Schlafprobleme in dreimonatiger Tagebuchstudie untersucht

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Wer am Wochenende über unerledigte Arbeitsaufgaben grübelt, läuft Gefahr, Schlafprobleme zu haben. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Tagebuchstudie.

Wer mit einer positiven Einstellung kreativ und problemlösend über noch ausstehende Aufgaben nachdenkt, kann davon profitieren. Hingegen treten bei Berufstätigen, die am Wochenende über unerledigte Arbeitsaufgaben sorgenvoll grübeln, Schlafprobleme auf.

 

Arbeitsstress und Schlafprobleme

Häufig wird – statt Zeit für Erholung vom anstrengenden Arbeitswoche zu suchen – sorgenvolles Grübeln mit ins Wochenende genommen, Schlafprobleme können die Folge sein. „Uns hat interessiert, ob das Grübeln über unerledigte Aufgaben ein Bindeglied zwischen Arbeitsstress und Schlafprobleme sein könnte“, sagt Conny Antoni, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Trier und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. „Wir unterscheiden zwischen zwei Arten des Grübelns über unerledigte Aufgaben: sorgenvolles Grübeln ist ein Zustand, in dem negative, wiederkehrende Gedanken über die Arbeit auftreten, ohne dass nach Lösungen gesucht wird. Problemlösendes Grübeln hingegen beschreibt das kreative, von der Arbeit losgelöste Nachdenken über Probleme. Mit unserer aktuellen Studie zeigen wir, dass beide Arten die Beziehung zwischen Arbeitsstress und Schlafproblemen unterschiedlich beeinflussen.“

 

Online Tagebuchstudie drei Monate lang

59 Beschäftigte aus unterschiedlichen Branchen und gleichzeitigem Psychologie-Fernstudium – mit einem Frauenanteil von 76% Frauen – nahmen an der Tagebuchstudie teil. 12 Wochen lang wurden die Teilnehmer per Online-Fragebögen immer am Freitagnachmittag zu ihrem Arbeitsstress befragt – gemessen an erlebtem Zeitdruck und unerledigten Aufgaben am Ende der Woche.

Weiters waren am Montag direkt vor Arbeitsbeginn Fragen zur Schlafqualität, zu sorgenvollem Grübeln einerseits („An diesem Wochenende war ich angespannt, wenn ich über arbeitsbezogene Themen nachgedacht habe“) und zu optimistischen, Problem lösendem Nachdenken andererseits („An diesem Wochenende habe ich in meiner Freizeit Lösungen für arbeitsbezogene Probleme gefunden“) zu beantworten.

 

Schlafprobleme durch sorgenvolles Grübeln

Die Analysen zeigen, das Menschen mit deiner größeren Anzahl unerledigte Aufgaben mehr Schlafprobleme haben. Auch sorgenvolles Grübeln und Schlafprobleme hängen zusammen: Beschäftigte, die am Wochenenden sorgenvoll grübelten, hatten in der Tagebuchstudie mehr Schlafstörungen. Umgekehrt zeigte sich problemlösendes Nachdenken als Lösungsansatz gegen Schlafprobleme, wobei dieser Effekt allerdings nur schwach ausgeprägt war: Beschäftigte, die problemlösend über unerledigte Aufgaben nachdachten, berichteten weniger von Schlafstörungen.

Unerledigte Aufgaben regen sowohl sorgenvolles als auch problemlösendes Grübeln an. Eine Vermittlerrolle zwischen unerledigten Aufgaben und Schlafqualität zeigt sich aber nur für sorgenvolles Grübeln. „Unerledigtes führt so zu schlaflosen Nächten – denn gedanklich lässt es uns auch in der Freizeit nicht los“, folgert Christine Syrek, Psychologin und Hauptautorin der Studie.

Problemlösendes Grübeln erweist sich als besonders hilfreich für die Schlafqualität von Beschäftigten, die viel sorgevoll grübeln. „Problemlösendes Grübeln wirkt hier als eine Art Puffer. Die negative Wirkung des sorgenvollen Grübelns kann dadurch etwas aufgefangen werden“, erklärt Christine Syrek.

 

Schlafprobleme durch Zeitdruck, unerledigte Aufgaben und beeinträchtigte Schlafqualität

Der Zeitdruck am Ende einer Arbeitswoche hängt nicht direkt mit der Schlafqualität am Wochenende zusammen. Betrachtet man hingegen das Ausmaß an Zeitdruck über die drei Monate hinweg, zeigen sich allerdings Zusammenhänge zwischen Menge an Zeitdruck und Schlafprobleme. Auch das Gesamtausmaß an unerledigten Aufgaben über den beobachteten Zeitraum von drei Monaten beeinflusste den Wochenendschlaf. Beschäftigte, die über drei Monate hinweg am häufigsten über unerledigte Aufgaben berichteten, hatten mehr Schlafprobleme und schliefen an den Wochenenden schlechter – unabhängig von den unerledigten Aufgaben der jeweiligen Woche.

 

Diese Ergebnisse der Psychologen von der Universität Trier und der Fernuniversität Hagen in einer dreimonatigen Tagebuchstudie mit 59 Arbeitnehmern. Die Ergebnisse wurden jetzt im „Journal of Occupational Health Psychology“ veröffentlicht.

Die Originalpublikation finden Sie hier:

Syrek, C. J., Weigelt, O., Peifer, C., & Antoni, C. (2016). Zeigarnik’s sleepless nights: How unfinished tasks at the end of the week impair employee sleep on the weekend through rumination. Journal of Occpuational Health Psychology, 2016 Apr 21.

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