Säuglingsbotulismus durch Clostridium botulinum

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Dr. Darko Stamenov
Dr. Darko Stamenov
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Für einen Säugling kann der Krankheitserreger Clostridium botulinum mit seinem lähmenden Gift Säuglingsbotulismus und in Folge plötzlichen Kindstod verursachen.

Für einen Säugling kann Clostridium botulinum – ein grampositives, stäbchenförmiges Bakterium aus der endosporenbildenden Familie der Clostridiaceae – der ein lähmendes Gift bildet, sehr gefährlich werden. Bereits kleine Mengen dieser Erreger können Säuglingsbotulismus auslösen und zu einer Lähmung des Säuglingsdarmes führen.

 

Plötzlicher Kindstod

Unter ­Sauerstoff nicht wachstumsfähig vermehren sie sich im Säuglingsdarm explosionsartig. Das Botulinumtoxin, das von den Bakterien gebildete Gift, gelangt in den Blutkreislauf und bewirkt ­eine zunehmende Lähmung aller Muskeln. Neben einer Verstopfung kommt es zu Schlucklähmung, Sehstörungen, Muskelschwäche in Armen und Beinen, Halteschwäche des Kopfes und schließlich zur Atemlähmung. Unbemerkt kann Säuglinsbotulismus zum Tode des Babys unter dem Bild des plötzlichen Kindstod (SIDS) führen.

Lebensmittelvergiftung, bei der Clostridien-Sporen mit der Nahrung in den Darm gelangen, sich dort vermehren und Botulinumtoxin freisetzen, gilt als Hauptursache des Säuglingsbotulismus. Die Sporen stellen widerstandsfähige Ruhestadien des Bakteriums dar, die auch in Gegenwart von Luftsauerstoff lebensfähig bleiben und dann im Darm auskeimen können.

 

Säuglingsbotulismus durch Hausstaub

Finnische und US-Forscher fanden weiland heraus, dass Hausstaub die Ursache von Säuglingsbotulismus sein könnte. So wurde im Darm eines Säuglings, das an plötzlichen Kindstod gestorben war, das Clostridium botulinum nachgewiesen. In der Wohnung der Eltern fanden die Forscher die Sporen des gleichen Bakteriums im Hausstaub. Ein genetischer Vergleich ergab, dass beide Keimisolate identisch waren. Die Analyse zeigte also, dass Clostridium botulinum-Sporen im Hausstaub Säuglingsbotulismus auslösen können. Vermutlich sind wesentlich mehr Fälle von ungeklärtem plötzlichen Kindstod auf eingeatmete Sporen des Clostridium botulinum zurückzuführen. Grundsätzlich wird Säuglingsbotulismus als Ursache für plötzlichen Kindstod unterschätzt, bemängeln Experten.

Säuglingsbotulismus durch Honig

Honig © Almaje / shutterstock.comQuelle: Almaje / shutterstock.com
Quelle: Almaje / shutterstock.com
Honig © Almaje / shutterstock.com

Immer wieder treten vereinzelnd Fälle von Säuglingsbotulismus auf, die sich unter Umständen auf Bakterien oder Sporen aus Honig erklären lassen. Das Risiko einer Infektion ist für den Säugling in den ersten sechs Monaten nach der Geburt besonders hoch. Deswegen sollt auf Honig bis zur Beendigung des ersten Lebensjahrs in der Ernährung des Babys gänzlich verzichtet werden. In einigen Fällen wurde auch vermutet, dass Säuglingsbotulismus durch Ahornsirup verursacht wurde.

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