Resveratrol in Rotwein: Polyphenole für Gesundheit und ein langes Leben

Rotwein, Weintrauben © Igor Normann / shutterstock.com

Rotwein, Weintrauben © Igor Normann / shutterstock.com

Wer täglich Wein für die Gesundheit und ein langes Leben trinken will, der sollte den beträchtlichen Gehalt Resveratrol, dem Star der Polyphenole, in Rotwein zu schätzen lernen.

Seit jeher trinken die Menschen Wein für Gesundheit und Wohlbefinden. Schon in der vorchristlichen Zeit kannte man die medizinische Wirkung von Wein. In den letzten Jahrzehnten konnte man die einzelnen wirksame Inhaltsstoffe des Weins ausführlich analysieren. Hier haben sich Polyphenole – vor allem das Resveratrol –  in Wein (in Weißwein und vor allem in Rotwein) hervorgetan.

 

Die Vorteile der Polyphenole in Rotwein

Mittels moderner Methoden identifizierten Forscher verschiedene Substanzen. Dazu zählen eine Reihe von Verbindungen – chemisch auch als Polyphenole bezeichnet. Diese Polyphenole sind in Rotwein reichlich enthalten. Wobei sie wie auch manche Vitamine antioxidativ wirken. Außerdem haben Wissenschaftler vor längerem eine krebsvorbeugende Aktivität nachweisen können.

Der Star der Polyphenole ist Resveratrol, das vor allem in Weintrauben und Weinen in relativ hohen Mengen vorkommt. Resveratrol fungiert in der Pflanze eigentlich als Abwehrstoff. Die Stoffe bilden sich vermehrt bei Pilzbefall oder wenn die Pflanze hohem Umweltstress unterliegt.

 

Warum Resveratrol in Rotwein höchste Konzentrationen erreicht

Resveratrol entwickelt bei der Weintraube vor allem an verletzten oder von Pilzen befallenen Stellen die höchsten Konzentrationen. Deshalb kommt die Substanz vor allem in der Beerenhülle vor.

Zahlreiche Laboratorien untersuchten verschiedene Weine. Dabei zeigte sich, dass vor allem Resveratrol in Rotweinen deutlich höhere Konzentrationen beinhaltet als in vergleichbaren Weissweinen.

Dafür könnte die Technologie der Weinherstellung eine Erklärung bieten. Denn eine Gärung zusammen mit den Beerenhüllen vor dem Abpressen des Mostes, die sogenannte Maischegärung, wird nur bei Rotweinen gemacht. Sie dient dem Aufschluss von roten Farbstoffen aus der Beerenhülle. Bei diesem Prozess kann das Resveratrol ebenfalls freigesetzt werden, da es wie die Farbstoffe in der Beerenhülle der Traube zu finden ist.

Allerdings konnten Forscher auch in einzelnen Weinen aus weissen Trauben höhere Konzentrationen an Resveratrol nachweisen. Das war bei sehr reifen Trauben der Fall, die von einem Pilz namens Botrytis cinerea befallen waren. Denn bei bestimmten weißen Prädikatsweinen ist ein Pilzbefall der Trauben vor der Ernte aus geschmacklichen Gründen erwünscht. Die Pflanze produziert dann verstärkt Resveratrol als Abwehrstoff.

 

Euphorie ist nicht angebracht

Allgemein warnen Experten aber vor zuvor Euphorie bezüglich der Wirkung von Rotwein. Denn bei übermässigem Weinkonsum überwiegen die schädlichen Wirkungen des Alkohols gegenüber den Vorteilen. Andererseits ist bei Trauben, die aufgrund eines Pilzbefalls mehr Resveratrol enthalten, gleichzeitig auch das gesundheitlicher Risiko durch Pilzgifte, sogenannter Mykotoxine, erhöht.

Grundsätzlich beeinflussen sich die Wirkungen der einzelnen Weininhaltsstoffe gegenseitig. Diese synergistischen Effekte bestimmen letztendlich die Stärke der Wirksamkeit von Rotwein.

 

Auch andere Inhaltsstoffe wirken im Wein

Schließlich verdankt Wein nicht nur dem Resveratrol seinen Ruf als Lebenselexier. Nachgewiesen sind auch günstige Effekte auf den Cholesterinstoffwechsel sowie auf die Blutgerinnung. So konnten epidemiologische Studien ein geringeres Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen sowie für Krebs in Italien und Frankreich bei moderatem Weinkonsum zeigen.

Im Grunde genommen können die zahlreichen wirksamen Stoffe im Wein ihre Aktivität nur entfalten, wenn Wein massvoll aber regelmässig konsumiert wird.


Quelle:

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Organische Chemie – http://www.uni-bonn.de

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