Schlaganfallrisiko bei Kindern

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Schlaganfälle bei Kindern sind sehr selten. Aber Fieber, Erkältungen und andere Infektionen können das kindliche Schlaganfallrisiko kurzzeitig erhöhen.

Schlaganfälle bei Kindern sind eher eine Seltenheit. Doch laut einer unlängst im Fachjournal Neurology veröffentlichten Studie, könnten Fieber, Erkältungen oder andere kleinere Infektionen das Schlaganfallrisiko bei Kindern kurzzeitig erhöhen. Die Forscher betonen aber auch, dass die Routine-Impfungen in der Lage sind, demgegenüber einen gewissen Schutz zu verleihen, betonte Studienleiterin Dr. Heather J. Fullerton von der University of California San Francisco (UCSF).

Kurzfristig erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Kindern

Im Zuge einer im Jahr 2014 veröffentlichten Studie, berichtete die Wissenschafterin Dr. Fullerton und ihr Team über ein kurzfristig erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Kindern, wenn diese eine Erkältung bzw. eine kleinere Infektion aufwiesen.

Insgesamt umfasste die Studie 709 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre. Von diesen hatten 355 bereits einen arteriellen ischämischen Schlaganfall (AIS), der Rest war frei von Schlaganfall. Interessant war, dass 18 Prozent der Kinder mit arteriellem ischämischen Schlaganfall eine Woche vor dem Ereignis eine Infektion hatte. Im Vergleich dazu litten lediglich drei Prozent der Kinder ohne Schlaganfall eine Woche vor der Befragung an einer Infektion. Besonders häufig waren die oberen Atemwege betroffen, beispielsweise in Form einer Erkältung oder Grippe.

Das durch eine Infektion bedingt erhöhte Schlaganfallrisiko ist aber nur von kurzer Dauer. Interessant war an den Ergebnissen, dass die Anzahl verabreichter Routine-Impfungen das Schlaganfallrisiko bei den Kindern eindeutig beeinflusste. So erlitten Kinder, die nur wenige oder einige Routineimpfungen erhalten hatten, siebenmal häufiger einen Schlaganfall als jene Kinder, die den Großteil oder alle Impfungen bekommen hatten.

In diesem Zusammenhang plädieren die Wissenschafter für die Einhaltung der Impfpflicht, das kurzfristige, infektionsbedingte erhöhte Schlaganfallrisiko bei Kindern möglichst zu vermeiden. Wenngleich weitere Untersuchungen die in der Studie beobachteten Zusammenhänge notwendig sind, besteht allgemein für Eltern kein Grund zur Sorge, da das Gesamt-Schlaganfallrisiko für Kindern grundsätzlich äußert gering ist.

Quelle:

H. J. Fullerton, N. K. Hills, M. S. V. Elkind, M. M. Dowling, M. Wintermark, C. A. Glaser, M. Tan, M. J. Rivkin, L. Titomanlio, A. J. Barkovich, G. A. deVeber. Infection, vaccination, and childhood arterial ischemic stroke: Results of the VIPS study. Neurology, 2015; DOI: 10.1212/WNL.0000000000002065

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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