aber natürlich ist dieser allgemeine Rat oft nicht einzuhalten, wenngleich sich heutzutage aufgrund der zahlreichen Informationskampagnen in den letzten Jahrzehnte an viele Vorsichtsmaßnahmen halten. Mittlerweile wissen die Menschen sehr viel zum Thema Sonnenstrahlen und Hautkrebs aber auch Hautalterung – und die meisten passen auf sich aber vor allem auch auf ihren Nachwuchs sehr gut auf.Und dennoch passiert es immer wieder, dass man einen Sonnenbrand behandeln muss, mit dem man einfach nicht gerechnet hat.

 

Wenn man dennoch einen Sonnenbrand behandeln muss …

Heute muss man vor allem dann einen Sonnenbrand behandeln, wenn man zuvor seine Haut überschätzt hat. Betroffene glauben beispielsweise, kurz genug der Sonneneinstrahlung ausgesetzt zu sein, was die eigene Haut aushalten sollte. Ein Restaurantbesuch mittags, unter dem Sonnenschirm, daneben strahlt die Sonne auf den heissen Boden: das könnte so eine Situation sein. Oder man stellt sich aus irgendeinem Grund irgendwo an, wo es keinen Schatten gibt. Um z.B. Tickets zu bekommen, oder eingelassen zu werden usw. Und 10 bis 15 Minuten in der prallen Sonne reichen oft schon, dass Kopf, Nacken und Schulter verbrannt sind.

Es gibt unzählige denkbare Situationen, in denen man der Kraft der Sonne ausgesetzt ist, mit denen man nicht gerechnet hat, die trotzdem passieren und die uns dazu zwingen, dass wir dann unangenehmerweise einen Sonnenbrand behandeln müssen. Man bedenke: ein Sonnenbrand ist eine Verbrennung ersten oder zweiten Grades und gehört zu den akutesten Hautverletzungen.

 

Sonnenbrand behandeln und wann ein Arzt zu konsulitieren ist

Wenn durch einen Sonnenbrand eine Blasenbildung auf der Haut entsteht, so handelt es sich um eine massive Verbrennung zweiten Grades. Eine fachgerechte Versorgung und Desinfektion sollte dann unbedingt von einem Arzt gemacht werden. Im extremen Ernstfall muss dieser sogar mittels Infusionen der Flüssigkeitsverlust der Haut ausgleichen.

Ein weitere Grund für ärztliche Hilfe ist, wenn die Haut großflächig vom Sonnenbrand betroffen ist und Grippesymptome wie erhöhte Temperatur beziehungsweise Fieber sowie Kopfschmerzen auftreten.

 

Wann man selbst einen Sonnenbrand behandeln kann

Je nach Stärke kann man entweder selbst den Sonnenbrand behandeln, oder sollte einen Arzt aufsuchen. Wenn die Haut nur gerötet und heiß ist, handelt es sich um einen leichten Sonnenbrand.

Auf keinen Fall sollte man verbrannte Hautstellen weiterhin der Sonne aussetzen – egal, ob es sich um einen leichten oder schweren Sonnenbrand handelt.

Wichtig ist es, die Haut zu kühlen, am besten mit Duschen oder Umschlägen mit etwa 25 Grad Celsius. Das Schwimmen im schattigen Teil eines Pools, kann ebenfalls die Beschwerden lindern. Hier ist allerdings wieder zu bedenken, dass reflektierte Strahlen ebenfalls schädlich ist.

Keinesfalls sollte man Eis direkt auf die verbrannte Haut geben, denn es kann festfrieren und die betroffenen Hautzellen dadurch zusätzlich schädigen – dies gilt auch für so genannte »cool packs« aus dem Gefrierfach: man sollte immer ein Handtuch zwischen das Kühlmittel und die Haut geben. Oft reicht es aus, wenn man Tücher für Umschläge mit ganz sehr kaltem Wasser vorbereitet.

Wassergekühlte Umschläge sollte man 10 bis 15 Minuten lang machen – und dies mehrmals täglich. Es gibt aber auch zahlreiche andere, als Hausmittel empfohlene Umschläge, die unterschiedliche Anwendungszeiten erfordern.

