Risiko für eine Demenzerkrankung verringern

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Ann-Marie Nüsslein
Ann-Marie Nüssleinhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Eine gesunder Lebenstil – ohne Rauchen, mit gesunder Ernährung und körperlicher Fitness – ist die beste Möglichkeit, einer Demenzerkrankung vorzubeugen.

Mit steigendem Alter wirken sich zahlreiche Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen negativ auf die Hirnleistung aus. Wer im mittleren Alter auf seine Herzgesundheit achtet und körperlich fit bleibt, sich gesund ernährt, auf das Rauchen verzichtet sowie Bluthochdruck und hohe Blutfette behandeln lässt, kann so auch die Gefahr für eine Demenzerkrankung reduzieren.

 

Keine Wirkstoffe gegen Demenzerkrankung

Es gibt keine medikamentösen Interventionsmöglichkeiten, um eine Demenzerkrankung zu verhindern. Aber auch in zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass verschiedene Präventionsmöglichkeiten effektiv sein können. So haben beispielsweise Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein mehr als doppelt so hohes Risiko, eine Demenzerkrankung zu bekommen. Wer im Alter weiter raucht, riskiert innerhalb von einem Jahr messbar an Hirnleistung zu verlieren.

Es konnte auch nachgewiesen werden, dass ein nicht behandelter hoher Bluthochdruck sowie hohe Cholesterinwerte im mittleren Lebensalter das Risiko für eine Demenzerkrankung erhöhen. Deswegen sollten beide Erkrankungen unbedingt im mittleren Alter entsprechend behandelt werden, da im höheren Alter die gewünschte Wirkung von Medikamenten oft nicht gegeben ist.

 

Diabettes als Risiko für eine Demenzerkrankung

Menschen mit Altersdiabetes sind besonders gefährdet. Schätzungen zufolge sind bei Personen über 60 Jahre insgesamt sieben bis 13 Prozent der Demenzfälle auf Diabetes zurückzuführen. Auch Depressionen und Angst im mittleren Alter oder eine Vereinsamung wirkten sich langfristig ungünstig auf die Gedächtnisfähigkeiten aus. Zudem entwickelten Menschen, denen es an sozialen Kontakten fehle, eher eine Demenz. Stress ist ebenfalls als möglicher Risikofaktor in der Diskussion, da er die Ausschüttung des körpereigenen Hormons, Cortisol, begünstigt und so langfristig die Entwicklung einer Demenz fördert.

Herz-Kreislauf und Demenzerkrankung

Besonders demenzgefährdet sind Menschen, die bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickelt haben. Dazu gehört das Vorhofflimmern, das über einen Schlaganfall eine Demenz auslösen kann. Aber auch ohne Schlaganfall haben diese Patienten ein erhöhtes Risiko, Hirnleistung einzubüßen. Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen oder mit einer Pumpschwäche des Herzmuskels leiden ebenfalls häufiger unter einer Demenz. Die Patienten vergessen dann häufig, ihre Medikamente vorschriftsmäßig einzunehmen, was das Voranschreiten der Erkrankung weiter begünstigt. Hausärzte sollten deshalb bei allen Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Hirnleistungsstörungen suchen und die aktive Mitarbeit der Patienten sicherstellen, fordert er.

Literatur:

B Ng Justin, Michele Turek and Antoine M Hakim. Heart disease as a risk factor for dementia. . 2013; 5: 135–145. Published online 2013 Apr 26. 

Li J. Diabetes mellitus and dementia – a systematic review and meta-analysis.  2014;18(12):1778-89.

K.-H. Ladwig: Kognitive Dysfunktionen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2016; 141 (17); S. 1217–1221

Kay Deckers: Coronary heart disease and risk for cognitive impairment or dementia: Systematic review and meta-analysis. . 2017; 12(9): e0184244. Published online 2017 Sep 8.

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