Schilddrüsenkrebs stark im Ansteigen

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Schilddrüsenkrebs bei jüngeren Frauen ist stark im Ansteigen – die aussichtsreichste Behandlung ist die Kombination aus Operation plus Radiojodtherapie.

Bösartiger Schilddrüsenkrebs kommt neuen Studien zufolge in Industrieländern immer häufig vor, vor allem bei Frauen. Neben Tumoren der Brust wird sich das Schilddrüsenkarzinom demnach in den nächsten fünf Jahren zu den am schnellsten wachsenden Krebserkrankungen bei jüngeren Frauen entwickeln. Die Erkrankung macht sich zu Beginn meist mit einem Knoten im Bereich der Schilddrüse bemerkbar. Die beste Heilungsrate verspricht die Kombination aus Operation plus Radiojodtherapie. Sie verschafft jüngeren Frauen eine normale Lebenserwartung, wie Langzeitbeobachtungen belegen.

In den USA werden bei Frauen bis zum Jahr 2020 die größten Zuwachsraten bei Lungen-, Brust-, Gebärmutter- und Schilddrüsenkrebs erwartet. Diese Prognose entspricht dem Trend, der sich auch in unseren Breiten seit einigen Jahren abzeichnet.

Welche Ursachen die Zunahme hat, ist nicht vollständig geklärt. Zwar gab es einen regionalen und zeitlich begrenzten Anstieg der Erkrankungsraten im Umkreis der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, dies erklärt aber nicht den weltweiten Anstieg.

Vermutlich sind die verbesserten Möglichkeiten zur Diagnostik der Grund dafür.  Beispielsweise können heute mittels Ultraschall tumorverdächtige Knoten frühzeitig erkannt werden.

Gute Heilungschancen durch Operation plus Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs

Die Kombination aus Operation plus Radiojodtherapie hat sehr gute Heilungschancen bei Schilddrüsenkrebs eröffnet. Bei diesem Behandlungskonzept wird zunächst die Schilddrüse chirurgisch entfernt, wobei ein kleiner Rest von Schilddrüsengewebe trotz Operation fast imme bestehen bleibt. Eine nachfolgende Bestrahlung mit radioaktivem Iod beseitigt dann die übrigen Restzellen.

Dafür nehmen die Patienten radioaktives Iod 131 ein, meist in Form einer Kapsel. Weil die Schilddrüse als einziges Organ des menschlichen Körpers die Fähigkeit hat, Iod in ihren Zellen hochkonzentriert anzureichern, lagern sich die radioaktiven Substanzen ausschließlich in diesem Gewebe ab und zerstören es. Andere Organe wie Speicheldrüsen, Schweißdrüsen, Magenschleimhaut, Nieren oder Blase sind lediglich an der Ausscheidung der radioaktiven Partikel beteiligt und erhalten eine nur geringfügige Strahlendosis.

Normalen Lebenserwartung

Durch die beschriebene Behandlung können Patienten mit einer normalen Lebenserwartung rechnen, der Krebs kehrt nur bei weniger als fünf Prozent zurück. Damit erreichen die Patienten eine Lebenserwartung, die mit der gesunder Menschen vergleichbar ist Die Erkrankung macht sich typischerweise mit einer Knotenbildung im Bereich der Schilddrüse bemerkbar.

Die Radiojodtherapie wird seit den 1940er Jahren angewendet, gilt als nebenwirkungsarm und auch in der langjährigen Verlaufsbeobachtung als sicher. In Deutschland existierten im Jahr 2014 etwa 120 Therapieeinrichtungen, in denen etwa 50.000 Behandlungen jährlich durchgeführt wurden.

Quellen:

Weir HK, Thompson TD, Soman A, Møller B, Leadbetter S.; Cancer. 2015 Jun 1;121(11):1827-37. doi: 10.1002/cncr.29258. Epub 2015 Feb 3. PMID: 25649671
Verburg FA, Stokkel MPM, Düren C, Verkooijen RBT, Mäder U, van Isselt JW, Marlowe RJ, Smit JW, Reiners C, Luster M. No survival difference after successful 131I ablation between patients with initially low-risk and high-risk differentiated thyroid cancer. Eur J Nucl Med Mol Imag 2010; 37:276-283. DOI 10.1007/s00259-009-1315-6

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