Die jungen Jahre des Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie

Samuel Hahnemann musste gegen Zeitgeist, heftige Opposition und Gegnerschaft seitens der bestehenden Eliten ankämpfen.

Um Verwechslungen mit dem Vornamen des Vaters zu vermeiden, ging der hochbegabte, spätere Begründer der Homöopathie als Samuel Hahnemann in die Geschichte ein.

Samuel Hahnemann musste in seinem Schaffen als Begründer der Homöopathie gegen den Zeitgeist, gegen heftige Opposition und Gegnerschaft seitens der bestehenden Eliten einhergehend mit allgemeiner Missgunst und Unverständnis ankämpfen.

Dennoch gelang es ihm, nicht nur diese medizinisch-pharmazeutische Methode zu entdecken sowie in allen wichtigen Grundvoraussetzungen zu entwickeln. Schließlich schaffte er es auch, diese in seinen letzten Lebensjahren weitgehend zu vollenden.

 

Samuel Hahnemann – geboren am 10. April 1755

In der Nacht vom zehnten zum elften April des Jahres 1755 kam Samuel Hahnemann als zweite Sohn der Familie von Christian Gottfried und Johanna Hahnemann zur Welt. Wobei er selbst Zeit seines Lebens auf den zehnten kurz vor Mitternacht bestand.

Als Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde das Baby am 13. April getauft, um Verwechslungen mit dem ersten Vornamen des Vaters aber zu vermeiden, wurde er Samuel gerufen und so sollte das hochbegabte Kind in seinem späteren Leben auch als „Samuel Hahnemann“ in die Geschichte eingehen.

 

Das hochbegabte Kind Samuel Hahnemann

Der Vater von Samuel Hahnemann, Christian Gottfried, war geschickter Handwerker und Künstler – unter anderem Porzellanmaler in der Meissener Manufaktur. Mit seinem gesunden Menschenverstand vermittelte er seinem Sohn „selbst gefundene Begriffe von dem, was gut und dem Menschen würdig genannt werden kann“.

Sein Vater Christian Gottfried soll die großen Fähigkeiten des kleinen Samuel Hahnemann schon sehr früh erkannt haben. So soll er seinem Sohn laufend Denkaufgaben gegeben haben, die Samuel vollständig zu lösen hatte, um sein Zimmer wieder verlassen zu dürfen.

Diese Aufgaben, dieses Training, schärfte den Verstand des jungen Samuel Hahnemann und führte sehr früh zur Formung seines Charakters. Sein Vater half mit seiner Erziehung somit dem Buben jene innere Konsequenz zu entwickeln, die es ihm im späteren Leben ermöglichte, seinen eingeschlagenen Weg trotz reichlich Gegenwind bis zur letzten Konsequenz zu beschreiten.

Dabei war Samuel Hahnemann körperlich ein sehr zarter, eher schwacher Bub, der eher das künstlerische Talent seiner väterlichen Vorfahren geerbt hatte. Von klein auf war aber er lernbegierig, fleißig und wurde von Vater und Mutter sehr gefördert.

In seinem gut-bürgerlichen Elternhaus herrschten hohe moralische Ansprüche, die Fleiß, Bescheidenheit, Nüchternheit, Ordnung und Frömmigkeit abverlangten. Samuel Hahnemann wurde protestantisch getauft und erzogen und behielt auch seine Gottgläubigkeit bis zu seinem Tode bei.

Sehr früh entdeckte Samuel Hahnemann die Naturschönheiten seiner sächsischen Heimat und begann schon als Kind, botanische Untersuchungen zu machen.

 

Samuel Hahnemann und Deismus

Nach – wie in dieser Zeit im Bürgertum üblichen – höchsten moralischen Ansprüche wurde in seinem Elternhaus gelebt: Fleiß, Bescheidenheit, Nüchternheit, Ordnung und Frömmigkeit wurden den Menschen abverlangt.

Der protestantisch getauft und erzogene Samuel Hahnemann behielt auch wie erwähnt seine Gottgläubigkeit bis zu seinem Tode bei. Doch wie viele Protestanten tendierte er im späteren Lebensabschnitt zum Deismus. So taten das auch zahlreiche seiner Zeitgenossen, wie z.B. John Locke, Isaac Newton, Voltaire und Rousseau oder Thomas Jefferson in Nordamerika.

