Französische Paradoxon: positive Effekte von Rotwein auf die Gesundheit

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Ann-Marie Nüsslein
Ann-Marie Nüssleinhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Seit jeher wurde Rotwein auch therapeutisch eingesetzt. Das Französische Paradoxon beschreibt positive Effekte von Rotwein auf Herz und Kreislauf.

In den 1980er Jahren fanden Forscher schließlich eine wissenschaftliche Erklärung für die therapeutischen Wirkungen von Rotwein. Denn das Französische Paradoxon wies auf positive Effekte von Rotwein auf das Herz-Kreislaufsystem hin. Wobei das zahlreiche nachfolgende Untersuchungen belegten. Die meisten Erklärungen haben sich dabei hauptsächlich auf die vorteilhaften Eigenschaften von Antioxidantien konzentriert.



Im Grunde genommen bringt Wein sowohl gesunde als auch schädliche Wirkungen. Wenngleich es einige Bedenken gibt, so herrscht dennoch heute unter den Forschern Einigkeit darüber, dass ein moderater Weinkonsum positive Auswirkungen hat. Und zwar auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose sowie allgemein auf die Sterblichkeit.

Übrigens beschäftigen sich einige aktuelle Studien mit dem Schwerpunkt Rotwein und Käse, um das französische Paradoxon zu erklären.

 

Das Französische Paradoxon positive Effekte von Rotwein für Herz und Gefäße

In den achtziger Jahren konnten in verschiedenen französischen Weinbauregionen trotz hohen Fett- und Nikotinkonsums eine deutlich niedrigere Herz-Kreislauf-Sterblichkeit beobachtet werden. Dieses Französische Paradoxon wurde von Wissenschaftlern auf den relativ hohen Rotweinkonsum der dort ansässigen Bevölkerung zurückgeführt. Seit dem war Wein – allen voran der Rotweinkonsum – Gegenstand unzähliger klinischer Studien.

Eine reduzierte Herz-Kreislauf-Sterblichkeit durch den Rotweinkonsum konnte in fast 100 Studien nachgewiesen werden. Der moderate Alkoholkonsum konnte die Sterblichkeit bei der koronaren Herzerkrankung um etwa 40% senken. Günstige Wirkungen mäßiger Alkoholmengen zeigt sich auch für Patienten mit Herzschwäche, peripherer arterieller Verschlusskrankheit, Bluthochdruck und Diabetes. Zusätzlich beugt moderater Alkoholgenuss dem Schlaganfall vor.

Forscher sprechen solche positiven gesundheitlichen Effekte jede Form von Alkohol zu, jedoch scheint der Konsum von Rotwein eine besondere Rolle zu spielen. Wegen seiner Tannine und Polyphenole schützt der Rotwein verglichen mit anderen alkoholischen Getränken das Herz und die Gefäße viel stärker. Dafür ist vor allem auch der sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol verantwortlich, der vor allem in Rotweinen hoch konzentriert vorkommt.

 

Resveratrol – die Vorteile von Rotweinkonsum

Resveratrol ist ein wichtiger Bestandteil der Traubenschale. Der Wirkstoff hat in der Natur die Aufgabe, die Pflanze vor allem gegen Pilz- und Virusinfektionen zu unterstützen. Zudem soll sie auch vor bakteriellen Infektionen und UV-Strahlung schützen. Die Konzentration von Resveratrol liegt bei Rotwein – aufgrund des speziellen Kelterungsverfahrens 10- bis 20-mal höher als beim Weißwein.

Krebsvorbeugende und ­entzündungshemmende ­Eigenschaften Resveratrol ist eines der wirksamsten, natürlich vorkommenden Antioxidantien und wirkt gegen die freien Radikale. Zusätzlich kommt seiner antiinflammatorischen Wirkung eine besondere Bedeutung zu. Neben den antikanzerogenen Eigenschaften sind auch positive Effekte auf Arteriosklerose, Arthritis und Autoimmunerkrankungen zu beobachten. Die entzündungshemmende Wirkung von Resveratrol hilft auch dem älter werdenden Gehirn. Das dürfte dann auch der Grund dafür sein, dass ältere Menschen, die nur moderat Rotwein konsumieren, ein geringeres Demenzrisiko haben.

 

Kleine Mengen an Alkohol und niedrigeres Herz-Kreislauf-Risiko

Verschiedene Studien-Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass jedweder moderate Konsum von alkoholischen Getränken gut für die Gesundheit zu sein scheint. So könnten Personen, die täglich kleine Mengen an Alkohol konsumieren, ein niedrigeres Herz-Kreislauf-Risiko haben.



Literatur:

Ndlovu T, van Jaarsveld F, Caleb OJ. French and Mediterranean-style diets: Contradictions, misconceptions and scientific facts-A review. Food Res Int. 2019 Feb; 116: 840 & ndash; 858. doi: 10.1016 / j.foodres.2018.09.020. Epub 2018 11. September.

Joanna M. S. Davies. The Oxygen Paradox, the French Paradox, and age-related diseases GeroScience. 2017 Dec; 39(5-6): 499–550. Published online 2017 Dec 21. doi: 10.1007/s11357-017-0002-y

Jean Ferrières. The French paradox: lessons for other countries. Heart. 2004 Jan; 90(1): 107–111.doi: 10.1136/heart.90.1.107

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