Rhizarthrose: Wenn das Daumensattelgelenk schmerzt

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Als Rhizarthrose wird die Arthrose des Daumensattelgelenkes bezeichnet, sie ist die am häufigst auftretende degenerative Erkrankung der Hand.

Das Daumensattelgelenk gehört zu den am häufigsten eingesetzten Gelenken unseres Körpers. Praktisch bei jedem Handgriff befindet sich der Daumen in Opposition zu den anderen Fingern. Schließlich findet diese Daumenbewegung dabei eben vor allem im Daumensattelgelenk statt.

Bei der Rhizarthrose ist der im Daumensattelgelenk vorhandene Knorpel beschädigt oder aufgebraucht, was bei Bewegungen oder Belastungen zu einer lokalen Entzündung mit Schwellung und Schmerzen führt.

 

Rhizarthrose – wenn das Daumensattelgelenk wegen Arthrose schmerzt

Als Rhizarthrose wird die Arthrose des Daumensattelgelenkes bezeichnet – sie ist die häufigste degenerative Erkrankung der Hand, die bei Frauen deutlich häufiger diagnostiziert wird.

Rhizarthrose wird oft durch eine mechanische Überbeanspruchung ausgelöst. Weitere Ursachen sind entzündliche Erkrankungen wie die chronische Polyarthritis, Stoffwechselstörungen wie die Gicht oder Verletzungen, bei denen das Daumensattelgelenk geschädigt wird.

Eine Rhizarthrose muss nicht zwingend Beschwerden verursachen. Meist treten zuerst moderate belastungsabhängige Schmerzen auf, die sich dann wieder legen, wenn die Belastung ausbleibt sowie im Ruhezustand. Die Intensität der Beschwerden nimmt allerdings in den weiteren Monaten oder auch Jahren stetig zu. In einem weit fortgeschrittenen Stadium rufen letztendlich selbst geringe Belastungen Schmerzen hervor, die auch im Ruhezustand nicht mehr gänzlich verschwinden.

 

Eingeschränkte Bewegungsabläufe und Greifschwäche

Sehr typisch für ein derartiges Stadium der Rhizarthrose ist eine Greifschwäche des Daumens und Schmerzen bei Drehbewegungen, wie beispielsweise Aufschrauben einer Flasche, von Behältern oder das Öffnen eines Türschlosses durch umdrehen des Schlüssels. Betroffene versuchen dann, die Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenkes durch Schmerzen durch Verändern der Abläufe zu kompensieren, wodurch es zu Fehlstellungen der Nachbargelenke kommen kann, wie zum Beispiel eine Überstreckung des Daumengrundgelenkes.

 

Rhizarthrose behandeln

Wenn eine Rhizarthrose nur leichte Beschwerden verursacht, ist kann meist eine Schonung und eine befristete Ruhigstellung durch eine spezielle Schiene, der Daumenkappe, ausreichend Linderung bringen. Hier kommen vor allem Schmerzmittel – systemisch und topisch – aus der Gruppe der NSAR zur Anwendung.

Um dabei Fehl- und Überbelastungen nebst falsche Bewegungsabläufe zu vermeiden, kommt die Ergotherapie zum Einsatz. In schwereren Fällen applizieren Ärzte manchmal auch eine Kortisonspritze direkt ins betroffene Daumensattelgelenk, um eine recht langanhaltende Hilfe gegen die Beschwerden zu bieten. Allerdings scheinen trotz eines günstigen kurzfristigen Sicherheitsprofils die intraartikulären Kortikosteroide nicht viel wirksamer zu sein als unter Placebo. 

 

Operative Verfahren: Trapezektomie

Wenn allerdings konservative Behandlungsversuche die Beschwerden nicht ausreichend lindern können, so sollte ein Chirurg dies mittels Operation versuchen. Diesen stehen verschiedene chirurgische Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Wie die sogenannte Trapezektomie mit Interpositionsarthroplastik mit der Hälfte einer Handgelenkssehne.

Mittels Trapezektomie entfernt der Chirurg das grosse Vieleckbein und ersetzt es durch einen aufgerollten Sehnenstreifen. Neben diesem Verfahren gibt es noch die Möglichkeiten wie die Arthrodese, um das zerstörte Gelenk durch eine Gelenkprothese zu ersetzen oder das Sattelgelenk zu versteifen.

 

Verband und Daumenkappe

Nach der OP platziert der Chirurg sofort eine Schiene an Daumen und Handgelenk. Am ersten Tag nach dem Eingriff wechselt der Therapeut dann den ersten Verband und entfernt allfällige Drainagen. Danach bleibt der neue Verband 2 Wochen lang oben. Schließlich passt der Spezialist dann eine Daumenkappe für weitere 10 Wochen an.

Die Daumenkappe ist eine kleine Schiene, die das operierte Gelenk schützt und 4 Wochen lang permanent ruhigstellt. Danach darf die Daumenkappe für die Bewegungsübungen entfernt werden. Nach weiteren 6 Wochen – also 12 Wochen nach der Operation – kann die Daumenkappe entfernt werden. Abschließend setzt ein Ergotherapeut Maßnahmen, um die Daumenbeweglichkeit zu verbessern und Kraft aufzubauen.

Aktuelle Literatur:

Féline P. B. Kroon,corresponding author Roxana Rubio, Jan W. Schoones, and Margreet Kloppenburg. Intra-Articular Therapies in the Treatment of Hand Osteoarthritis: A Systematic Literature Review. Drugs Aging. 2016; 33: 119–133. doi: [10.1007/s40266-015-0330-5].
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4756050/


Quelle:  Rhizarthrose – wenn die Daumen schmerzen, MEDMIX 1/2009

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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