Regeneration von Sportverletzungen verbessern

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Die Eigenblutbehandlung aus Thrombozyten reichem Plasma zur schnellen Heilung von Verletzungen kann die Regeneration von Sportverletzungen verbessern.

 

Zwei Doktoranden des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) wurden für ihre Forschungsarbeiten im Bereich der Versorgung von Sportverletzungen mit dem Young Investigator Award der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ausgezeichnet.

Siegmund Lang und Alexander Hanke, Doktoranden in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR, beschäftigen sich wissenschaftlich unter Anleitung von Dr. Markus Loibl, Assistenzarzt in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR, mit der Regeneration von Sportverletzungen. Für ihre Forschungsarbeiten wurden sie im Rahmen des GOTS Jahreskongresses in Basel (Schweiz) mit dem GOTS Young Investigator Award ausgezeichnet. Sigmund Lang, der die Wirkungsweise von Thrombozyten reichem Plasma als Eigenbluttherapie untersuchte, erhielt dabei den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis. Die Prognose von Knieverletzungen nach Skiunfällen, mit der sich Alexander Hanke beschäftigte, würdigte die Jury mit dem mit 500 Euro dotierten dritten Platz.

 

Regeneration von Sportverletzungen durch Eigenbluttherapie zur schnelleren Heilung von Verletzungen

Siegmund Lang, Doktorand in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR, wurde beim GOTS Young Investigator Award mit dem ersten Preis ausgezeichnet. © UKR

Siegmund Lang, Doktorand in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR, wurde beim GOTS Young Investigator Award mit dem ersten Preis ausgezeichnet. © UKR

Im Zusammenhang mit der Regeneration von Sportverletzungen ist die Eigenblutbehandlung bei Verletzungen unter Spitzensportlern bereits etabliert und auch immer mehr Sportärzte nehmen die Therapie mit dem sogenannten Platelet Rich Plasma (PRP) in ihr Behandlungsspektrum auf. Um das plättchenreiche Plasma zu gewinnen, wird eine Blutprobe des Patienten durch Zentrifugation in rote Blutkörperchen, Plasma und Blutplättchen getrennt. Im Anschluss kann das entstandene PRP direkt in die verletzte Körperregion eingebracht werden. Körpereigene Wachstumsfaktoren, die in PRP hoch konzentriert sind, gelangen so genau dorthin, wo sie gebraucht werden, und die Heilung von verletzen Muskeln, Sehnen oder Knorpel wird ganz ohne zusätzliche Medikamente gefördert.

PRP enthält allerdings auch eine Vielzahl weißer Blutkörperchen, welche nachweislich eine entscheidende Rolle bei Entzündungen spielen und zu vermehrter Narbenbildung in verletztem Gewebe führen. Wissenschaftler stellen sich daher die Frage, ob die PRP-Therapie eventuell eine beschleunigte Heilung auf Kosten der Stabilität der behandelten Strukturen bedingt. Diesem Risikofaktor nahm sich Siegmund Lang in seiner Forschungsarbeit an.

 

Im Zusammenhang mit der Regeneration von Sportverletzungen ist die Eigenblutbehandlung bei Verletzungen unter Spitzensportlern bereits etabliert.

Zur Untersuchung wurde aus dem Blut von 30 Probanden PRP hergestellt. Durch diverse Einstellungsänderungen des Zentrifugationsprozesses gelang es schließlich, die Anzahl der weißen Blutkörperchen im PRP deutlich zu senken. Der Regensburger Nachwuchsforscher hat daraufhin Stammzellen der Probanden mit dem modifizierten PRP behandelt und beobachtet.

Nach 48 Stunden zeigte sich, dass doppelt so viele Stammzellen zur Vermehrung angeregt wurden als ohne Behandlung mit dem plättchenreichen Plasma. Der positive Einfluss von PRP auf das Wachstum von körpereigenen Stammzellen konnte somit bewiesen werden.

„Wenngleich die genauen Effekte der Therapie und der Einfluss verschiedener Herstellungsmethoden von PRP auf die Zusammensetzung des Produkts noch immer nicht ausreichend erforscht sind, so hat das Team der Unfallchirurgie doch maßgeblich zur Weiterentwicklung der PRP-Therapie beigetragen“, erläutert Professor Dr. Michael Nerlich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR.

 

Regeneration von Sportverletzungen – Verhalten des Knies nach Verletzungen durch Skiunfälle

Alexander Hanke, Doktorand in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR, wurde beim GOTS Young Investigator Award mit dem dritten Preis ausgezeichnet. © UKR

Alexander Hanke, Doktorand in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR, wurde beim GOTS Young Investigator Award mit dem dritten Preis ausgezeichnet. © UKR

Bei Verletzungen, die beim Skifahren entstehen, ist am häufigsten das Kniegelenk betroffen. Schwerwiegend sind neben Bandverletzungen auch Knochenbrüche, vor allem Schienbeinkopfbrüche, da diese zu einer schweren Einschränkung der Kniegelenksfunktion führen können. Die Heilungsprognose von Kniegelenken nach solchen Skiunfällen erforschte Alexander Hanke in seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Hanke untersuchte dafür 83 Patienten, die sich in den Jahren 2000 bis 2006 einen Schienbeinkopfbruch beim Skifahren zugezogen hatten, und die Ergebnisse der Maßnahmen zur Regeneration von Sportverletzungen.

Auf den Röntgenbildern wurde sichtbar, dass die durch Operationen wiederhergestellte Gelenkfläche nach zehn Jahren unverändert gut erhalten war und auch die Verschleißerscheinungen des Gelenkknorpels den alterstypischen Veränderungen entsprachen. Die Funktion des Kniegelenks war bei den meisten Patienten nicht wesentlich eingeschränkt. So ist es ihnen auch weiterhin möglich, sportlich aktiv zu sein.

 

Regeneration von Sportverletzungen durch aktiven Lebensstil

Hanke fand heraus, dass der ausschlaggebende Grund für die positive Prognose nicht nur bei der operativen Versorgung zu suchen ist, sondern auch bei den Patienten selbst. Als Sportler pflegen sie zu ihrer Regeneration von Sportverletzungen in der Regel einen aktiven Lebensstil, haben wenig Begleiterkrankungen und auch eine hohe Rehabilitationsmotivation.

 

GOTS Young Investigator Award

Die Deutsch-Österreichische-Schweizer Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin ist der zweitgrößte Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen weltweit. Sie fördert die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete mit dem Ziel, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten.

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses findet jährlich im Rahmen des GOTS Jahreskongresses das Forum „GOTS Young Investigator Award – by Ottobock“ statt. Sämtliche eingereichte Forschungsarbeiten werden dabei von einer unabhängigen Jury begutachtet und bewertet.

 

Quelle: http://www.gots.org/preise-und-foerderung/gots-young-investigator-award-by-ottobock/

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