Medizinische Bedingungen der Astronauten in der Schwerelosigkeit

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Die medizinischen Bedingungen in der Schwerelosigkeit verlangen nach sorgfältiger Auswahl, langjähriger Vorbereitung und fortwährender medizinischer Betreuung der Astronauten.

Astronauten kreisen 16-mal am Tag um den Erdball. Dabei geschieht dies meistens in einem Zeitraum für Wochen und Monate. Hans Schlegel berichtet von seinen Erfahrungen ausgehend von persönlichen Erfahrungen aus einer 30-jährigen Astronauten-Laufbahn. Dabei erlebte der Deutsche ESA-Astronaut selbst zwei eigene Shuttle-Flügen und unterstützte Jahre lang andere ESA- und NASA-Astronauten auf der ISS – der International Space Station. Dazu zeigen Bilder sehr anschaulich die besonderen Bedingungen des Lebens und Arbeitens in der Schwerelosigkeit.

 

Reisemedizinische Aspekte in der Schwerelosigkeit

Im Grunde genommen verlangen die medizinischen Bedingungen in der Schwerelosigkeit nach einer sorgfältigen Auswahl, einer langjähriger Vorbereitung sowie einer fortwährenden medizinischen Betreuung der Astronauten. Die reisemedizinische Aspekte sind nicht nur während des halbjährigen Raumfluges an sich, sondern auch während des Trainings in Kasachstan, Russland, Japan, Kanada, den USA sowie in Europa fortwährend zu beachten und in die operationelle Planung mit einzubeziehen.

Auch wird es nach den expliziten Beschreibungen der medizinischen Effekte in der Schwerelosigkeit sofort klar, dass die Rückkehr in die „normalen“ Bedingungen der Schwerkraft genauso ein reisemedizinisches Problem darstellt wie der Eintritt in die Schwerelosigkeit. Denn diese rapiden, aufregenden Übergänge, diese Anpassung an drastisch andere physische und psychologische Lebensumstände brauchen eine adqäuate Vorbereitung, damit die Astronauten damit möglichst problemlos fertig werden.

Auch die „vollständige“ Rehabilitation des Astronauten nach seinem Raumflug dauert insgesamt genauso lange wie sein eigentlicher Raumflug. Die Erforschung der Auswirkungen der lang anhaltenden Schwerelosigkeit (über Monate hinweg) auf die Physiologie des Menschen steht immer noch am Anfang. Weiters konnte die Wissenschaft auch Auswirkungen anderer frei wählbarer Parameter der Umweltbedingungen im abgeschlossenen, künstlich stabilisierten Lebensraum nicht ausreichend untersuchen.

 

Medizinische Diagnose und Behandlung via Telemedizin

Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass die medizinische Diagnose und Behandlung nur via Telemedizin gewährleistet ist. Dementsprechend kann manm auch die Erreichbarkeit qualifizierter Spezialisten und deren Hilfe, je nach Missionsart, nur zeitverzögert gewährleisten.

Diese Tatsache macht sichere Flüge zum Mars und selbst schon zum Mond zu einer besonderen Herausforderung. Selbst wenn man von der deutlich hohen, unkontrollierbaren Strahlenbelastung absieht.

» Insight Lecture: Leben und Arbeiten im Weltraum «.
Ein ausführlichere Vortrag lässt den Betrachter einen Platz am Fenster der ISS einnehmen. Weiters zeigt er die fantastischen visuellen Eindrücke der Astronauten aus dem LEO (Low Earth Orbit).
Hans Schlegel, Deutscher ESA-Astronaut, Johnson Space Center, Houston.


Quelle: CRM Centrum für Reisemedizin

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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