Können Schlafstörungen Demenz-Erkrankungen vorhersagen?

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen lassen vermuten, dass Schlafstörungen Demenz-Erkrankungen anzeigen könnten.

Ausreichender und natürlicher Schlaf ist eine Voraussetzung für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Jetzt mehren sich die Hinweise, dass Schlaf eine wichtige Rolle bei Demenz spielen soll. So wurde unlängst in einer Studie untersucht, ob eine lange Schlafdauer von über 9 Stunden, eine mittlere von 6 bis 9 Stunden oder eine kurze Schlafdauer unter 6 Stunden mit der Entwicklung einer Demenz zusammenhängt. Insbesondere wollten die Wissenschaftler wissen, ob die Schlafdauer eine Demenz beeinflusst und daher ein Anzeichen für eine bevorstehende Erkrankung ist. Dabei fanden sie heraus, dass eine Verlängerung der Schlafdauer ein Anzeichen für die Entwicklung einer Demenz sein kann, wobei die Änderung der Schlafdauer schon länger als ein Jahrzehnt vor Ausbruch der Gedächtnisstörungen auftreten kann. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass nicht nur die Schlafdauer sondern auch Schlafstörungen Demenz-Erkrankungen andeuten.

Fokus Amyloid-Plaques: ob als Frühsymptom Schlafstörungen Demenz-Erkrankungen anzeigen

Nachts wird der Flüssigkeitsaustausch im Gehirn verstärkt, um schädliche Stoffwechselprodukte zu entsorgen – wie Proteinablagerungen, sogenannte Amyloid-Plaques, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Demenz spielen. Aber nur im Tiefschlaf arbeitet dieses Reinigungssystem auf Hochtouren, bei gestörtem Schlaf funktioniert der Amyloid-Abbau nicht. Könnten also als Frühsymptom Schlafstörungen Demenz-Erkrankungen anzeigen? Bedeuten Schlafstörungen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko?

Demenzpatienten zeigen schon in leichten und mittleren Krankheitsstadien spezifische Veränderungen des Schlafes. Diese treten bereits sehr früh im Krankheitsverlauf auf, noch bevor eine Demenz erkennbar ist, und gehen mit der Ablagerung von Amyloid im Gehirn schon vor dem Krankheitsausbruch ein. Diese können ein Biomarker für eine sich später entwickelnde Demenz sein.

In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass die Amyloid-Konzentration im Gehirn mit dem Tag-Nacht-Rhythmus schwankt.  Bei Schlafentzug oder längerem Schlafmangel zeigten sich verstärkte Amyloid-Ablagerungen, die bei natürlichem, erholsamem Schlaf wieder abgebaut werden. Auch Unterbrechungen des Schlafes gingen mit einem 1,5 fach erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Demenz einher.

Diese Ergebnise weisen eindeutig auf die wichtige Bedeutung des Schlafs für die Entstehung und fortschreitende Entwicklung einer Demenz hin. Auch angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung einer Demenz muss deswegen die Schlafmedizin dringend in die Versorgung von Demenzpatienten eingebunden werden.

Quelle: www.dgsm-kongress.de

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