Rheuma erkennen mit neuen Screening-Konzepten

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Innovative Screening-Konzepte sollen zukünftig dabei helfen, wesentlich schneller Rheuma erkennen und die Prognose für die Patienten verbessern zu können.

Die Zeit bis zur Diagnose zu verkürzen, um möglichst früh Patienten mit Rheuma erkennen zu können, ist von enormer Bedeutung. Denn je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser ist die Prognose bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

 

In Screening-Sprechstunden möglichst früh bei Risikopatienten Rheuma erkennen

Die Entwicklung neuer Screening-Konzepte soll Patienten dabei unterstützen, einen frühen Zugang zu Diagnose und Therapie zu bekommen. Eine effektive Vorauswahl der Patienten scheint dabei der wichtigste Schritt zu sein, um zügig betroffene Patienten mit Rheuma erkennen und therapieren zu können.

Wobei nicht jeder Patient mit Rheuma typischen Beschwerden eine entzündlich-rheumatische Erkrankung hat. Hier hat sich die Einführung so genannter Screening-Sprechstunden als sehr sinnvoll bewiesen:

  • Termine können dort sehr kurzfristig vergeben werden.
  • Es gibt auch Beispiele, dass Patienten ohne Termin Screening-Sprechstunden besuchen können.
  • In den Screening-Sprechstunden können diejenigen Patienten, die tatsächlich rheumatologisch behandelt werden müssen, schnell und zuverlässig identifiziert werden.
  • Patienten, deren Probleme auf andere Erkrankungen zurückgehen, werden dagegen an Ärzte anderer Fachrichtungen verwiesen.
  • Die oft über Monate ausgebuchten Rheumatologen-Sprechstunden werden so entlastet.
  • Auch das Screening wird in der Regel durch Rheuma-Fachärzte vorgenommen.

 

Auch Studierende könnten Rheuma erkennen

„Es gibt vielversprechende Studien, die zeigen, dass man die Frühuntersuchung auch delegieren kann“, so Professor Dr. med. Christoph Fiehn, niedergelassener Internist und Rheumatologe in Baden-Baden und Tagungspräsident für die DGRh und verweist auf ein Modellprojekt des Düsseldorfer Universitätsklinikums. Dort wurden Studierende der Medizin so geschult, dass sie das Screening vornehmen konnten – zur großen Zufriedenheit der Patienten und auch der Studierenden selbst.

 

Hausärzte stärker einbinden

Obwohl für den Besuch von Screening-Sprechstunden in der Regel eine hausärztliche Überweisung benötigt wird, bestätigt sich der Rheumaverdacht nur bei 25% bis 50% der überwiesenen Patienten. Um hier Kapazitäten einsparen zu können, sollten bereits im Vorfeld Hausärzte stärker eingebunden werden, um eine effizientere Patientenvorauswahl zu treffen. „In einer Art Ärztenetzwerk werden Nicht- Rheumatologen systematisch geschult und bekommen spezielle Fragebögen als Untersuchungswerkzeug an die Hand“, erläutert Professor Fiehn ein Modell, das bereits in mehreren Regionen Deutschlands umgesetzt wird. Die Allgemeinmediziner können so ihre Verdachtsdiagnose besser überprüfen, bevor sie den Patienten an einen Rheumatologen oder eine Screening-Sprechstunde überweisen. Wie dringend solche Konzepte benötigt werden, zeigen Daten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wonach ein niedergelassener Rheumatologe bereits jetzt für durchschnittlich 1500 Patienten zuständig – mit steigender Tendenz.

Quelle: 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie – https://dgrh-kongress.de/

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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