Reflux kein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs

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Das Risiko für Speiseröhrenkrebs – Ösophaguskarzinom – scheint nicht durch Reflux (Sodbrennen) erhöht zu werden, sehr wohl aber durch Übergewicht und Rauchen.

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung hat unlängst eine US-amerikanische Studie ergeben, dass der Zusammenhang zwischen einer Reflux-Erkrankung (GERD) und der Entwicklung von Speiseröhrenkrebs nicht so stark ist wie bisher vermutet. Darüber hinaus gebe es keinen Hinweis auf den Nutzen eines breit eingesetzten Screenings. In den USA werden pro Jahr rund 8.000 Fälle von Speiseröhrenkrebs diagnostiziert, ca. 6.000 betreffen die unter 80jährigen. 36 Prozent dieser Fälle betrafen über 60jährige Männer mit vorangegangenen Reflux-Symptomen. Frauen waren nur zu 12 Prozent betroffen, unabhängig von Alter und Refluxsymptomen. 34 Prozent der an Speiseröhrenkrebs Erkrankten wiesen kein Sodbrennen auf. Für Frauen läge – so die Studienautoren – das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, unter 1 Prozent und sei demnach vernachlässigbar. Ein breit eingesetztes Screening mittels Endoskopie wie es in der Gastroenterologie derzeit gang und gäbe ist, ist laut der Autoren bei normalem Sodbrennen nicht angebracht. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass, obwohl die entsprechenden Auswertungen nicht Ziel des Studiendesigns waren, starkes Übergewicht und Rauchen eindeutig zu den Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs zählen.

Bei Speiseröhrenkrebs kommt es häufig erst im späteren Erkrankungsverlauf zum Auftreten von Beschwerden. Ein überraschender, ungewollter Gewichtsverlust mit Appetitlosigkeit, Schluckstörungen, Blutungen oder grundloses Erbrechen sind die wichtigsten Symptome.

Beim Auftreten derartiger Gesundheitsproblemen oder Reflux über einen längeren Zeitraum sollte ein Arzt konsultiert. Der erste Schritt bei einem gesteigerten Risiko für Speiseröhrenkrebs ist dann die Durchführung einer Gastroskopie – der Magenspiegelung – , bei der auch die Speiseröhre untersucht wird. Meist sind die Beschwerden harmlos, aber es kann sehr wohl eine Form von Tumoren der Speiseröhre vorliegen. Durch Feststellung des Zelltyps differenziert man übrigens zwei Arten von Speiseröhrenkrebs:

  • das Plattenepithelkarzinom und
  • das Adenokarzinom.

 

Der oben genannte Verlust an Körpergewicht macht es notwendig, dass eine Ernährungsberatung helfen muss, um einen weiteren Gewichtsverlust zu vermeiden und nach der Therapie schnell wieder zuzunehmen.

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MEDMIX Online-Redaktion

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