Rosskastanien-Extrakt: Veneninsuffizienz natürlich behandeln

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Die Anwendung von Rosskastanien-Extrakt ist beliebt bei Veneninsuffizienz-Beschwerden wie Schweregefühl, Schmerzen sowie Schwellungen und Juckreiz.

Der Rosskastanien-Baum kann eine jahrhundertelange, interessante Geschichte als Arznei- und Nutzpflanze vorweisen. Kinder sammeln Rosskastanien gerne und basteln mit ihnen. Weiters ist die Frucht für viele Tiere im Herbst eine wichtige Nahrungsquelle. Schließlich ist heutzutage Rosskastanien-Extrakt bei Veneninsuffizienz und nächtlichen Krämpfen als alternative pflanzliche Behandlung sehr beliebt.

 

Aesculus hippocastanum

Wirksam sind vor allem die Samen der Weißblütigen oder Gewöhnlichen Rosskastanie, fachlich als Aesculus hippocastanum bekannt. Bei der Anwendung als pflanzliches Arzneimittel steht speziell die wichtigste Wirkstoffgruppe, das Aescin, im Fokus.

Den botanischen Namen Aesculus übernahm Carl von Linné von antiken Schriftstellern wie Horaz und Plinius, wobei diese allerdings eine Eichenart mit essbaren Früchten meinten. Mit der Esskastanie (Castanea sativa) ist die Rosskastanie aber nicht näher verwandt. Im Grunde genommen beschrieben allerdings erst Kräuterbücher Mitte des 16. Jahrhundert die Heilwirkung der Rosskastanie. Seitdem ist sie in der Tierheilkunde und Humanmedizin eine beliebte pflanzliche Alternative zu synthetischen Substanzen.

 

Geschichtliches zur Rosskastanie

Die interessante Geschichte der Rosskastanie geht auf die Verbreitung durch die Osmanen zurück. Ursprünglich in Europa sehr weit verbreitet überlebte der Baum in der letzten Eiszeit in den Mittelgebirgen Griechenlands, Mazedoniens sowie Albaniens. Erst vor rund 450 Jahren kehrte sie dann nach Westeuropa zurück. Der beliebte Baum, der vermutlich 300 Jahre alt werden kann, wächst also erst seit relativ kurzer Zeit wieder in unseren Breiten.

Schuld daran waren die Feldzüge der Osmanen. Denn diese führten Kastaniensamen als Pferdefutter und als Medizin für die Tiere mit. Später wurden Rosskastanien bevorzugt auf Bierkellern gepflanzt, weil ihre flachen Wurzeln in den Kellergewölben nicht störten. Außerdem sorgten sie mit ihren großen Blättern bei der Reifung und Lagerung des Bieres für zusätzliche Feuchtigkeit und Kühlung.

 

Aescin, Gerbstoffe und Aesculin

Die volkstümliche Verwendung mit ihren Inhaltsstoffen wie das Aescin ist nachvollziehbar. Die Rosskastanie-Rinde enthält viele Gerbstoffe, die bei Durchfall sowie hämorrhoidalen Beschwerden wie Nässen und Juckreiz effektiv sind. Außerdem enthält sie besonders viel Aesculin, das isoliert in Sonnenschutzcremes vorkommt. Die Substanz soll zudem auch Beschwerden der chronischen Veneninsuffizienz lindern helfen.

Die Blätter haben ein ähnliches Inhaltsstoffmuster wie die Rinde und wurden früher unter anderem als Hustentee zubereitet. Heute finden sie sich, ebenso wie die Blüten, manchmal in Tees oder Rosskastanien-Extrakt-Präparaten gegen Venenleiden. Die Blüten wurden, teilweise zusammen mit der Rinde, gegen Hämorrhoiden eingesetzt. Manche Menschen benutzten Kastanien auch als Amulette gegen die Gicht, wobei sie die braunen Samen entweder in der Hosentasche trugen oder unter die Bettmatratze legten.

 

Rosskastanien-Extrakt bei Beschwerden einer chronischen Veneninsuffizienz

Der Rosskastanien-Extrakt soll mit seinem Aescin-Gehalt vor allem bei Beschwerden einer chronischen Veneninsuffizienz helfen. Dazu gehören allen voran Schweregefühl und Schmerzen sowie Schwellungen und Juckreiz in den Beinen. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind nächtliche Wadenkrämpfe..

Das Aescin soll die geschädigten Blutgefäßwände abdichten, damit weniger Flüssigkeit aus den Venen ins Gewebe übertritt. Dadurch soll Rosskastanien-Extrakt die Ansammlung von Wasser in den Beinen verringern können.

Im Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Cumarinen und Gerbstoffen wirkt Rosskastanien-Extrakt venenstärkend sowie entzündungshemmend.

Quelle: Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg, Arzneipflanze des Jahres

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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