Ringelblume bei Zahnfleischentzündung – der Gingivitis

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Eine Calendula-Tinktur konnte zeigen, dass die Ringelblume bei Zahnfleischentzündung – der Gingivitis – sowie gegen Plaque wirksam ist.

Schon lange wird die Ringelblume als hervorragende Heilpflanze verehrt und hat sich aufgrund antimikrobieller, wundheilender und entzündungshemmender Wirkungen auch bestens bewährt. Da sie leicht zu kultivieren ist, zählt sie zu den Lieblingen vieler Gärtner. Nun erforschten Wissenschaftler die Wirkung der Ringelblume bei Zahnfleischentzündung: gegen die sogenannte Gingivitis.

 

Was ist Gingivitis?

Gingivitis ist eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnfleischs, wobei tieferliegende Strukturen des Zahnhalteapparates nicht betroffen sind. Die Symptome eine Gingivitis entsprechen der einer Entzündung und manifestieren sich am Zahnfleisch mit einer stärkeren Rötung und Schwellung, aber auch Blutung und Ulzeration (geschwüriger Zerfall). Zusätzlich kann schlechter Atem auftreten. Eine chronische Gingivitis verursacht einerseits keine Schmerzen. Andererseits kann sie aber in eine Parodontitis übergehen oder bei einer bereits bestehenden Parodontitis den Verlauf beschleunigen.

 

Studie bestätigt die Wirkung der Ringelblume bei Zahnfleischentzündung

Nun untersuchten eine Gruppe von Forschern unlängst die Wirkung der Ringelblume bei Zahnfleischentzündung. sowie als Mittel gegen Plaque. An diesem Experiment nahmen 240 Testpersonen teil, die zufällig in Testgruppe  und Kontrollgruppe geteilt wurden. Die Patienten der Testgruppe spülten zweimal täglich mit 2ml Calendula- Tinktur mit 6ml destilliertem Wasser den Mund, die Kontrollgruppe mit destilliertem Wasser. Ab dem dritten Monat kam es zu einer statistisch signifikanten Verbesserung aller untersuchten Parameter.

 

Wissenswertes zur Ringelblume

Die Ringelblume (Calendula officinalis) zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), die einjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 50 cm. Pflückt man die Ringelblume, fühlen sich die Finger klebrig an und der eher strenge würzige Geruch bleibt einem sofort in der Nase. Wichtige Inhaltsstoffe sind Bitterstoffe, Saponine, Flavonoide, Glykoside, Calendulin, ätherisches Öl, etc.

 

Die Ringelblume – der Star  in der Naturheilkunde

2009 wurde die Ringelblume zur Heilpflanze des Jahres ernannt, und die zu recht. Wegen ihrer entzündungshemmenden und keimtötenden Eigenschaften ist sie schon vor hunderten Jahren eingesetzt worden. In der Volksheilkunde gehört die Pflanze in Tees gegen Gallenprobleme, Menstruationsschmerzen, Magenschmerzen, aber auch Darmstörungen.

Calendula regt auch den natürlichen Entgiftungsprozess unseres Körpers an. Wenn man geschwollene Lymphknoten bei einer Mandelentzündung oder Lymphschwellungen nach Krankheiten oder Operatione nhat, da unterstützt die Ringelblume sanft das Lymphsystem. Bekannt ist Calendula vor allem durch die ausgesprochen heilende Wirkung bei äußerlichen Wunden.

Die berühmte Ringelblumensalbe ist seit langem ein Klassiker in der Naturapotheke, die als Wundheilmittel schlechthin gilt. Dabei kann man sie beispielsweise auch als Venensalbe und bei Nagelbettentzündungen verwenden. Außerdem hat sie sich gegen Schwangerschaftsstreifen ebenfalls bestens bewährt.

Einen Ringelblumentee kann man auch als Kompresse bei Hautentzündungen, Verstauchungen und Quetschungen, Abszessen und Geschwüren verwenden. Der Ringelblumentee ist auch ein gutes Gurgel- und Mundwasser bei Entzündungen der Schleimhäute des Rachens oder bei entzündetem Zahnfleisch. Sitzbäder mit Ringelblumenaufguss oder einigen Tropfen Tinktur (alkoholischer Auszug) vertreiben Weißfluss.

 

Ringelblume in der Naturkosmetik

Ein Gesichtswasser aus den Blüten macht die Haut klar und frisch. Der Tee ist aber auch ein gutes letztes Spülwasser nach einer Haarwäsche, besonders bei schuppigem trockenem Haarboden.

Literatur:

Khairnar MS, Pawar B, Marawar PP, Mani A. Evaluation of Calendula officinalis as an anti-plaque and anti-gingivitis agent. J Indian Soc Periodontol. 2013 Nov;17(6):741-7.

S. HIRSCH, F. GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya Verlag

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Mag. Barbara Novak

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