Mit Hausmitteln Sonnenbrand behandeln

Umschläge mit Milchprodukten wie fettfreier Milch, Speisetopfen und Joghurt werden immer wieder gerne von Generation zu Generation empfohlen. Doch sie sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie enthalten Bakterien, die vor allem bei einem tiefergehenden Sonnenbrand zu Infektionen führen können – die betroffene Haut muss daher gegebenenfalls gründlich mit kühlem Wasser gereinigt werden. Weiters kann man Joghurt direkt auf die durch Sonnenbrand geschädigten Hautteile auftragen und danach mit kühlem Wasser abspülen. Das soll die Schmerzen lindern. Aus fettfreier Milch beziehungsweise Topfen/Quark und Wasser mit einem Verhältnis von 1 zu 4 wird ein Umschlag gemacht und Eiswürfel dazugegeben. Der Umschlag wird 15 bis 20 Minuten lang leicht auf die Haut gegeben, der Vorgang sollte alle 2 bis 4 Stunden wiederholt werden.

 

Alternative Umschläge mit anderen Lebensmitteln

  • Haferflocken in Umschlägen werden ähnlich wie fettfreie Milch eingesetzt. Als Vorbereitung werden die Haferflocken in ein Mulltuch, in Verbandsmull oder in ein dünnes Leinentuch gegeben und mit Wasser befeuchtet. Dieser Umschlag wird dann ebenfalls 15 bis 20 Minuten lang eingesetzt bei Wiederholungen alle 2 bis 4 Stunden.
  • Maisstärke oder Stärkemehl wird  mit reichlich Wasser zu einer Paste vermengt und direkt auf die betroffene Haut aufgetragen. Dies sollte mehrmals täglich wiederholt werden.
  • Salatblätter werden in Wasser gekocht und die entstandene Flüssigkeit wird längere Zeit im Kühlschrank gekühlt. Mit Wattebällchen wir dieses kühle Salat-Wasser-Gemisch dann vorsichtig auf die verbrannte und gereizte Haut aufgetragen.
  • Ähnlich sind die Empfehlungen mit Petersilie, dessen ausgedrückter Saft vorsichtig direkt auf die Haut gegeben werden sollte, sowie Tomaten-, Kartoffel- und Gurkenscheiben, die man auf die verbrannten Hautstellen legen sollte.
  • Teebeutel werden vor allem eingesetzt, wenn die Augenlider verbrannt sind. Zuvor in kaltem Wasser aufgeweicht lindern Sie Schmerzen und helfen gegen Schwellungen. Die lindernde Wirkung scheint durch die enthaltenen Gerbstoffe – Gerbsäure – zu entstehen.
  • In Wasser und Essig (Verhältnis 2 zu 1) getränkte kühle Umschläge helfen ebenfalls, wenn man sie direkt auf die verbrannte Haut legt.

 

Je akuter, desto mehr Creme

Grundsätzlich gibt es auch zahlreiche Zusätze wie Sanddornöl, Aloe Vera (Saft oder Gel) oder Eichenrinde-Tinktur aus der Apotheke, mit denen man unter anderem hilfreiche Umschläge machen kann. Zum lindernden Einsatz kommen weiters Ringelblumen-Salbe, Zinköl- und Beinwellsalben.

Man sollte bei Sonnenbrand keine fettige Creme anwenden, sondern eine mit hohem Wasseranteil. Après-Lotion oder Après-Milch sind normalerweise dafür gut geeignet – bei der produkt-Auswahl bekommt man in der Apotheke kompetente Hilfe. Jedenfalls schadet es nicht, wenn man diese Cremen zusätzlich im Kühlschrank aufbewahrt, sodass sie noch kühlender wirken.

Der Feuchtigkeitsverlust über die Haut sollte außerdem sozusagen systemisch mit viel Flüssigkeit ausgeglichen werden. Optimal ist es, sehr viel kaltes Wasser zu trinken.

Die Verwendung von Seife, Dusch- und Schaumbäder sollte tunlichst vermieden werden. Wenn es unbedingt notwendig ist, darf nur mit sehr milden Produkten und nur sehr kurz gewaschen werden. Für die Körperpflege wird hingegen empfohlen, ein kühles Bad zu nehmen oder eine kühl zu duschen – mit einem nicht aggressiven Wasserstrahl. Auch Abtrocknen sollte man sich sehr sanft – mit einem sauberen Handtuch. Reiben sollte man dabei vermeiden, um die Haut nicht noch mehr zu reizen. Beim kühlen Bad wird manchmal auch geraten, eine Tasse Essig oder großzügig Backpulver dem Wannenbad beizumischen.

