Saponine als Expektorantien bei Husten

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Saponine – Pflanzeninhaltsstoffe, die mit Wasser gelöst wie Seifen einen haltbaren Schaum ergeben – zeigen verschiedene Eigenschaften und Wirkungen.

Saponine – in höheren Pflanzen weit verbreitet und dabei vor allem in nährstoffreichem Gewebe, wie Wurzeln, Knollen, Blättern, Blüten und Samen – wurden in fast einhundert Pflanzenfamilien entdeckt. Saponine bilden beim Schütteln mit Wasser häufig zu einem seifenartigen Schaum. Diese Saponine-Schäume zeigen hämolytische Aktivität, beeinflussen die Membran-Permeabilität, komplexieren Cholesterin und schmecken meist eher bitter.

 

Saponine weit verbreitet

Saponine als Inhaltsstoffe bei Arzneidrogen sind eine wichtige Gruppe der pflanzlichen Expektorantien gegen Hustzen. Wichtige Saponine-Vertreter sind Efeu-Blätter, Primel-, Süßholz-, Seifen-, Senegawurzeln und Sanikelkraut. Man findet die sekundären Pflanzenstoffe aber auch in Gemüsepflanzen wie Sojabohnen, Kichererbsen, Erdnüssen, Mungbohnen, Saubohnen, Linsen, Erbsen, Spinat, Hafer, Auberginen, Spargel, Fenchel, Knoblauch, Zuckerrüben, Tomaten, grüne Paprika, Kartoffeln, Zwiebeln, Cassava und Yams sowie als Bestandteile von Tee – hier Ginseng oder Jiaogulan.

 

Wirkmechanismus und Dosierungen

Saponine spielen eine wichtige Rolle bei den therapeutisch wirksamen Bestandteilen von Heilpflanzen. Dementsprechend beträchtlich ist die Strukturvielfalt, wobei auch eine Vielzahl unterschiedlicher biologisch-pharmazeutischer Eigenschaften beobachtet werden können. Es werden unter anderem stärkende, entzündungshemmende, harntreibende, schleimtreibende/schleimlösende und hormonstimulierende Eigenschaften beobachtet. Außerdem unterstützen sie die Aufnahme anderer Inhaltsstoffe aus dem Darm und binden andererseits Cholesterin. Man vermutet auch eine präventive Wirkung gegen Darmkrebs durch eine hemmende Wirkung auf die Zellteilung im Darm.

Saponine dürfen jedoch nicht in die Blutbahn gelangen, da viele von ihnen schon in geringer Menge eine hämolytische (blutauflösende) Eigenschaft besitzen, also zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen. Ihre hämolytische Eigenschaft wird als quantitative Standardmethode bei der Blutuntersuchung ausgenutzt. Bei Entzündungen der Darmwand können sie die Durchlässigkeit der Darmwand erhöhen.

Im Zusammenhang mit dem Wirkmechanismus und Dosierungen ist festzuhalten, dass Saponine in höherer Dosis emetisch wirken, in niedriger Dosis expektorierend wirken, da Reizreaktionen im oberen Verdauungstrakt reflektorisch mit der Sekretion eines dünnflüssigen Sekretes in Becherzellen und Bronchialdrüsen beantwortet werden. Außerdem sollen Saponine auch physikalisch die Schleimviskosität durch Herabsetzung der Oberflächenspannung des Schleims mindern.

Vor allem über den Gemeinen Efeu – Hedera helix – und Echtes Süßholz – Glycyrrhiza glabra – sowie einige weitere Arten dieser Gattung existieren zahlreiche Publikationen mit dem Ziel, die komplexen Wirkmechanismen der einzelnen Inhaltsstoffe aufzuklären. So konnte etwa für alpha-Hederin ein beta2-adrenerger Effekt gefunden werden, was zu einer Erhöhung der Zahl der Rezeptoren an der Zelloberfläche mit einer vermehrten Bildung von Surfactant zur Sekretverdünnung führt .

Ein Faktum ist, dass bei Anwendung pflanzlicher Expektorantien eine meist deutliche Linderung der Symptome und damit verbunden auch eine raschere Genesung der Patienten beobachtet werden kann.

Quellen:

Pflanzliche Expektorantien. MEDMIX 8/2008.

https://de.wikipedia.org/

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