Französische Paradoxon: positive Effekte von Rotwein auf die Gesundheit

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Seit jeher wurde Rotwein therapeutisch eingesetzt, das Französische Paradoxon unterstreicht die positive Wirkung von Rotweinkonsum auf Herz und Kreislauf.

In den 1980er Jahren fanden Forscher schließlich eine wissenschaftliche Erklärung für die therapeutischen Wirkungen von Rotwein. Denn das Französische Paradoxon wies auf die positiven Effekte von Rotweinkonsum auf das Herz-Kreislaufsystem hin. Wobei das zahlreiche nachfolgende Untersuchungen belegten. Die meisten Erklärungen haben sich dabei hauptsächlich auf die vorteilhaften Eigenschaften von Antioxidantien konzentriert.

Im Grunde genommen bringt Wein sowohl gesunde als auch schädliche Wirkungen. Wenngleich es einige Bedenken gibt, so herrscht dennoch heute unter den Forschern Einigkeit darüber, dass ein moderater Weinkonsum positive Auswirkungen hat. Und zwar auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose sowie allgemein auf die Sterblichkeit.

Übrigens beschäftigen sich einige aktuelle Studien mit dem Schwerpunkt Rotwein und Käse, um das französische Paradoxon zu erklären.

 

Das Französische Paradoxon und Rotweinkonsum

In den achtziger Jahren konnten in verschiedenen französischen Weinbauregionen trotz hohen Fett- und Nikotinkonsums eine deutlich niedrigere Herz-Kreislauf-Sterblichkeit beobachtet werden. Dieses Französische Paradoxon wurde von Wissenschaftlern auf den relativ hohen Rotweinkonsum der dort ansässigen Bevölkerung zurückgeführt. Seit dem war Wein – allen voran der Rotweinkonsum – Gegenstand unzähliger klinischer Studien.

Eine reduzierte Herz-Kreislauf-Sterblichkeit durch den Rotweinkonsum konnte in fast 100 Studien nachgewiesen werden. Der moderate Alkoholkonsum konnte die Sterblichkeit bei der koronaren Herzerkrankung um etwa 40% senken. Günstige Wirkungen mäßiger Alkoholmengen zeigt sich auch für Patienten mit Herzschwäche, peripherer arterieller Verschlusskrankheit, Bluthochdruck und Diabetes. Zusätzlich beugt moderater Alkoholgenuss dem Schlaganfall vor.

Forscher sprechen solche positiven gesundheitlichen Effekte jede Form von Alkohol zu, jedoch scheint Rotweinkonsum eine besondere Rolle zu spielen. Die – gegenüber anderen Alkoholika – gesteigerte gefäß- und herzprotektive Wirkung von Rotwein liegt in Tanninen und Polyphenolen wie dem Resveratrol –, die vor allem in Rotweinen hoch konzentriert vorkommen.

 

Resveratrol – die Vorteile von Rotweinkonsum

Resveratrol ist ein wichtiger Bestandteil der Traubenschale und hat in der Natur die Aufgabe, die Pflanze vor allem gegen Pilz- und Virusinfektionen sowie bakterielle Infektionen und UV-Strahlung zu schützen. Die Konzentration von Resveratrol liegt bei Rotwein – aufgrund des speziellen Kelterungsverfahrens 10- bis 20-mal höher als beim Weißwein.

Krebsvorbeugende und ­entzündungshemmende ­Eigenschaften Resveratrol ist eines der wirksamsten, natürlich vorkommenden Antioxidantien und wirkt gegen die freien Radikale. Zusätzlich kommt seiner antiinflammatorischen Wirkung eine besondere Bedeutung zu. Neben den antikanzerogenen Eigenschaften sind auch positive Effekte auf Arteriosklerose, Arthritis und Autoimmunerkrankungen zu beobachten. Die entzündungshemmende Wirkung von Resveratrol dürfte auch die Ursache sein, warum ältere Menschen mit moderatem Rotweinkonsum ein geringeres Risiko aufweisen, an Demenz zu erkranken.

 

Kleine Mengen an Alkohol und niedrigeres Herz-Kreislauf-Risiko

Verschiedene Studien-Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass jedweder moderate Konsum von alkoholischen Getränken gut für die Gesundheit zu sein scheint. So könnten Personen, die täglich kleine Mengen an Alkohol konsumieren, ein niedrigeres Herz-Kreislauf-Risiko haben.

Literatur:

Ndlovu T, van Jaarsveld F, Caleb OJ. French and Mediterranean-style diets: Contradictions, misconceptions and scientific facts-A review. Food Res Int. 2019 Feb; 116: 840 & ndash; 858. doi: 10.1016 / j.foodres.2018.09.020. Epub 2018 11. September.

Joanna M. S. Davies. The Oxygen Paradox, the French Paradox, and age-related diseases GeroScience. 2017 Dec; 39(5-6): 499–550. Published online 2017 Dec 21. doi: 10.1007/s11357-017-0002-y

Jean Ferrières. The French paradox: lessons for other countries. Heart. 2004 Jan; 90(1): 107–111.doi: 10.1136/heart.90.1.107

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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