Schlaganfallprophylaxe mit Apixaban

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...
Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Der nicht-Vitamin K-abhängige orale Faktor-Xa-Hemmer Apixaban verhindert Schlaganfälle effektiver als Warfarin und Acetylsalicylsäure (ASS).

Apixaban – Handelsname Eliquis® ­– verhindert Schlaganfälle effektiver als der Vitamin-K-Antagonist (VKA) Warfarin und auch als Acetylsalicylsäure (ASS).(1, 2)  Zudem senkt Apixaban signifikant das Risiko für schwere Blutungen und die Sterblichkeit im Vergleich zu VKA. Schwere Blutungen waren unter ­Apixaban vergleichbar mit Blutungen unter ASS.

Übersicht und Apixaban zur Schlaganfall­prophylaxe

Apixaban zur Schlaganfall­prophylaxe bei nicht-­valvulärem VHF l Direkter, selektiver, reversibler ­Faktor-Xa-Hemmer l Signifikante Reduktion von Schlaganfällen oder systemischen Embolien gegenüber ­Warfarin bzw. ASS l Signifikant geringeres Risiko für schwere Blutungen als unter ­Warfarin l Signifikant geringere Gesamt­mortalität als unter Warfarin l Vergleichbares Risiko für schwere Blutungen wie unter ASS

Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Embolien. Mit Apixaban – steht ein direkt wirksames orales Antikoagulans zur Verfügung, das Patienten besser vor diesen Risiken schützt als ein Vitamin-K-Antagonist (VKA). Aufgrund der vorhersagbaren Pharmakokinetik und Pharmakodynamik sind beim Einsatz von Apixaban routinemäßige Laborkontrollen für die Mehrheit der anitkoagulierten Patienten überflüssig.

Apixaban hemmt die Blutgerinnung durch direkte, hochselektive, reversible Hemmung des Gerinnungsfaktors Xa. Das Antikoagulans ist bei Erwachsenen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (und einem oder mehreren Risikofaktoren für Schlaganfälle) zur Prophylaxe von systemischen Embolien und Schlaganfällen zugelassen. Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind beispielsweise Alter ≥ 75 Jahre, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, symptomatische Herzinsuffizienz (NYHA Klasse ≥ II) oder ein ­früherer Schlaganfall.

Nicht geeignet ist Apixaban unter anderem für Patienten mit akuten, klinisch relevanten Blutungen, mit signifikanten Risiko­faktoren für schwere Blutungen sowie für Patienten, die gleichzeitig andere ­Antikoagulanzien einnehmen, wie beispielsweise Heparine oder Vitamin-K-Antagonisten. ­

 

Anwendung von Apixaban zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern

Apixaban kann unabhängig von den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Die empfohlene Dosis bei nicht-valvulärem Vorhof­flimmern beträgt 2 x täglich eine Tablette Apixaban 5 mg. Die Einnahme sollte, wenn möglich, immer zur selben Tageszeit erfolgen (z.B. eine Tablette morgens und eine Tablette abends). Eine reduzierte Dosierung von 2 x täglich 2,5 mg wird bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15 – 29 ml/min) und bei solchen Patienten eingesetzt, die mindestens zwei der folgenden Kriterien ­erfüllen: Serumkreatinin ≥1,5 mg/dl, Alter ≥80 Jahre, Körpergewicht ≤60 kg.

 

Studiendaten von Apixaban

Eliquis zeigte sich in der Reduktion von Schlaganfällen und systemischen Embolien* gegenüber dem VKA Warfarin ­statistisch signifikant überlegen ­(ARISTOTLE-Studie) Im Vergleich zum VKA Warfarin verringerte Apixaban in dieser Studie signifikant das Risiko

  • für Schlaganfall oder systemische ­Embolie um 21%**,
  • ür schwere Blutungen um 31%**,
  • hinsichtlich Gesamtmortalität um 11%** und
  • für intrakraniellen Blutungen um 58%).

Im Vergleich zu ASS zeigte Eliquis ebenfalls eine signifikante Überlegenheit bei der Verhinderung von Schlaganfällen*. Bei Patienten, für die eine VKA-Therapie nicht in Frage kam (etwa aufgrund der Unmöglichkeit regelmäßiger INR-Kontrollen oder der Weigerung, Warfarin einzunehmen), wurde Eliquis in der AVERROES Studie1 mit ASS verglichen. Die Studie wurde aufgrund des klaren Vorteils von Eliquis vorzeitig abge­brochen.

Im Vergleich zu ASS verringerte Eliquis l signifikant das Risiko für Schlaganfall und systemische Embolie um 55%, l bei statistisch vergleichbarem Risiko für schwere Blutungen (Intention-to-treat Analyse).

Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem VHF mit Eliquis

Nur die regelmäßige und dauerhafte Einnahme von Eliquis gewährleistet einen zuverlässigen Schutz gegen Schlaganfall und Embolie. Therapie­unterbrechungen (z.B. vor einer Operation) müssen mit dem behandeln­den Arzt abgesprochen werden. Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte der Patient Apixaban sofort einnehmen und danach mit der zweimal täglichen Einnahme wie zuvor fortfahren. Regelmäßige Laborkontrollen sind nicht erforderlich; INR-Werte haben keine Aussagekraft im Hinblick auf die Wirkung von Apixaban.

*kombinierter Endpunkt aus ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen und systemischen Embolien

**relative Risikoreduktion

LITERATUR

1. Granger CB et al., N Engl J Med 2011; 365:981-92

2. Connolly SJ et al., N Engl J Med 2011; 364:806-17

3. ELIQUIS® (Apixaban): Fachinformation in der aktuellen Fassung;

Latest News

Wirkung von Eleutherococcus (Taigawurzel, Sibirischer Ginseng)

Eleutherococcus senticosus – auch als Sibirischer Ginseng oder  Taigawurzel bekannt – bringt mit seiner pflanzlichen Wirkung unser Immunsystem in Schwung. Unter den europäischen Arzneipflanzen, die als...

Topische Aktinische Keratosen Behandlung, um Hautkrebs zu verhindern

Ohne Behandlung können sich Aktinische Keratosen zu einem Plattenepithelkarzinom – invasiven – Hautkrebs –entwickeln. Allerdings gibt es einige wirksame Therapien. Aktinische Keratosen stellen eine frühe Form von...

Zumindest schon vor 14.000 Jahren: Geschichte der Zahnmedizin älter als gedacht

Die Untersuchung eines etwa vor 14.000 Jahren behandelten kariösen Backenzahn mit einem Loch im Zahn schreibt die Geschichte der Zahnmedizin neu. Der älteste Nachweis für einen zahnmedizinischen...

Zytomegalie durch das Cytomegalievirus

Die Zytomegalie – eine Infektion mit dem Cytomegalievirus – kann in der Schwangerschaft schwere Missbildungen vor allem bei den frühgeborenen Kindern verursachen. Herpesviren haben sich im Laufe...

Löwenzahn – eine Heilpflanze mit Potenzial gegen Krebs

Der Frühlingsbote Löwenzahn bereichert die Küche und dient seit Jahrtausenden als wertvolle Heilpflanze gegen diverse Erkrankungen wie auch jüngst gegen Krebs. Der Löwenzahn als Heilpflanze ist...

More Articles Like This