Raucherentwöhnung mit dauerhaftem Erfolg

Raucherentwöhnung erfolgreich gestalten durch Kombination von Medikamenten und Verhaltenstherapie © rangizzz / shutterstock.com

Raucherentwöhnung erfolgreich gestalten durch Kombination von Medikamenten und Verhaltenstherapie © rangizzz / shutterstock.com

Raucherentwöhnung hat dreifach so hohe Erfolgschancen, nicht wieder mit dem Rauchen anzufangen, wenn Medikamente und Verhaltenstherapie kombiniert werden.

Rauchen ist weltweit eines der tödlichsten Laster. Es führt zu Gefäßerkrankungen, Lungenschäden, Durchblutungsstörungen im Gehirn und vielen weiteren daraus resultierenden Krankheiten, die vielen Millionen Menschen jährlich das Leben kosten. Der Wille zur Raucherentwöhnung hat vor allem in den Wochen vor dem Jahreswechsel wieder Hochsaison. Denn zahlreiche Raucher haben den Wunsch, ihre Gewohnheiten zu ändern und zum Nichtraucher zu werden. Doch eine länger anhaltende Raucherentwöhnung ist oftmals ein schwieriger Prozess, der bisher auf zwei Arten durchgeführt wurde: entweder mit verhaltenspsychologischen Methoden oder mit medikamentöser Unterstützung. Ende des Vorjahres wurde eine Studie präsentiert, die die Erfolgschancen einer langfristigen Raucherentwöhnung bzw. Nichtraucher zu bleiben verdreifachen, wenn beide Therapien kombiniert werden.

 

Daten aus der Smoking Toolkit Study

„Klinische Studien bringen den Nachteil strenger Auflagen mit sich, daher mangelt es oftmals an deren Umsetzbarkeit in der Realität“, erklärt Dr. Daniel Kotz PhD von der Maastrichter Universität. „Daher haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, welche die verschiedenen Programme zur Raucherentwöhnung in der Realität vergleicht“ so der Studienleiter.

Die Forscher führten eine Kohortenstudie in einer Zufallsstichprobe von 1560 erwachsenen Rauchern durch, welche bereits an einer in England durchgeführten Umfrage teilnahmen. Die für die Studie erforderlichen Daten wurden von der „Smoking Toolkit Study“ – einem laufenden Programm zur Evaluation der Rauchgewohnheiten der Bevölkerung –mit dem Einverständnis der Befragten zur Verfügung gestellt.

 

3 Gruppen mit unterschiedlicher Raucherentwöhnung

Zur Teilnahme an der Smoking Toolkit Study wurden Raucher zugelassen, welche im Erstgespräch Raucher waren und nach sechs Monaten mindestens einen Versuch unternommen hatten, sich das Rauchen abzugewöhnen. Die erste Gruppe, welche 4,8% der Studienteilnehmer ausmachte, versuchte dies mit Medikamenten (Bupropion oder Vareniclin) unterstützt durch das englische nationale Programm zur Raucherentwöhnung.

In der zweiten Gruppe wurde zur medikamentösen Behandlung lediglich ein kurzes Gespräch geführt um die Aufhörwilligen zu unterstützen. Die Nikotin-Ersatztherapie wurde von 29,9% der Studienteilnehmer gewählt, die mit 44,5% größte Gruppe wählte die Entwöhnung ohne jegliche Hilfsmittel. Nach sechsmonatiger Studiendauer befragten die Forscher alle Teilnehmer noch einmal und stellten insgesamt 23% Nichtraucher fest.

 

Raucherentwöhnung mittels Kombinationstherapie mit dauerhaftem Erfolg

Die Gruppe mit der Nikotin-Ersatztherapie war wenig erfolgreich, die vollkommen unbetreuten Raucher wiesen allerdings noch geringere Erfolgszahlen auf. Die Erfolgsquote in der Gruppe mit der Kombinations-Therapie wies dreimal höhere Erfolgsquoten auf, als jene Gruppen, die ohne jedigliche Unterstützung aufhörte.

Dr. Kotz freut sich über das Ergebnis, denn es zeigt wie wichtig es ist, neben der medikamentösen Behandlung psychologische Unterstützung zu bieten, um wirklich mit dem Rauchen aufzuhören.

 

Weltweite Umsetzung gefordert

Die immer noch hohe Prävalenz dieser Sucht zeigt die Notwendigkeit einer effektiven Therapie. Raucherentwöhnung durch den Einsatz von unterstützenden Medikamenten gepaart mit psychologischer Begleitung setzt neue Maßstäbe bei den Erfolgsquoten. Diese Methode wurde bereits tausendfach erfolgreich angewandt, daher ist Dr. J. Taylor Hays – der Leiter des Mayo Clinic Nicotine Dependence Center in Rochester, Minnesota – davon überzeugt, dass die Erkenntnisse von Dr. Kotz‘ Studie weltweit umgesetzt werden sollte. Nicht zuletzt weil die Raucherentwöhnung die wichtigste Verhaltensänderung zur Prävention von schwerwiegenden Folgeerkrankungen darstellt.

Quelle und weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?cmd=PureSearch&term=%28hays%20jt%5BAuthor%5D%20AND%20mayo%5BAll%20Fields%5D%29


Bildtext: Raucherentwöhnung erfolgreich gestalten durch Kombination von Medikamenten und Verhaltenstherapie © rangizzz / shutterstock.com

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