Remnant-Cholesterin ist neuer Risikofaktor, Risikomarker

Die neuen Erkenntnisse zu Remnant-Cholesterin sind ein unmittelbarerer Gewinn für Patienten. © corund / shutterstock.com

Die neuen Erkenntnisse zu Remnant-Cholesterin sind ein unmittelbarerer Gewinn für Patienten. © corund / shutterstock.com

Remnant-Cholesterin ist neuer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Ereignisse, der Risikomarker einfach berechnet bietet Patienten unmittelbaren Nutzen.

Das Remnant-Cholesterin kann als neuer Risikofaktor für Herz-Kreislaufereignisse sehr gut voraussagen. Und zwar unabhängig von anderen Risikomarkern. Dabei kommt dieses Cholesterin in Triglyceridreichen so genannten Remnant Lipoproteinen vor. Es wird berechnet, indem vom Gesamtcholesterin-Wert der LDL-Cholesterin-Wert und der HDL Cholesterin-Wert abgezogen werden. Was dann übrig bleibt, ist das Remnant Cholesterin. Wobei die wichtigsten Faktoren, die zu seiner Erhöhung beitragen, Adipositas, Diabetes und Alkoholkonsum sind.



 

Remnant-Cholesterin bei jungen Herzinfarktpatienten doppelt so hoch wie bei Gesunden

Eine multizentrische Studie untersuchte unlängst den Einfluss von Remnant-Cholesterin als Risikofaktor bei jungen Herzinfarktpatienten. Dazu schlossen die Forscher 102 Herzinfarktpatienten mit weniger als 40 Jahren sowie als Kontrollgruppe 200 alters-und geschlechts-gematchte Teilnehmer ein.

Dabei zeigte sich, dass das Remnant-Cholesterin bei der Gruppe der jungen Herzinfarktpatienten im Durchschnitt zirka doppelt so hoch war wie bei den gesunden Personen der Kontrollgruppe. Zusätzlich wurden noch alle etablierten Lipidfraktionen untersucht, die jedoch eine schwächere Assoziation mit dem juvenilen Herzinfarkt zeigten. Diese Beobachtungen waren übrigens unabhängig von anderen etablierten kardiovaskulären Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse.

Aufgrund des starken Zusammenhangs und der Einfachheit der Bestimmung könnte Remnant-Cholesterin ein solider neuer Risikofaktor, Risikomarker, für junge Herz-Kreislauf-Patienten sein. Außerdem kann er dabei helfen, Patienten mit hohem Risiko frühzeitig zu identifizieren.

 

Unmittelbarerer Gewinn für Patienten

Eine Studie des LKH Feldkirch beobachtete über acht Jahre die Rolle von Remnant-Cholesterin in der Vorhersage von Herz-Kreislaufereignissen. Dazu untersuchten die Forscher über 1.700 Patienten mit und ohne Diabetes, die zur Abklärung einer Herzkranzgefäßverengung einer Herzkatheter-Untersuchung unterzogen wurden. U

Dabei erlitten insgesamt 32,5 Prozent der Patienten ein Herz-Kreislauf-Erkrankung. Dabei war das Risiko bei Patienten mit Diabetes um etwa ein Drittel höher als bei jenen ohne Diabetes. Das Remnant-Cholesterin konnte Herz-Kreislaufereignisse sowohl bei Patienten mit Diabetes als auch bei Patienten ohne Diabetes sehr gut voraussagen, unabhängig von anderen Risikofaktoren.




Literatur:

Christoph H. Saely, Daniela Zanolin, Philipp Rein, Alexander Vonbank, Andreas Leiherer, Axel Muendlein, Heinz Drexel. Remnant cholesterol predicts cardiovascular event risk in patients with type 2 diabetes independently from the baseline coronary artery disease state. Journal of the American College of Cardiology. Volume 67, Issue 13 Supplement, April 2016. DOI: 10.1016/S0735-1097(16)31891-5

G. Goliasch, F. Wiesbauer, H. Blessberger, S. Demyanets, J. Wojta, K. Huber, G. Maurer, M. Schillinger, W. Speidl. Premature myocardial infarction is strongly associated with increased levels of remnant cholesterol. J Clin Lipidol. 2015 Nov-Dec;9(6):801-806.e1. doi: 10.1016/j.jacl.2015.08.009. Epub 2015 Aug 29.

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