Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung

Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung soll die Sterblichkeit um 20 Prozent senken können. © kalewa / shutterstock.com

Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung soll die Sterblichkeit um 20 Prozent senken können. © kalewa / shutterstock.com

Das Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung kann bei starken Rauchern mit einem Alter von über 55 Jahren die Lungenkrebs-Sterblichkeit um 20 Prozent senken.

Unter dem Strich ist die Vorbeugung durch Kontrolle des Tabakkonsums am wirksamsten gegen Lungenkrebs. Wenn das allerdings nicht gelingt, so sollten Raucher die Lungenkrebs-Früherkennung erwägen. Seit einigen Jahren gibt es Experten-Empfehlungen zum Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung. Diese zeigen, dass sich bei starken Rauchern mit einem Alter von über 55 Jahren durch ein Niedrig-Dosis-Spiral-CT die Lungenkrebs-Sterblichkeit um 20 Prozent senken lässt.

 

Großer Aufholbedarf bei der Lungenkrebs-Früherkennung

In der EU werden täglich über 1.000 Lungenkarzinome diagnostiziert. Die geschieht dann meistens in einem sehr späten Stadium, da Lungenkrebs oft erst sehr spät Symptome zeigt. Deshalb werden nur rund 20 Prozent der Karzinome in einem frühen und gut heilbaren Stadium entdeckt.

Ein Sreening zur Lungenkrebs-Früherkennung könnte die Situation verbessern, doch es gibt in Europa noch keine systematischen Screening-Programme. Einzelne kleine europäische Screening-Studien konnten den positiven Effekt der zitierten US-Studie nicht bestätigen. Dies könnte an der geringen Zahl der untersuchten Patienten liegen. Dabei tragen Studien zur Lungenkrebs-Früherkennung grundsätzlich dazu bei, dass man Erfahrungen über die optimale Abklärung von gefundenen Rundherden sammeln und besser verstehen kann. Sie helfen auch zu erkennen, welche Betroffene am stärksten von einem Screening profitieren könnten.

 

Effizientes Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung bei Risikogruppen

Im Grunde genommen wäre nicht sinnvoll, möglichst große Bevölkerungsgruppen einem Lungenkrebs-Screening zu unterziehen. Zwar würde auch dieses opportunistische Screening ohne Beschränkung auf Risikogruppen die Sterblichkeit verringern. Allerdings bestünde abgesehen von den hohen Kosten auch die große Gefahr, dass das Risiko durch die Strahlenbelastung sowie die vermutlich hohe Zahl an falsch-positiven Befunde den Nutzen bei weitem überwiegen würde. Deswegen sollte man nur Personen mit hohem Lungenkrebsrisiko untersuchen.

 

Raucher über 55 Jahren

Nach derzeitigem Wissensstand sollten man nur Raucher über 55 Jahre mit mindestens 30 Packungsjahren sowie ehemalige Raucher, die innerhalb der letzten 15 Jahre aufgehört haben, einem Screening unterziehen. Dann ist eine engmaschige Kontrolle über mindestens drei Jahre in jährlichen Intervallen sinnvoll.

Dabei sollte eine standardisierte Abklärung der gefundenen Rundherde sowie eine sorgfältige Betreuung der untersuchten Personen durch Mediziner erfolgen. Die behandelnden Ärzte sollte über ausreichende Erfahrung in der Abklärung solcher Befunde verfügen. Weiters sollten sie auch in der Lage sein, Betroffene über die Möglichkeit von falsch-positiven Screening-Ergebnissen, Folgeuntersuchungen sowie möglicherweise notwendige invasive Eingriffe zu informieren. Natürlich sollte ein derartiges Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung auch mit einem Rauchstopp verbunden sein.

Im Grunde genommen scheinen CT-Screenings zur Lungenkrebs-Früherkennung zur Senkung der hohen Lungenkrebssterblichkeit sinnvoll zu sein. Deswegen sollte man dies den Risikogruppen auch weitreichend anbieten.


Literatur:

National Lung Screening Tiral (NLST) Research Team, Aberle et al. Reduced lung-cancer mortality with low-dose computed tomographic screening. N Engl J Med 2011; 365


Quelle:

Statement » Screening zur Lungenkrebs-Früherkennung kann Sterblichkeit um 20 Prozent senken « von PD Dr. Helmut Prosch, Universitätsklinik für Radiodiagnostik, MedUni Wien/AKH Wien. Lungenkrebs-Weltkongress WCLC 2016.

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