So schützen Sie sich vor Darmkrebs

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Jeder 13. Mann und jede 15. Frau erhalten im Lauf des Lebens die Diagnose Darmkrebs. Diese Quote könnte sinken, wenn mehr Menschen aktiv vorsorgen würden.

Sport treiben und Übergewicht vermeiden. Körperlich aktive Menschen erkranken seltener an Darmkrebs, das belegen mittlerweile einige Studien. Schon 30 bis 60 Minuten Sport pro Tag reichen aus, um das Darmkrebsrisiko zu senken. Die Mechanismen hinter diesem Phänomen sind allerdings noch unklar. Aber viel Bewegung trägt auch zur Gewichtsreduktion bei – ein weiterer wichtiger Faktor der Darmkrebs-Vorsorge.

Menschen mit einem BMI zwischen 25 und 30 haben, wenn überhaupt, nur ein leicht erhöhtes Darmkrebsrisiko. Bei Adipositas dagegen steigt das Risiko stark an.

Mehr Ballaststoffe, weniger Wurst. Ballaststoffe, die beispielsweise in Getreideprodukten und Hülsenfrüchten vorkommen, können zum Schutz vor Darmkrebs beitragen. Auch eine obst- und gemüsereiche Ernährung sind zu empfehlen, wenn auch noch nicht klar ist, wie sich einzelne Inhaltsstoffe auf das Darmkrebsrisiko auswirken.

Essen Sie dafür weniger rotes Fleisch und weniger Wurst. Vor einem Jahr stufte die Internationale Krebsforschungsagentur verarbeitetes Fleisch als genauso krebserregend wie Zigaretten, Alkohol oder Asbest ein. In geringen Maßen ist Fleischverzehr allerdings unbedenklich.

Alkohol und Tabak. Eine Flasche Bier pro Tag oder ein Glas Wein können das Darmkrebsrisiko ebenfalls erhöhen. Weil Alkohol auch andere schädliche Wirkungen hat, sollte man ihn nur in Maßen genießen.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, auf Tabak zu verzichten. Neben Darmkrebs kann Nikotinkonsum auch das Risiko für Lungen-, Rachen- und Kehlkopfkrebs erhöhen.

Anzeichen früh erkennen. Darmkrebs verursacht lange keine Beschwerden. Manche sind recht unspezifisch, wie beispielsweise Blut im Stuhl, Schleim aus dem Anus, Bauchkrämpfe oder Blutarmut. Deshalb ist es ratsam, besonders bei familiärer Vorbelastung mögliche Symptome frühzeitig abklären zu lassen und regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.

Test auf Blut im Stuhl. Der Test auf Blut im Stuhl ist eine Möglichkeit der Darmkrebsfrüherkennung, denn Tumore hinterlassen teilweise Blutspuren im Darm, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Bei auffälligen Ergebnissen folgt eine Darmspiegelung, um abzuklären, ob die Blutspuren nicht von Hämorrhoiden oder anderen Auslösern stammen.

Koloskopie, die sicherste Form der Darmkrebsfrüherkennung. Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung gewährleisten nicht nur eine frühzeitige Diagnose, sondern auch eine vorbeugende Behandlung. Denn bei der Darmspiegelung werden verdächtige Polypen gleich entfernt, so dass sich daraus kein Tumor mehr entwickeln kann. Bei der sogenannten kleinen Darmspiegelung verringert sich die Sterblichkeit um ein Drittel, das heißt statt 8 von 1000 sterben nur 6 von 1000 Menschen an Darmkrebs.

Die meisten Ärzte führen die große Darmspiegelung durch, die sogenannte Koloskopie, um den ganzen Darm absuchen zu können. Ab dem 55. Lebensjahr kommt die Krankenkasse für diese Vorsorge-Untersuchung auf. Die Koloskopie kann zwar keine hundertprozentige Sicherheit garantieren, gilt aber als zuverlässigste Form der Darmkrebsfrüherkennung.

Fazit. Es gibt viele verschiedene Risikofaktoren für Darmkrebs, die sich gegenseitig beeinflussen. Deshalb ist schwer zu sagen, welchen Stellenwert einzelne Maßnamen in der Darmkrebsvorsorge einnehmen. Weitere Studien sind notwendig, um dieser Frage nachzugehen. Da ein gesunder Lebensstil das Darmkrebsrisiko aber positiv beeinflusst und darüber hinaus viele weitere nützliche Auswirkungen hat, ist eine Umstellung auf jeden Fall sinnvoll.

Quelle: http://www.viszera.de/

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About Author

Dr. med. Richard Merkle

• Seit über 25 Jahren in der Chirurgie tätig • Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurg • Ärztlicher Leiter des Viszera Chirurgiezentrums München • Schwerpunkte: Hernienchirurgie, Chirurgie des Magen-Darm-Trakts, konservative und operative Übergewichtsbehandlung, chirurgische Endoskopie Dr. Merkle war leitender Oberarzt einer Münchner Klinik, bevor er die Leitung des Viszera Chirurgiezentrums übernahm. Er beherrscht alle gängigen Techniken der Leistenbruch-OPs und führt auch schwierige Eingriffe wie Dickdarm-Teilentfernungen und Übergewichtsoperationen durch. Alle klinischen Schwerpunkte stehen gleichzeitig im Fokus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.

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