Risiken in der Schwangerschaft mit den richtigen Nährstoffen begegnen

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Es gibt teils schwere Risiken in der Schwangerschaft, die jungen werdenden Mütter Kopfzerbrechen machen. Im Blickpunkt stehen dabei die richtigen Nährstoffe.

Natürlich ist es der größte Wunsch fast jeder schwangeren Frau, dass sie ein gesundes Baby bekommt. Und um dafür zu sorgen, dass es der schwangeren Mutter und ihrem Kind gut geht, reicht es oft aus, wenn sie ein wenig das Verhalten ändert. Beispielsweise hilft eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, um diverse Risiken in der Schwangerschaft zu vermeiden.

 

Ausgewogene Ernährung hilft beim vermeiden von manchen Risiken in der Schwangerschaft

Eine ausgewogene Ernährung gilt als ausschlaggebend für die Gesundheit von Mutter und Baby in der Schwangerschaft sind. Dass hierzu frisches Obst und Gemüse sowie hochwertiges Eiweiß geeignet ist, ist hinlänglich bekannt.

Als Unterstützung kann gegebenenfalls auch Vitamine und Mineralstoffe zusätzlich einnehmen. Denn nicht immer sind ausreichend große Mengen an entsprechendem Obst oder Gemüse auch verfügbar abhängig. Das hängt von den persönlichen Vorlieben, vom Umfeld aber auch von der Jahreszeit ab. Gerade mit Beginn der kälteren Zeiten sind gewissen Mängel zu befürchten. Es können aber auch Verträglichkeiten oder notwendige Medikamenteneinnahmen schuld sein. Und zwar selbst bei einer normalen Ernäh­rung kann dann eine Unterversorgung entstehen.

Eine aktuelle Untersuchung zum Einfluss von Wirkstoffen auf die Risiken in der Schwangerschaft zeigten übrigens ein relativ geringes Risiko und einen hohen Nutzen der Medikamente. Und zwar untersuchten Forscher einerseits Antazida, Antibiotika, Antimykotika sowie Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen und Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten sowie Protonenpumpenhemmer. Andererseits auch Antidepressiva sowie Paracetamol, Schmerzemittel wie nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel sowie Beruhigungsmittel beziehungsweise Medikamente bei Angststörungen.

 

Folsäure gegen Fehlbildungen

Wichtig ist darauf zu achten, dass man das Baby bestmöglich vor bestimmten Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen zu schützen. Bekannt ist hier die Folsäure gegen Fehlbildungen wie einem offenen Rücken (»spina bifida«). Diese Fehlbildung führt beispielsweise in Folge dazu, dass unter anderem die Beine gelähmt sind. Oder auch dass das Kinde den Stuhl und denHarn nicht halten kann.

Die Folsäure gehört zum Vitamin-B-Komplex. Der Mikronährstoff gilt als unverzichtbar für die Entwicklung des Embryos. Das Neuralrohr, die spätere Wirbelsäule, schließt sich 22 bis 28 Tage nach der Zeugung. Wenn Folsäure an entscheidenden Stellen fehlt, kommt es zu Spaltbildungen.

Beispielsweise enthalten Orangen, Spinat, Kohl, Fenchel, Salat, Gurken, Tomaten, in Hefe, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Weizenkeimen und Sojabohnen, Bananen, Spargel oder Brokkoli vor. Um die richtige Dosis aufzunehmen, müssten man diese aber möglichst unbearbeitet konsumieren. Deswegen ist die Vorbeugung mit Folsäure­präparaten einfach, günstig und wirksam. Experten empfehlen eine tägliche Einnahme von 0,4 Milligramm Folsäure vier bis sechs Wochen vor der Schwangerschaft sowie drei Monate danach.

 

Schwangerschaft und Diabetes

Allgemein gilt Übergewicht sowie eine übermäßige Gewichtszunahme als Risikofaktoren in der Schwangerschaft. Grundsätzlich ist eine Gewichtsnormalisierung schon vor der Schwangerschaft von Vorteil.

Viele Frauen unterschätzen jedenfalls auch die Risiken, dass man in der Schwangerschaft an Diabetes erkrankt. Der so genannten Gestationsdiabetes stellt zwar für die werdende Mutter meist keine unmittelbare Gefahr dar. Allerdings können dadurch auch Schäden beim ungeborenen Kind entstehen. Deswegen sollte man vorsichtshalber in der 26. bis 28. Schwangerschaftswoche den Blutzucker bestimmen. Im Erkrankungsfall entscheidet der behandelnde Arzt dann als Behandlung entweder die Gabe von Insulin oder einfach eine konsequente Diät.

Ohne Behandlung kann das Baby charakteristische pädiatrische Probleme bekommen. Dazu zählen Geburtskomplikationen wie die Schulterdystokie. Damit bezeichnet man eine oft folgenschwere Verletzung durch das »Steckenbleiben« des zu großen Babys im Geburtskanal. Zudem haben die Kinder oft große Schwierigkeiten mit der Stabilisierung ihres Zuckerhaushaltes. Denn sie haben ja ebenfalls in der Schwangerschaft für die Mutter Insulin hergestellt. Das Neugeborene kann seine Insulinproduktion dann nicht so schnell auf einen normalen Bedarf umstellen. Das kann sogar eine Entgleisung der Elektrolyte und des Flüssigkeits­haushaltes verursachen.

Die übergewichtigen Kinder der Diabetes-Mütter mit einem Geburtsgewicht über 4000 g neigen auch vermehrt zur Gelbsucht in den ersten Tagen ihres Lebens. Deswegen benötigen sie auch eine besonders sorgfältige Überwachung. Übrigens leidet knapp jede zehnte Schwangere an einem Schwangerschaftsdiabetes.

 

Jodmangel

Eine deutschen Studie zeigte, dass fast jede dritte werdende Mutter bereits bei Beginn der Schwangerschaft unter einer vergrößerten Schilddrüse leidet. Und zwar als Folge von Jodmangel. Allerdings nimmt nur jede zweite Frau während der Schwangerschaft und Stillzeit Jodtabletten ein. Und das, obwohl eine Jod-Unterversorgung auch ein großes gesundheitliches Risiko für das betroffene Kind bedeutet. Bei starkem Jodmangel drohen ihm erhebliche geistige und körperliche Entwicklungsstörungen. Später kann dies zu Konzentrations- und Lernschwierigkeiten und sogar zu einem niedrigeren Intelligenzquotienten führen. Deswegen sollten Schwangere und stillende Mütter regelmäßig Fische essen und Milch trinken. Zudem sollte man im Haushalt ausschließlich Jodsalz verwenden. Man kann aber auch zusätzliche täglich 100 bis 200 Mikrogramm Jod einnehmen.

Literatur:

Johannes Stubert, Frank Reister, Steffi Hartmann, Wolfgang Janni. The Risks Associated With Obesity in Pregnancy. Dtsch Arztebl Int. 2018 Apr; 115(16): 276–283. Published online 2018 Apr 20. doi: 10.3238/arztebl.2018.0276

Bianca Mulder, Maarten J. Bijlsma, Catharina CM Schuiling-Veninga, Leonard P. Morssink, Eugene van Puijenbroek, Jan G. Aarnoudse, Eelko Hak, Tjalling W. de Vries. Risks versus benefits of medication use during pregnancy: what do women perceive? Patient Prefer Adherence. 2018; 12: 1–8. Published online 2017 Dec 20. doi: 10.2147/PPA.S146091

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About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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