Sommerleiden Blasenentzündung anfangs ohne Antibiotikum behandeln

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Das Sommerleiden Blasenentzündung sollte man erstmal ohne Antibiotikum behandeln. Alternativ können Ibuprofen, Heilpflanzen sowie viel Flüssigkeit trinken helfen.

Unter dem Strich sind Harnwegsinfekte keineswegs ein Phänomen der kalten Jahreszeit. Denn auch in den Sommermonaten tritt die Infektion häufig auf, wobei das Sommerleiden Blasenentzündung andere Gründe hat. Dazu gehört beispielsweise nasse Badekleidung, die man nicht rasch genug ausgezogen. Weiter unterschätzen vor allem auch Frauen häufig die abendliche Kühle. Ein Grund kann aber auch ein gesteigertes Sexualleben (Honeymoon-Zystitis) in den Sommermonaten beziehungsweise in der Urlaubszeit sein.

 

Alternativen zu Antibiotika

Viele Ärzte verschreiben ihren Patientinnen bei Harnwegsinfektionen oft sofort ein Antibiotikum. Doch in vielen Fällen ist das unnötig. Dabei trägt der unkritische Antibiotika-Einsatz trägt zudem zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen bei. UUnter dem Strich heilen unkomplizierte Blasenentzündungen oft folgenlos aus, wenn Betroffene lediglich die Symptome mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen lindern.

 

Welche Beschwerden das Sommerleiden Blasenentzündung auch macht

Typische Beschwerden sind brennende Schmerzen beim Wasserlassen. Weiter das Gefühl, ständig auf die Toilette zu müssen sowie manchmal auch Unterleibskrämpfe. Übrigens erkrankt jede zweite Frau mindestens einmal im Leben an einer Blasenentzündung. Jede vierte bis fünfte Betroffene leidet unter wiederkehrenden Infektionen. Vor allem bei kommen zu den Sommerleiden Blasenentzündung beziehungsweise Probleme mit den Harnwegen dazu.

Bei Männern treten Harnwegsinfektionen deutlich seltener auf. Das hat anatomische Gründe. Denn der Harnleiter ist bei Frauen wesentlich kürzer. Dadurch dringen sich die Bakterien schneller in die Harnblase vor und setzen sich sich dort fest. Meist sind es Darmbakterien der Art Escherichia coli, die die lästige Infektion verursachen. Aber auch andere Bakterien kommen als Erreger infrage.

 

Alternative Behandlungen

Jedenfalls gehört die unkomplizierte Harnwegsinfektion zu jenen Infektionen, bei denen Patienten oft vorschnell und unnötigerweise ein Antibiotikum einsetzen. Eine deutsche Studie zeigte unlängst, dass etwa zwei Drittel der 494 Patientinnen mit unkomplizierter Harnwegsinfektion auch ohne Antibiotikum wieder gesund wurden. Eine rein symptomatische Behandlung mit dem entzündungshemmenden Schmerzmittel Ibuprofen reichte dabei aus. Bei jeder dritten Patientin hielten die Symptome zu lange an oder verschlimmerten sich, sodass doch noch mit Antibiotika behandelt werden musste.

Es gibt aber auch verschiedene Heilpflanzen, die gegen das Sommerleiden Blasenentzündung eine gute Alternative darstellen. Bewährt haben sich beispielsweise Zubereitungen mit Bärentraubenblättern, deren Inhaltsstoffe die Bakterien abtöten und wie ein natürliches Antibiotikum wirken. Weitere bewährte Heilpflanzen sind beispielsweise Tausendgüldenkraut, die Birke, Liebstöckel und Rosmarinblätter sowie die Brennnessel und Goldrute.

„Diese Erkenntnisse sollen jedoch keinesfalls als Aufforderung zur Selbsttherapie verstanden werden“, mahnt Fätkenheuer. Auch unkomplizierte Harnwegsinfektionen, die etwa 90 Prozent aller Harnwegsinfektionen ausmachen, seien ein Fall für den Arzt. In Absprache mit diesem könne die Therapie jedoch zunächst einmal ohne Antibiotika durchgeführt werden.

 

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchung bestätigt: Viel Flüssigkeit trinken ist effektiv zur Vorbeugung

Es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, dem Sommerleiden Blasenentzündung vorzubeugen. Hierzu gibt es verschiedene Verhaltensmaßnahmen und wiederum pflanzliche Behandlungen. Bekannt sind dazu auch Zubereitungen aus Preiselbeere und Cranberries (Moosberen). Weiter wirken medizinische Produkte mit dem Einfachzucker D-Mannose bei Harnwegsinfekten vorbeugend.

Außerdem weiss man schon lange, dass viel Flüssigkeit trinken vorbeugend wirkt. Die Wirksamkeit ist sogar auch wissenschaftlich gut belegt. Denn eine Ende 2018 prominent publizierte Studie zeigte, dass Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen sehr von der erhöhten Flüssigkeitsaufnahme profitieren. Beispielsweise half die Steigerung der täglichen Trinkmenge von 1,5 auf drei Liter, um die Zahl der jährlichen Harnwegsinfektionen von durchschnittlich 3,3 auf 1,7 fast zu halbieren. Gleichzeitig sank auch die Zahl der Antibiotikaverschreibungen um nahezu die Hälfte.

 

Antibiotikaresistenzen vermeiden

Um die Entstehung von Antibiotikaresistenzen zu reduzieren, setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie unter anderem in ihrer Antibiotic Stewardship-Initiative für einen rationalen Einsatz von Antibiotika ein und bietet zu diesem Zweck Kurse und Erfahrungsaustausch für Ärzte an. Die DGI setzt sich zudem für eine Verbesserung der infektiologischen Versorgung und Ausbildung in Deutschland ein und fordert unter anderem die Schaffung einer Facharztausbildung mit dem Schwerpunkt Infektiologie.

Literatur:

– Gágyor Ildikó, Bleidorn Jutta, Kochen Michael M, Schmiemann Guido, Wegscheider Karl, Hummers-Pradier Eva et al.: Ibuprofen versus fosfomycin for uncomplicated urinary tract infection in women. Randomised controlled trial. BMJ 2015; 351 : h6544.

– Hooton TM, Vecchio M, Iroz A, et al.: Effect of Increased Daily Water Intake in Premenopausal Women With Recurrent Urinary Tract Infections. A Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2018;178(11):1509–1515. doi:10.1001/jamainternmed.2018.4204.

Domenici et al. D-mannose: a promising support for acute urinary tract infections in women. A pilot study. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2016 Jul;20(13):2920-5.


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI)

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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