Rauchen und Prostatakarzinom

Rauchen stoppen © Piotr Marcinski / shutterstock.com

Rauchen gilt als Risikofaktor für die Entstehung vieler Tumore, zum Zusammenhang zwischen Rauchen und Prostatakarzinom gibt es einen eindeutigen Nachweis.

Was den Zusammenhang von Rauchen und Prostatakarzinom betrifft, zeigten bisherige Studien jedoch widersprüchliche Resultate. Eine internationale Studie unter der Leitung von MedUni Wien und Universitätsspital Basel konnte im Vorjahr einen deutlichen Zusammenhang nachweisen: sie zeigte, dass Raucher und Ex-Raucher nach einer Entfernung der Prostata wegen eines Prostatakarzinoms gegenüber Nichtrauchern ein deutlich höheres – nämlich doppelt so hohes – Risiko haben, erneut an Prostatakrebs zu erkranken.

Rauchstopp sinnvoll bei Prostatakarzinom

Spätestens nach zehn Jahren ab Rauchstopp scheinen gemäß den Studienergebnissen die negativen Einflüsse des Rauchens auf das Risiko eines biochemischen Rezidivs allerdings ausgeglichen zu sein. Es ist im Sinne des Zusammenhangs von Rauchen und Prostatakarzinom somit nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Für die vorliegende Studie wurden die Daten von sechs internationalen Krebsforschungszentren zusammengeführt. Die Studienpopulation bestand aus 7.191 Patienten, deren Prostata in den Jahren 2000 bis 2011 entfernt wurde (radikale Prostatektomie; RP). Keiner der Patienten hatte eine präoperative Strahlen-, Hormon- oder Chemotherapie erhalten. Ausgeschlossen wurden weiters Patienten mit bekannter Metastasierung zum Zeitpunkt der Diagnose. Zur Auswertung der Daten kamen mehrere statistische Verfahren zum Einsatz.

Zusammenhang von Rauchen und Prostatakarzinom ungeklärt

Nach wie vor wissenschaftlich ungeklärt ist allerdings, ob und inwieweit Rauchen mit der Entwicklung eines Prostatakarzinoms in Verbindung steht. Ältere Studien sehen hier einen deutlichen Zusammenhang, während aktuelle Studien das Gegenteil nahelegen. Erwiesen ist jedoch, dass Rauchen das Risiko erhöht, an Prostatakrebs zu versterben.
Möglicherweise erhöht Rauchen insgesamt das Sterberisiko durch ein Prostatakarzinom, wenn auch nur geringfügig. Weiters haben Prostatkarzinom-Patienten, die während einer Bestrahlung trotzdem das Rauchen fortsetzen, sinkenden Heilungschancen.

Quelle: Rieken M, Shariat SF, Kluth LA, Fajkovic H, Rink M, Karakiewicz PI, Seitz C, Briganti A, Rouprêt M, Loidl W, Trinh QD, Bachmann A, Pourmand G. Association of Cigarette Smoking and Smoking Cessation with Biochemical Recurrence of Prostate Cancer in Patients Treated with Radical Prostatectomy. Eur Urol. 2015 Jun 3. doi: 10.1016/j.eururo.2015.05.038. PMID: 26050111

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