 

Sich vor zu viel Sonne schützen

Ein wichtiger Schutz vor dem Sonnenbrand ist die richtige Sonnencreme. Diese sollte üppig aufgetragen werden, denn nur eine ausreichende Menge bietet ausreichenden Schutz. Wobei es sinnvoll ist, bereits etwa eine halbe Stunde vor einem Sonnenbad oder einer anderen Sonnenexposition die Sonnencreme zu verwenden, dies gilt vor allem für Kopf, Gesicht und Nacken oder andere Körperstellen, die nicht durch Kleidung bedeckt werden. Denn es ist zu bedenken, dass wenn man über die eingecremte Haut Kleidung anzieht, dadurch ein Großteil der Sonnencreme nicht auf der Haut bleibt.

Besonders vorsichtig muss man in der Zeit von 10.00 Uhr und 03.00 Uhr beziehungsweise 11.00 Uhr und 16.00 Uhr in der Sommerzeit sein, denn dann ist die Sonne am stärksten. Hüte, dicht gewebte Stoffe und lange Ärmel halten die Sonne von der Haut fern.

 

Die korrekte Anwendung von Sonnenschutzmittel

Ein Sonnenschutzmittel sollte etwa 30 bis 40 Minuten vor der geplanten Sonnenexposition verwendet werden –auch wenn es bewölkt ist. UV-Strahlen können beispielsweise eine Wolkendecke durchdringen. Dabei sollten vor allem Lippen, Hände, Ohren sowie die Rückseite des Halses geschützt werden.

Es sollte ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor (SPF)gewählt werden: Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 15 schützen vor etwa 94 Prozent der schädlichen Sonnenstrahlen, mit SPF 30 vor etwa 97%. wichtig sind die jeweilgen Inhaltsstoffe wie Zinkoxid, Titandioxid oder Avobenzon, die UV-A und B-Strahlen blockieren. Hier ist bei Unklarheiten die Kompetenz in der Apotheke gefragt. Doch Sonnenschutzmittel bringen ihre angegebene Wirkung nur bei korrekter Anwendung:

  • 30 bis 40 Minuten vor dem Beginn des Sonnenbades sollte man das Sonnenschutzmittel verwenden.
  • Man sollte die Haut reinigen und das Sonnenschutzmittel gleichmäßig und ausreichend dick auftragen. Es ist zu bedenken, dass die doppelte Menge nur zu einer geringen Erhöhung der Schutzwirkung führt.
  • Parfüms, Toilettewässern und Deodorants sollten nicht gleichzeitig auf der Haut sein.
  • Man sollte passende Produkte verwenden. Und zwar Lotionen für den Körper, Cremen für das Gesicht –gegebenenfalls mit Kälteschutz für die Wintersonnenpflege.
  • Nach dem Schwimmen sollte der Schutzfilm erneuert werden – sprich neuerlich geschmiert oder gesprüht werden.
  • In der Nähe reflektierenden Flächen wie Sand oder Stein können zu einem intensiven Streulicht führen, die Haut sollte dabei umfasssend geschützt sein.
  • Besonders empfindliche Stellen sollten mit Sunblockern bestrichen werden. Solche sind Lippen, Nasenrücken, Narben und andere pigmentlose Areale, weiters Schwangerschaftsstreifen und stark pigmentierte Areale, um eine weitere Dunkelung zu vermeiden.
  • Um die Geschmeidigkeit der Haut zu erhalten und sie vor dem Austrocknen zu bewahren, gilt es, der Haut nach dem Sonnenbad Feuchtigkeit in Form diverser After Sun-Produkte zuzuführen.

Spätfolgen vermeiden

Der Satz „Jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Hautkrebrisiko im Alter“ stimmt auf jeden Fall, denn die Gefahr in späteren Jahren an schwarzem Hautkrebs, dem so genannten Melanom, oder weißem Hautkrebs, dem so genannten Basaliom, zu erkranken, wächst mit der Häufigkeit der Sonnenexposition.

Weiters gibt es bei der so genannten aktinischen oder solaren Keratose einen direkten Zusammenhang zwischen Alter und Stunden der Sonnenexposition. Bei aktinischer Keratose treten raue, schuppige Hautveränderungen auf. Wobei die als Vorstufe von Hautkrebs gelten. Dabei sind am häufigsten die so genannten »Sonnenterrassen« betroffen. Und zwar Hautstellen, die besonders der UV-Strahlung ausgesetzt sind wie Nasenrücken, Wangen, Schultern, Nacken, Glatze oder Dekolletee. Aktinische Keratose ist bei etwa 20 bis 30 Prozent der über 60jährigen anzutreffen, ohne Behandlung können etwa 10 Prozent bösartig werden.

Quelle: Sonnenbrand behandeln. Dr. Reinhold Lautner. MEDMIX 05/2007

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Chefredakteur Dr. Reinhold Lautner

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