Ihnen – und vielen anderen »Denkern« dieser Epoche – war gemein, dass sie ihre Gottgläubigkeit, den Glauben an einen Gott, aus Verstandesgründen im Gegensatz zum Gottesverständnis der Offenbarungsreligionen mit heiligen Schriften definierten (wobei es allerdings sehr unterschiedliche Vorstellungen gab).

Grundsätzlich wird im Deismus das Göttliche einerseits mit dem Ursprung des Universums in Verbindung gebracht, andererseits wird aber ein weiteres Eingreifen des Gottes bezweifelt. Im weiteren Sinne wird der Deismus – entstanden Mitte des 17. Jahrhunderts in England – als freidenkerische Glaubensströmung im Zeitalter der Aufklärung angesehen.

 

Kriegszeiten, der Tod des Bruders und wirtschaftliche Probleme zwangen Samuel Hahnemann schon als Kind zu arbeiten

Der zwischen 1756 und 1763 tobende Siebenjährige Krieg zwischen Preußen und Österreich brachte viel Not und Elend. In dieser Zeit wurde die Meißener Manufaktur geplündert, was zu schweren wirtschaftlichen Problemen in der ganzen Region führte, unter denen auch Samuel Hahnemann und seine Familie zu leiden hatte.

Als sein um ein Jahr älterer Bruder im Alter von sieben Jahren starb, wurde Samuel Hahnemann plötzlich als nun ältester Sohn mit Verantwortungen konfrontiert, die auch beinhalteten, dass er arbeiten gehen musste, um zum Familieneinkommen beizutragen, was zu einer andauernden Unterbrechung seiner schulischen Erziehung führte.

 

Bald wurden seine außergewöhnlichen Begabungen und Fähigkeiten schulisch gefördert

Samuel Hahnemann besuchte bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr die städtische Elementarschule mit Unterbrechungen. Doch seine Lehrer erkannten sehr früh die außergewöhnlichen Begabungen und Fähigkeiten des Jungen. Deswegen ermöglichten sie ihm, ohne Schulgeld kostenlos am Unterricht teilzunehmen. Dadurch konnte er dann auch immer öfter seine Lehrzeiten intensivieren.

Einer seiner Lehrer war Johann Müller, ein bedeutender Philologe seiner Zeit. Müller förderte den hoch begabten Samuel Hahnemann sehr und gab ihm zusätzlichen Privatunterricht. Im Weiteren ermöglichte er dem zwölfjährigen Samuel, seine Mitschüler in die Anfangsgründe des Altgriechischen einzuführen.

Später bekannte Samuel Hahnemann: „Magister Müller liebte mich wie sein eigenes Kind. Ich schulde ihm ein großes Maß an Dankbarkeit, denn in Ehrlichkeit sowie Gewissenhaftigkeit konnten ihm nur wenige gleichkommen“. Diese harten und strengen, doch glücklichen Jahre seiner frühen Kindheit, seine ersten familiären und schulischen Lehrjahre, brachten Samuel Hahnemann starke moralische Werte, die ihm im Laufe seines Lebens noch sehr gute Dienste in den schweren Prüfungen späterer, turbulenter und unsteter Zeiten leisten sollten.

 

Fürstenschule St. Afra

Wegen seines großen Fleißes und seiner ungewöhnlichen Begabungen nahm die Fürstenschule St. AfraSamuel Hahnemann ab seinem fünfzehnten Lebensjahr auf. Der junge Student musste kein Schulgeld zahlten und konnte weiters zahlreiche Privilegien nutzen.

In der Abschiedsveranstaltung zur Feier des Schulabschlusses seines Jahrgangs trug er eine von ihm selbst verfasste lateinische Abhandlung vor. In dieser pries er die Zweckmäßigkeit der menschlichen Hand zu Ehren des Schöpfers an. Als zweiten Teil seiner Abschiedsrede trug er eine französische Ode vor. Damit dankte er Gott sowie dem Kurfürsten, seinen Lehrern, Eltern und auch seinen Mitschülern.

Mit seinen Texten beschrieb er in nahezu prophetischer Weise seinen späteren Lebensweg, welcher – durch die Mühen der Erarbeitung finaler Erkenntnisse in der Medizin mit Ergebnis er Entwicklung der Homöopathie – mit seinem letzten, sehr beglückenden Lebensabschnitt in Paris enden sollte.


Quellen:

MEDMIX. 8/2008. Samuel Hahnemann.

http://www.homeoint.org/morrell/articles/biohahnemann.htm

Die mobile Version verlassen