Die Kombination von Intelligenz und Übung bringen im Schach den Erfolg

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Beim Schach sind Intelligenz und Übung gleich bedeutend für die Leistung bzw. Spielstärke. Eine sehr wichtige Rolle spielt jedoch auch das Erkennen von wiederkehrenden Mustern.

Was ist wichtiger für den Erfolg beim Schach: Intelligenz oder Übung? ForscherInnen der Universität Graz, der ETH Zürich, der Northumbria University sowie der Oxford University wollten diese kontroversen Fragen beantworten. Dazu untersuchten die Wissenschaftler die Bedeutung von Intelligenz und Übung im Schach.

Schließlich beobachteten die Forscher einen ähnlich großer Einfluss von Intelligenz oder Übung. Wobei beim Begriff Übung offensichtlich auch Turnierspiele gemeint sind. „Schachprofis wissen, wie wichtig es für die Spielstärke ist, dass man permanent in Wettkampfsituationen gefordert wird. Andererseits gibt es viele Beispiele für Schachspieler, die unglaublich viel arbeiten – sprich analysieren, Eröffnungen büffeln … etc. – und dennoch bleibt eine ansprechende Leistung aus. Man müsste hier die Daten genauer kennen. Sehr wichtig ist aber sicherlich eine spezielle Begabung. Wichtig wäre auch zu wissen, welche Spielstärke die 90 »TurnierschachspielerInnen« hatten beziehungsweise welche Art von Schachkarrieren.“ So kommentiert MEDMIX-Herausgeber Alexander Fauland (einst Schachprofi und mehrfacher Schachstaatsmeister) die Ergebnisse. Im Grunde genommen treffen die Ergebnisse der Studie vor allem auf Amateurschachspieler zu.

 

 Hängen die beide Faktoren Intelligenz oder Übung beim Schach zusammen?

Unter dem Strich sahen die Wissenschaftler, dass beim Schach sowohl Intelligenz als auch Übung gleich wichtig sind und etwa 50% des Erfolgs ausmachen. Und zwar laut ihren Ergebnissen anscheinend das gesamte Leben lang. Außerdem konnten sie belegen, dass intelligentere Personen mehr vom regelmäßigen Training profitieren.

Die Studie der Forschungsgruppe ist die erste, in der die Entwicklung der Spielstärke über die gesamte Lebensspanne untersucht wurde. Insgesamt 90 TurnierschachspielerInnen im Alter zwischen zehn und 77 Jahren nahmen daran teil. Am Anfang stand die Frage, wie Intelligenz und Übung über das Leben gerechnet ineinandergreifen. Also zu Beginn der Schachkarriere, im Bereich der Spitzenleistung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr sowie in der Phase des kognitiven Abbaus im höheren Alter. „Wir haben beobachtet, dass beide Faktoren in allen Phasen eine wichtige Rolle spielen. Je höher die Intelligenz und je mehr Turnierspiele absolviert wurden, desto höher war die Spielstärke. Darüber hinaus zeigte sich eine Wechselwirkung dahingehend, dass intelligentere SpielerInnen mehr vom gleichen Ausmaß an Übung profitieren als weniger intelligente“, erklärt Roland Grabner vom Institut für Psychologie der Universität Graz.

 

Besonders wichtig beim Schach ist die Fähigkeit zur Erkennung von Mustern

Wer hier schneller auf abgespeicherte Figurenkonstellationen, Zugmöglichkeiten und Partieverläufe zurückgreifen kann, ist klar im Vorteil. Schach ist gleichzeitig aber ein so komplexes Spiel, dass niemals alle Möglichkeiten im Gedächtnis abgespeichert werden können. Im Spiel selbst hilft daher vor allem eine höhere zahlengebundene Intelligenz: „Beim Durchrechnen verschiedener Zugmöglichkeiten scheinen die numerisch intelligenteren SpielerInnen ihre Stärke ausspielen zu können. Allgemeines visuell-räumliches Denken spielt hier kaum eine Rolle“, schildert Grabner. Auch im Alter, wenn die Intelligenz abnimmt, bleibt der Vorteil einer höheren numerischen Intelligenz bestehen. Die Übung selbst kann sie allerdings nicht ersetzen.

Literatur:

Nemanja Vaci, Peter Edelsbrunner, Elisbeth Stern, Aljoscha Neubauer, Merim Bilalic, Roland H. Grabner. The joint influence of intelligence and practice on skill development throughout the life span. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS).


Quelle: Institut für Psychologie der Universität Graz

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