Schmauen bedeutet mehr als nur Schmecken und Kauen

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Die Esstechnik Schmauen ist eine neue Wortschöpfung aus Schmecken und Kauen, die dabei helfen soll, dass man fit und schlank bleibt.

Jedenfalls gilt Schmauen als neue Wortschöpfung aus Schmecken und Kauen. Jürgen Schilling entwickelte eine neue Esstechnik, die sowohl gesund sein soll als auch überflüssige Pfunde schmelzen lässt. Im Mittelpunkt steht jedoch die Lust am Essen, die Gaumenfreude, die auf Dauer fit und gesund macht.

Bereits im Jahr 2000 führten Forscher an der Universität Erlangen-Nürnberg jedenfalls wissenschaftliche Studien durch, die die positive Wirkung des Schmauens untermauern. Der wissenschaftliche Leiter Dr. Siefgried Lehrl: „Alle 100 Probanden hatten abgenommen und bekundeten ein größeres körperliches und geistiges Wohlbefinden.“

Auch 2006 hat der Immunologe und Stoffwechselforscher Dr. med. habil. Wilfried P. Bieger in einer Schmauen- Insulin-Studie nachgewiesen, durch genussvolles Schmauen erreicht man selbst nach einer kohlehydratreichen Mahlzeit keinen oder nur einen minimalen Blutzuckeranstieg, die übliche hohe Insulinausschüttung bleibt aus.

Der positive Wechsel zwischen Schmauen und niedrigem Insulin führt zu einer Harmonisierung und Verjüngung sowohl des weiblichen als auch des männlichen Hormonhaushalts. Die Glückshormone Serotonin und Dopamin werden deutlich höher ausgeschüttet.

 

Schmauen bedeutet mehr als nur Schmecken und Kauen

Menschen, die schmauen, machen aus einem Bissen fünf bis sieben Anteile, die er nacheinander kauend über den Gaumen gleiten lässt. Aus diesen Häppchen saugt er, vom Geschmackssinn gelenkt, alle Nährstoffe heraus. Auf diese Weise hat man an einem Bissen siebenmal mehr Freude und Genuss, als wenn man ihn auf herkömmliche Weise unausgeschmeckt hinunterschluckt. Ein geübter Schmauer kann jedoch schneller mit dem Essen fertig sein, als so mancher Schnellesser, der sein Mahl noch dazu hinunterschlingt.

Durch das Ausschmecken der Häppchen wird mehr Speichel produziert, das Essen wird schon im Mund verflüssigt. Je mehr gesunde Nahrungsbestandteile während dieser Mundverdauung aufgeschlossen werden, desto mehr können letztendlich vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden.

Durch das Ausschmecken jedes kleinen Bissens werden die Geschmacksnerven wieder trainiert. Dadurch schafft das Schmauen ein ganzes Netzwerk aus starken Nervenverbindungen, sodass sich ein neues, gesünderes und zugleich genussvolles Essverhalten dauerhaft herausbildet. Essen bereitet dann wieder mehr Freude, dieses Lustprinzip steht im Mittelpunkt dieser Esstechnik. Durch das intensive Ausschmecken können wir die für die Fehlernährung und das Übergewicht verantwortlichen Zusatzstoffe, die in den meisten Nahrungsprodukten erhalten sind, sofort erkennen.

Durch diese Esstechnik hat man nun die Chance, das billige und minderwertige Imitat geschmacklich zu erkennen und durch die zurückgewonnene Sensibilität unseres ureigenen Geschmackssinns die körpereigenen Signale von Hunger und Sättigung wieder in Einklang zu bringen. Der Griff zu unbehandelten Lebensmitteln ist dann die logische Konsequenz.

 

Gewohntes Essverhalten ändern ist schwierig

Da heißt es üben, üben, üben… und genießen. Ein Trick von Jürgen Schilling: Die Hände sollten während des Kauens unbedingt frei sein. Messer und Gabel sollte man nach jedem Bissen hinlegen, sich entspannen und sich auf die Bewegungen im Mund und auf das Schlucken konzentrieren.
Fazit: Der selbstzerstörerische COUNT-DOWN des weltweiten Tempowahnsinns wird zum genussvollen KAU-DOWN einer begehrten und beglückenden Erfahrung.

Die Schmeuen-Vorteile auf eine Blick

  • Dopamin und Serotonin werden deutlich höher freigesetzt
  • Bessere Verdauung und Stoffumwandlung
  • Stärkung der Immunkräfte
  • Schneller Sättigungsreflex
  • Verfeinerter Geschmacks-  und Geruchssinn
  • Senkung des Blutzuckerspiegels
  • Reduzierung der Insulinausschüttung
  • Niedrigere Blutfettwerte
  • Abbau des Fettdepots
  • Schutz vor Karies
  • Mehr Energie durch neue Körperkraft und Ausdauer
  • Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht, Adipositas, Magengeschwüre, Darmkrankheiten, Sodbrennen sowie viele Stoffwechselkrankheiten bessern sich und können eingedämmt werden

Quellen:

Jürgen Schilling: Schmauen – Heilung durch die neu erweckte Lust des Gaumens, Zeitschrift für Komplementärmedizin 2013; 05(06): 49-54
. DOI: 10.1055/s-0033-1360739

Jürgen Schilling, Kau dich gesund! Haug Verlag (2005)

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