Saathafer – Arzneipflanze des Jahres 2017

0

Der Saathafer bereichert nicht nur die Ernährung. Er hilft auch gegen Haut- sowie Magen-Darm-Beschwerden und wirkt vorbeugend gegen Arteriosklerose und Typ-2-Diabetes.

Im Grunde genommen denkt man bei Arzneipflanzen selten an Getreidearten. Der Saathafer (Avena-sativa) jedoch liefert mehrere, ganz unterschiedliche Wirkungen als Heilmittel. Das Einsatzspektrum seiner Inhaltsstoffe ist einerseits die Behandlung von Hautbeschwerden sowie von Magen-Darm-Erkrankungen wie die Zöliakie. Andererseits dient der Saathafer auch zur Vorbeugung von Arteriosklerose und Typ-2-Diabetes.

 

Avena-sativa ist überlegen an Nährwert und Geschmack

Der Saat-Hafer ist eine einjährige krautige Pflanze, die zwischen 50 Zentimeter und 1,5 Meter hoch wachsen kann. Dabei entwickelt er eine 15 bis 30 cm lange, allseitswendige Rispe (Blütenstand), die zum Teil wiederum verzweigte Rispen trägt. Diese neigen sich sanft nach unten (daher die Bezeichnung Rispengras). Schließlich finden sich Ährchen mit zwei bis drei Blüten an der Spitze der Rispen.

Wie Weizen, Roggen oder Gerste ist der Saathafer den sogenannten Süßgräsern zugehörig. Im Gegensatz zu den genannten Verwandten bildet er seine Körner jedoch nicht in Ähren, sondern in die erwähnten vielfach verzweigten Rispen aus, was weniger Ertrag zur Folge hat. Saathafer ist daher auch schwerer zu ernten. Weiters müssen bei der Verarbeitung die Körner umschließenden Spelzen durch besondere Mahlgänge entfernt werden.

Die gekürte Arzneipflanze hat aber auch Vorteile: Sie gedeiht auf kargen Böden und in Regionen mit hohen Niederschlägen. Beim Nährwert und nicht zuletzt beim Geschmack ist der Hafer laut Mayer den übrigen Getreidearten überlegen.

 

Saathafer beinhaltet drei Heilmittel

Der Saathafer liefert drei verschiedene Heilmittel. Neben dem Haferstroh gewinnen laut Experten in jüngerer Zeit Kraut und Korn an Bedeutung. Das Haferstroh wird für Bäder verwendet, die bei Hautverletzungen und Juckreiz helfen sollen.

Für die Nutzung des Krautes wird der Hafer vor seiner Blüte geerntet. Das Kraut ist reich an entzündungshemmenden Flavonoiden und immunmodulierenden Saponinen und besitzt einen hohen Anteil an Mineralien wie Kalium, Kalzium oder Magnesium. Extrakte des Haferkrauts werden bei Neurodermitis eingesetzt. In den Industrieländern leiden dem Studienkreis zufolge bis zu 20 Prozent der Kinder und drei Prozent der Erwachsenen an dieser Krankheit.

In den 90er Jahren entwickelte man in Frankreich eine besonders geeignete weiße Hafersorte. Denn diese ist frei von Proteinen sowie auch von Gluten. Dementsprechend sind auch daraus produzierte Hautpflegemittel wie Cremes, Körpermilch sowie Badezusätze für Allergiker besonders gut verträglich.

Die Frucht, das Haferkorn, wird als vollreifes Korn genutzt. Neben einem hohen Gehalt an den Vitaminen B1 und B6 liefert sie auch viele Ballaststoffe. Von besonderem Interesse sind dabei die Beta-Glucane, die etwa die Hälfte des gesamten Ballaststoffgehalts im Hafer ausmachen.

Hafer-Beta-Glucane haben Wirkungen auf den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel, im Vordergrund stehen positive Effekte auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigte schon 2011, dass der Verzehr von Beta-Glucan aus Hafer zur Senkung des Cholesterolspiegels beitragen kann.

Quelle.

Interdisziplinärer Studienkreis – Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres/65-arzneipflanze-des-jahres-2017-echter-hafer-avena-sativa

Share.

About Author

Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.