schlechtes Gedächtnis im Alter primär durch Altersbedingte Krankheiten

So um die 60 machen sich mehr als die Hälfte der Erwachsenen Sorgen um ihr Gedächtnis. © ImageCatalog shutterstock.com

So um die 60 machen sich mehr als die Hälfte der Erwachsenen Sorgen um ihr Gedächtnis. © ImageCatalog shutterstock.com

Ein schlechtes Gedächtnis muss auch im Alter nicht unbedingt auftreten, primär verantwortlich sind dafür Altersbedingte Krankheiten.

Im Grunde genommen gibt zunehmende Evidenz dafür, dass altersbedingte Krankheiten – und nicht das Alter selbst – die Hauptursache für ein schlechtes Gedächtnis im Alter ist. Auch wenn das Alter zu den Hauptrisikofaktoren für kognitive Beeinträchtigungen gehört, wollen Forscher zukünftig komplexere und differenziertere Zusammenhänge aufzeigen. Und zwar zwischen der kognitiven und der allgemeinen Gesundheit sowie der individuellen Herangehensweise an das Alter.

 

Ein schlechteres Gedächtnis ist nicht nur Teil des Alterns

Die aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass manche körperliche Veränderungen eine schlechteres Gedächtnis machen beziehungsweise zu Demenz führen. Und zwar lange vor den Symptomen, die mit dem Altern in Verbindung stehen. Wobei das die Frage aufwirft, ob es wirklich das Alter ist, das den kognitiven Verfall verursacht. Oder sind es letztendlich eher die Krankheiten, die man mit dem Alter in Verbindung bringt. Zum großen Teil deswegen, weil diese im höheren Alter häufiger auftreten. Hierzu sind weitere Erfahrungen zu sammeln.

 

Demenz und Delir

Es besteht eine kritische Beziehung zwischen den großen geriatrischen Hauptproblemen Demenz und Delir. Wobei Delir der medizinische Begriff für plötzliche, schnell einsetzende Verwirrung oder einen veränderten Geisteszustand ist. Davon sind jährlich übrigens Millionen älterer Erwachsener betroffen. Untersuchungen haben ergeben, dass Delir und Demenz Risikofaktoren sind, die sich gegenseitig einschließen. Wobei eine Demenz auch das Risiko für ein Delir vergrößert, und umgekehrt. Daher bietet die Delir-Prävention auch die Möglichkeit, einen zukünftigen kognitiven Verfall zu verhindern oder zumindest das Risiko zu verringern.

 

Das Gehirn ist keine Insel

Es besteht eine komplexe Beziehung zwischen Kognition und dem Rest des Körpers. Kognitive Beeinträchtigungen können als Indikatoren oder Einflussfaktoren bei anderen Krankheiten und Zuständen dienen. Beispielsweise ist eine kognitive Beeinträchtigung bei älteren Menschen mit Herzinsuffizienz möglicherweise der „stärkste unabhängige Prädiktor“ für Rückfall und Mortalität in Krankenhäusern.

Die Alterung der Bevölkerung und die zunehmende Belastung durch Demenz bilden einen kritischen Forschungsschwerpunkt. Das Verständnis und die Behandlung der kognitiven Gesundheit und ihrer Beziehung zur Gesundheit anderer Organsysteme erfordern jedenfalls eine interdisziplänere Zusammenarbeit.


Quelle: American Geriatrics Society

Die mobile Version verlassen