Richtlinien zum Management und zur Therapie von Asthma

Asthma lässt sich heute effektiv behandeln, trotzdem liegt das Asthma-Management durch Ärzte-Unkenntnis und mangelnde Kooperation der Patienten nach wie vor im Argen.

Asthma sowie Richtlinien zum Management und zur Therapie der Erkrankung sind eine weltweite Herausforderung. Unter dem Strich sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Das klinische Spektrum ist eminent variabel. Verschiedene zelluläre Muster wurden in der Bronchialwand gefunden. Die inflammatorischen Veränderungen stehen jedoch weit im Vordergrund der Ätiologie und damit auch der therapeutischen Bemühungen.

 

Therapeutisches ­Asthma-Management

Die Medikamente, die zur Behandlung des Asthma bronchiale eingesetzt werden, werden in Controller (»Beschützer«) und Reliever (»Befreier«) unterteilt. Controller werden langzeitig genommen, um durch ihre antiinflammatorische Wirkung das Asthma unter Kontrolle zu bringen, während Reliever zur Bronchodilatation genutzt werden, um Symptome zu verringern oder sogar zu ­eliminieren. Die Behandlung des Asthma bronchiale ist prinzipiell per ­inhalationem, oral oder i. v. möglich. Der wesentliche Vorteil der inhalativen Therapie ist, dass höhere lokale Konzentrationen im Bronchialsystem bei signifikant geringeren Nebenwirkungen zu erreichen sind.

 

Schwerpunkt auf der Kontrolle des Asthmas

Die klinischen Manifestationen des Asthma bronchiale – Atemnot, Schlafstörungen, Einschränkung der Aktivität und damit Gebrauch der Notfallmedikamente – können bei guter Zusammenarbeit eines geschulten Patienten mit einem wissenden Arzt verhindert werden. Ziel ist, auch bei langjährigen Asthmatikern keine Verschlechterung der Lungenfunktion – ausgenommen bei relevanten Nebenwirkungen der Therapie – zu erreichen. Es gilt, die jeweils minimal effektive Therapie zu finden.

Für den Praktiker ist relevant, ob die Krankheit kontrolliert, teilweise kontrolliert oder unkontrolliert ist. Damit wird auf den schwankenden Charakter und die häufige ­Änderung des Schweregrades des Asthma bronchiale Rück­sicht genommen.

 

Kontrollkriterien bei Asthma-Management

Die asthmatische Ventilationsstörung kann als kontrolliert ­gelten, wenn alle Kontrollkriterien erfüllt sind. Teilweise kontrolliert ist sie dann, wenn auch nur ein Kriterium nicht ­erfüllt ist. Der Asthmatiker gilt als unkontrolliert, wenn drei oder mehr Kontrollkriterien zur selben Zeit nicht gegeben sind.

 

Die Richtlinien räumen der Arzt-Patient-Beziehung bei der Therapie von Asthma einen besonderen Stellenwert ein

Eigenmessung der Lungenfunktion, schriftliche Vorschläge der Therapie und des Verhaltens. Das Schlüsselelement im Asthma-Management ist eine gewissenhafte Schulung. Ist der Asthmatiker kontrolliert, wird die Therapie beibehalten oder reduziert (»Step down«), um die minimal effektive Dosis zu finden. Bei unkontrollierten Asthmatikern, oder solchen in Exazerbation, muss jedenfalls ­eine Intensivierung der Therapie durchgeführt werden (»Step up«). Ein teilweise kontrollierter Asthmatiker wird beobachtet, um den Zeitpunkt einer notwendigen Therapieerhöhung nicht zu versäumen.

 

Richtlinien zur Therapie von Asthma durch die Global Initiative for Asthma publiziert

Die Global Initiative for Asthma (GINA) hat eine Zusammenfassung ihrer aktualisierten evidenzbasierten Richtlinien zur Therapie von Asthma und der Prävention veröffentlicht. Die Executive Summary wurde am 18. Oktober 2021 online im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht. Die Executive Summary wurde auch online unter European Respiratory Journal , Respirology und Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice veröffentlicht. Die Publikation in den Archivos de Broncopneumologia steht bevor.


Quellen:

www.ginasthma.com

Neue Richtlinien zur Therapie von Asthma. Univ.-Prof. Dr. Hartmut Zwick (†). MEDMIX 2/2007

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