Salbei – Salvia officinalis: Geschenk der Götter

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Seit jeher soll Salbei – Salvia officinalis – bei diversen Erkrankungen wie Gicht, Entzündungen, Schwindel, Tremor, Lähmung, Diarrhoe und Hyperglykämie helfen.

Unlängst haben Forscher verschiedene pharmakologische Wirkungen von Salbei analysiert, die man häufig der Salvia officinalis, wie man die Heilpflanze lateinisch bezeichnet, zuschreibt. Auf der Grundlage der neuesten Literaturergebnisse zeigte Salbei unter anderem positive Effekte gegen Krebs sowie entzündungshemmende, antioxidative, antimikrobielle, hypoglykämische, hypolipidämische und sogar gedächtnisverstärkende Wirkungen.  Zu den Effekten gegen kognitiven Abbau gibt es zahlreiche Untersuchungen in den letzten Jahren. Im Grunde genommen sind aber weitere Arbeiten notwendig, um die genauen molekularen Mechanismen zu verstehen.

 

Salbei – eine der ältesten Heilpflanzen

Der Salbei gehört zu den ältesten Heilpflanzen und war ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch. Schon allein der Name Salvia weist auf das lateinische Wort salvare = heilen hin. Plinius der Ältere scheint dieser Pflanze ihren Namen gegeben zu haben. Er schrieb die Pflanze sei geeignet „Harn zu treiben, den Blutfluss einzudämmen, die Wehen zu fördern, Husten und Heiserkeit zu lindern sowie Juckreiz zu stillen und Geschwüre zu reinigen.“ Im Mittelalter brachten Mönche die Pflanze nach Deutschland. In unseren Breitengraden gedeiht der Salbei auch hervorragend.

 

Salvia officinalis botanisch gesehen

Der Echte Salbei gehört in die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und wird auch Gartensalbei, Küchensalbei oder Heilsalbei genannt. Er wächst als Halbstrauch und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 Zentimeter. Alle Pflanzenteile besitzen einen aromatischen Geruch. Die Blüten erscheinen von Mai bis Juni und haben die typische Form der Lippenblütengewächse. Der Salbei entwickelt Klausenfrüchte.

 

Salbei in der Heilkunde

In der Volksmedizin wurde Salbei als Fiebermittel, Zahnreinigungsmittel, Gurgelmittel bei Angina und Kehlkopfentzündungen, bei Erkrankungen der Harnorgane, als stopfendes Mittel, als Gallenmittel, bei Kopfschmerzen, Nachtschweiß, Kolliken und anderem angewendet. Traditionell ist nach wie vor die antivirale, entzündungshemmende sowie die adstringierende Wirkung des Echten Salbeis bekannt.

Beispielsweise sind wässrige oder alkoholische Auszüge zum Gurgeln bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums beliebt. Weiters hat Salbeitee auch eine schweißhemmende und verdauungsfördernde Wirkung. Beispielhaft ist auch die Linderung von Magen- und Darmschmerzen nach einer Antibiotika-Therapie.

Auch bei Nieren- und Leberleiden kann Salbeitee gut wirken. Das regelmäßige Kauen der Salbeiblätter und Spülen mit Salbeitee stärkt weiters die Zähne gestärkt desinfiziert das Zahnfleisc. Dadurch kommt es auch zur Verringerung von Zahnfleischbluten und zur Reduktion von Zahnfleischschwund.

Mittels Wasserdampfdestillation aus den Blüten und Blättern des Salbeis wird das ätherische Salbeiöl gewonnen, welches desinfizierend wirkt und deshalb bei pharmazeutischen Zubereitungen zum Einsatz kommt.

Frischgebackene Mütter sollten Salbei übrigens in der Stillzeit nicht verwenden. Denn manche Inhaltsstoffe können eine Hemmung der Sekretion der Milchdrüsen bewirken.

 

Salbei in der Küche

In der Küche setzt man Salbei gerne als Gewürz für Schweine- und Lammfleisch ein. Man kann aber auch Marinaden, Suppen, Gemüse und Fisch mit dem Salbei würzen. In Fett frittierte Salbeiblätter sind übrigens eine delikate Dekoration für viele Speisen.

Die Früchte der mexikanischen Salbeiart (Salvia hispanica) – die sogenannten Chia-Samen – sind derzeit in aller Munde. Denn sie enthalten besonders hohe Anteile an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Vitaminen, Antioxidantien sowie Mineralstoffen.

 

TIPP: Salbeiwein

Man nimmt eine Handvoll Salbeiblätter und übergießt sie mit einer Flache süßem Wein. Zehn Tage soll diese Mischung reifen, danach wird abgefiltert. Gläschenweise getrunken, soll dieser Salbeiwein in Grippezeiten die Immunabwehr stärken und desinfizierend wirken.

Literatur:

Ahmad Ghorbania, Mahdi Esmaeilizadeh. Pharmacological properties of Salvia officinalis and its components. J Tradit Complement Med. 2017 Oct; 7(4): 433–440. doi: 10.1016/j.jtcme.2016.12.014

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Mag. Barbara Novak

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