Frühgeborenen-Screening: Sehkraft telemedizinisch untersuchen

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Kinderaugen sollten telemedizinisch untersucht werden, um die Sehkraft von Frühgeborenen zu bewahren. Denn schließlich sie haben ein höheres Augenerkrankungsrisiko.

Viele tausende Kinder kommen in unseren Breiten jährlich mit weniger als 1500 Gramm Geburtsgewicht zur Welt. Sie werden noch vor der 32. Schwangerschaftswoche. Je früher sie zur Welt kommen, umso größer ist ihr Risiko, eine schwere Augenerkrankung zu entwickeln. Deswegen empfehlen Fachärzte regelmäßige augenärztliche Kontrollen bei Frühgeborenen, um die Sehkraft zu erhalten und Sehschäden sowie Erblindung zu verhindern. In ländlichen Regionen ohne spezialisierte Behandlungszentren könnten zukünftig telemedizinische Angebote die Versorgungsituation verbessern.

 

Sehkraft von Frühgeborenen ist gefährdet

Die Fortschritte in der Neugeborenen-Intensivmedizin haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Überleben von kleineren und unreiferen Frühgeborenen ermöglicht. Damit gehen oft Entwicklungsstörungen an verschiedenen Organen einher. Insbesondere an den Augen können Schäden auftreten.

Die Frühgeborenen-Netzhauterkrankung Retinopathia praematurorum zählt in unseren Breiten zu den häufigsten Ursachen einer schweren Sehbehinderung im Kindesalter. Dabei wuchern feine Blutgefäße aus dem Augenhintergrund in die unreife Netzhaut ein. Das feine Netzhautgewebe löst sich ab und vernarbt. Je jünger das Frühgeborene bei der Geburt und je niedriger sein Geburtsgewicht, desto höher das Risiko, dass das Kind eine Frühgeborenen-Retinopathie entwickeln wird.

 

Operative Medikamenteneingabe

Im Frühgeborenen-Alter ist es daher äußerst wichtig, dass rechtzeitig ein Augenarzt hinzugezogen wird, um durch Früherkennung und sofortige Therapie das Fortschreiten der Netzhauterkrankung zu verhindern. Mit einer Laserbehandlung oder einer operativen Medikamenteneingabe in die Augen lässt sich in den meisten Fällen die Sehkraft erhalten. Die operative Medikamenteneingabe ist dabei eine recht neue Methode. Um festzustellen zu können, welche Kinder behandelt werden müssen, ist jedoch zunächst eine Screening-Untersuchung der Augen notwendig, die an spezialisierten Zentren stattfinden sollte.

 

Einsatz der Telemedizin

Der Transport von der Neugeborenenstation zum Zentrum ist für das Kind jedoch belastend und riskant. Telemedizin ermöglicht es den Ärzten, die Diagnose auch aus der Ferne zu stellen: Dafür macht die Frühgeborenen-Station des örtlichen Krankenhauses Fotos vom Augenhintergrund des Kindes und übermittelt diese digital an ein spezialisiertes Zentrum. Dort beurteilen Experten rasch und kompetent, ob eine Therapie erforderlich ist. Nur wenn eine Behandlung nötig ist, müssen die Eltern mit dem Kind das Zentrum aufsuchen.

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) http://www.dog.org

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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