Schmerz-Assessment bei älteren Menschen

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Die neue Leitlinie Schmerz-Assessment gibt etwa 50 Hinweise, wie für das Schmerz-Screening, differenziertes Schmerz-Assessment und für die Verlaufskontrolle.

Etwa sechs von zehn Bewohnern einer Altenpflegeeinrichtung leiden unter Schmerzen, obwohl ältere Menschen oft ihren Schmerz nicht artikulieren, weil sie glauben, dass das zum Alter dazugehört. Damit Pflegekräfte und Ärzte Schmerzen bei Heimbewohnern besser erkennen, einschätzen und schließlich auch behandeln können, hat eine interdisziplinäre Expertengruppe eine S3-Leitlinie zum Thema Schmerz-Assessment bei älteren  in der vollstationären Altenhilfe entwickelt. (Download: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/145-001m_S3_Schmerzassessment-bei-aelteren-Menschen_in-der-vollstationaeren_Altenhilfe_2018-02_01.pdf )

Die Schmerz-Assessment-Leitlinie ist eine wissenschaftlich fundierte Empfehlung für Mitarbeiter in Altenheimen, die Pflegekräften und Ärzten ungefähr 50 Hinweise gibt. Dazu gehören ein einfaches Screening auf Schmerzen, ein differenziertes Schmerz-Assessment sowie Empfehlungen zur Verlaufskontrolle.

Die Schmerzen von älteren Menschen einschätzen zu müssen, bedeutet für viele Pflegekräfte und Ärzte große Herausforderungen. Denn häufig ist es kompliziert, etwas über den Schmerz eines Bewohners zu erfahren, zum Beispiel wenn er kognitive Einschränkungen hat und Fragen nicht mehr verlässlich beantworten kann. Deshalb wurden die vorhandenen Instrumente zur Schmerzerfassung auch in Abhängigkeit der kognitiven Fähigkeiten bewertet.

Bei nicht mehr Auskunftsfähigen kann die Fremdbeobachtungsskala Hinweise auf Schmerzen geben. Dafür ist das sogenannte BESD-Instrument als Checkliste zur Beurteilung von Schmerzen bei Demenz gut geeignet und einfach zu handhaben. BESD wird auch schon vielfach in der Praxis eingesetzt.

 

Wie Mitarbeiter von Altenhilfe-Einrichtungen die Empfehlungen der Schmerz-Assessment-Leitlinie in ihren Arbeitsalltag integrieren können

Oft nehmen Pflegekräfte wichtige Hinweise für Schmerzen schon bei ihrer täglichen Arbeit wahr. Der einzige zusätzliche Schritt wäre meist nur die Dokumentation, zum Beispiel in der Patientendokumentation, damit diese Information auch für Ärzte und andere zur Verfügung steht. Für Pflegeheime ist eine Schmerzerfassung sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Um betroffenen Personen substanziell helfen zu können, muss ihr Leiden erkannt und gelindert werden. Wenn Menschen weniger Schmerzen empfinden, sind sie zufriedener und brauchen weniger Unterstützung. Das kann Pflegekräfte motivieren, die Empfehlungen der Schmerz-Assessment-Leitlinie auch umzusetzen.

 

Erfahrungsbasiertes Schmerz-Assessment

Da es nur wenige Studien gibt, um evidenzbasierte Empfehlungen zu geben, basieren die meisten auf Erfahrungen der Leitlinien-Experten. Das sind etwa 15 Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten. Insgesamt haben ungefähr 40 Fachgesellschaften und Organisationen mitgewirkt – ein breites interdisziplinäres Spektrum.

Quelle: Interview zur Neuen Leitlinie Schmerz-Assessment mit von Privatdozent Dr. Matthias Schuler (Foto), Mitglied des gemeinsamen Arbeitskreises „Schmerz und Alter“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Schmerzgesellschaft sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Diakonissenkrankenhaus Mannheim

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MEDMIX Online-Redaktion

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