Sicherheit von Paracetamol: wie sicher dieser Klassiker der Schmerzmittel ist

Der Klassiker der Schmerzmittel Paracetamol ist sicher, wie unlängst eine kritische Literaturanalyse zur Sicherheit nachweisen konnte.

Die Anwendung des Schmerzmittels Paracetamol ist rund um den Globus sehr weit verbreitet und gilt als sicher und gut verträglich. Dementsprechend oft kommt das rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke häufig zum Einsatz. In den letzten Jahren wurde sein Gebrauch allerdings immer wieder aufgrund von möglichen Nebenwirkungen infrage gestellt. Es bestand das Vorurteil, dass das Paracetamol für Schwangere bedenklich und nicht sicher sein. Außerdem gab es Bedenken bezüglich der Anwendung für Personen mit kardiovaskulären Problemen und Lebererkrankungen. Ebenfalls in Zweifel gezogen hat man die schmerzstillende Potenz von Paracetamol und seine Verwendung in Kombination mit Codein.

 

Entwarnung: Paracetamol ist sicher und verträglich und Mittel der ersten Wahl

Nach einer kritischen Durchleuchtung der vorhandenen wissenschaftlichen Berichte über die Vorteile und Risiken von oral eingenommenen Paracetamol konnten Experten jedoch unlängst Entwarnung geben. „Wenn es darum geht, schwache bis mäßige Schmerzen bei Erwachsen zu lindern, zählt Paracetamol aufgrund seiner Sicherheit und Verträglichkeit nach wie vor zu den Mitteln erster Wahl. In dem rezenten Review haben die Forschenden die vorliegende Evidenz zu Nutzen und Risiken des Schmerzmittels alleine sowie auch in Kombination mit Codein mit der Wirksamkeit und dem Sicherheitsprofil von nicht-steroidalen entzündungshemmenden Schmerzmedikamenten (NSAR) verglichen. Mit positiven Ergebnissen.

 

Gabe von Paracetamol auch bei Risikogruppen

Die vorliegenden Untersuchungen sprechen für den Gebrauch von Paracetamol. Das gilt auch für immer wieder als Risikogruppen angeführten Personen wie Schwangere, Alkohol-Abhängige, ältere Personen und Patienten mit gastrointestinalen und kardiovaskulären Beeinträchtigungen. NSAR können bei diesen Patientengruppen problematisch sein, da es bei ihrem Gebrauch zu unerwünschten gastro-intestinalen und kardiovaskulären Nebenwirkungen kommen kann.

Unter bestimmten Vorzeichen erhält Paracetamol auch grünes Licht, wenn die Leber beeinträchtigt ist. Jedenfalls konnte man die Kontroversen und weit verbreiteten Missverständnisse über den komplexen hepatitischen Metabolismus und die mögliche Hepatotoxizität von Paracetamol durch jüngste Analysen korrigieren. Wenn man die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen und Dosierungen berücksichtigt, bleibt Paracetamol auch das Mittel die Nummer eins bei Nichtopioid-Analgetika für Patienten mit Lebererkrankungen wie Leberzirrhose.


Literatur:

Kress HG, Untersteiner G. Clinical update on benefit versus risks of oral paracetamol alone or with codeine: still a good option? Curr Med Res Opin. 2017 Feb;33(2):289-304. doi: 10.1080/03007995.2016.1254606. Epub 2016 Nov 15. PMID: 27842443.

Vellucci R, Terenzi R, Kanis JA, Kress HG, Mediati RD, Reginster JY, Rizzoli R, Brandi ML. Understanding osteoporotic pain and its pharmacological treatment. Osteoporos Int. 2018 Jul;29(7):1477-1491. doi: 10.1007/s00198-018-4476-y. Epub 2018 Apr 4. PMID: 29619540.

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