Resistenzen gegen Malaria-Naturstoff Artemisinin

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Forscher haben aktuell eine weltweite Landkarte der Resistenzen gegen den – Einjährigen Beifuß gewonnenen – Malaria-Naturstoff Artemisinin erstellt.

Nach Angaben der WHO erkranken jährlich weltweit bereits mehr als 200 Millionen Menschen an Malaria. Rund 600.000 PatientInnen starben im vergangenen Jahr an der Tropenkrankheit, 90 Prozent von ihnen in Afrika, in den meisten Fällen sind es Kinder unter fünf Jahren. Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Hierzu haben Artemisinin-basierte Kombinationstherapien (ACTs) der weltweiten Malariabedrohung den Schrecken genommen und die Todesfälle erheblich reduziert. Wobei Artemisinin ein Pflanzenstoff ist, der in den Blüten und Blättern des Einjährigen Beifußes vorkommt. Die meisten derzeit verfügbaren Mittel gegen Malaria basieren in irgendeiner Form auf einem Verwandten von Artemisinin. Allerdings sind immer mehr Malaria-Parasiten resistent gegen Artemisinin – insbesondere in Südostasien.

 

Globale Artemisinin-Resistenz der Malaria-Erreger darstellen

Eine internationale Forschergruppe aus mehr als 50 Ländern hat eine Landkarte der Artemisinin-Resistenzen erstellt. Damit wollten sie die weltweite Verbreitung zeigen. Hierzu hatten die Forscher 14.000 Proben untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Artemisinin-Resistenz derzeit ausschließlich in Südostasien vorkommt. Afrikanische Gebiete sind davon noch nicht betroffen. Es ist allerdings seit Jahren die größte Bedrohung in Sachen Malaria, dass sich in Afrika ein resistenter Erreger entwickelt und weiter fortpflanzt.

 

Resistenz auf einer genetischen Veränderung basierend

Die Ausbreitung nach Afrika ist sehr wahrscheinlich. Denn die Resistenz basieren auf einer genetischen Veränderung, wie bereits frühere Studien zeigten. Dabei tritt die in der Klinik beobachtete Resistenz gegen Artemisinin bei jenen Malaria-Parasiten auf, die aufgrund der direkten Verabreichung des Arzneimittels an Patienten eine verzögerte Clearance aus dem Blutkreislauf aufweisen.

Mit Hilfe der neuen Landkarte der Artemisinin-Resistenz ist es nun aber möglich, die weitere Entwicklung genau zu beobachten. Damit kann man auch Verschiebungen schneller erkennen und die Kontrolle einer der tödlichsten Seuchen der Menschheit optimieren.

 

Genaue Einhaltung der Therapie-Vorgaben

Am wichtigsten bei der Malaria-Therapie ist jedenfalls nach wie vor die strikte Einhaltung der Therapie-Vorgaben. Wobei das nicht nur in Afrika ein Problem ist. Denn eigentlich sollte man das Medikament über drei Tage lang nehmen. Jedoch hören viele Patienten nach ein oder zwei Tagen damit auf, weil die Symptome weg sind. Denn den Betroffenen geht es gut, obwohl die Erreger nicht vollständig eliminiert werden konnten und im Körper verbleiben. Genau in solchen Fällen entstehen dann die Resistenzen.

Literatur:

Niraja Suresh, Kasturi Haldar. Mechanisms of artemisinin resistance in Plasmodium falciparum malaria. Curr Opin Pharmacol. 2018 Oct; 42: 46–54. Published online 2018 Aug 1. doi: 10.1016/j.coph.2018.06.003

D. Menard, H. Noedl, M. Ramharter, H.P. Fuehrer et al. A Worldwide Map of Plasmodium falciparum K13-Propeller Polymorphisms. N Engl J Med 2016;374:2453-64. DOI: 10.1056/NEJMoa1513137.


Quelle: http://www.meduniwien.ac.at

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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