Quinoa gilt als Pseudogetreide mit positiven Wirkungen

Schmackhaft mit gesunder Wirkung: Quinoa-Salat, einfach zubereitet mit etwa 15 Minuten gekochtem Quinoa. © KaQuinoa-Sia-James / shutterstock.com

Schmackhaft mit gesunder Wirkung: Quinoa-Salat, einfach zubereitet mit etwa 15 Minuten gekochtem Quinoa. © KaQuinoa-Sia-James / shutterstock.com

Die WHO hat das vitamin- und mineralreiche Pseudogetreide Quinoa mit seiner positiven gesundheitlichen Wirkung schon vor 6 Jahren empfohlen.

Im Grunde genommen stammt Quinoa ursprünglich aus Nordamerika. Allerdings baut man die Pflanze in Südamerika schon seit Jahrtausenden an. Zu den Hauptanbaugebieten zählen heute noch Peru, Bolivien sowie Equador. In diesen Gebieten gedeiht das anspruchslose Pseudogetreide Quinoa mit seinen vielen positiven Wirkungen trotz des rauen Klimas. Und zwar speziell in den kargen Böden in über 4000 Metern in den Anden.

 

Bedeutung von Quinoa als Pseudogetreide

Quinoa gehört seit langem zu den Hauptnahrungsmitteln dieser Region, denn Mais kann in diesen Höhen nicht mehr angebaut werden. Allerdings bezeichneten die spanischen Eroberer im 16. und 17. Jahrhundert die Pflanze allerdings als „unchristlich“ und verboten ihren Anbau.

Anfang der 90er Jahre berichtete die NASA von den gesundheitsfördernden Eigenschaften dieser Pflanze, und 2013 wurde von den Vereinten Nationen zum Jahr der Quinoa ernannt. Man wollte damit die Bedeutung von Quinoa als Kulturpflanze in Zeiten von Hunger und Klimawandel zu betonen.

 

Botanischer Blickpunkt

Quinoa (Chenopodium quinoa) wird auch Reismelde genannt und ist ein Vertreter der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Es ist eine einjährige, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 50-300 cm. Die aufrechten, gelben, roten aber auch violetten Blütenstände können 15 bis 70 cm lang werden. Quinoa ist frost- und trockenheitsresistent.

 

Inhaltsstoffe

Die Inka verehrten Quinoa als Wunderpflanze, zu Recht: ihre Nährwerte machen das Pseudogetreide ausgesprochen gesund. Quinoa ist verhältnismäßig reich an Eiweiß, enthält aber auch Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor. Der Gehalt übertrifft dabei den aller gängigen Getreidearten. Daher ist es für Veganer eine interessante Eiweißquelle. Außerdem ist Vitamin B1 reichlich vorhanden, auch die anderen B-Vitamine einschließlich Folsäure und geringe Spuren von Vitamin C. Enthaltene Fettsäuren sind zu über 50% ungesättigt und ebenso sind alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Die enthaltenen Kohlehydrate sind eher komplex, daher müssen sie vom menschlichen Körper erst aufgeschlossen werden und halten so länger satt.

 

Ungeschält mit bitteren Geschmack

Aber wie bei allen Lebensmitteln gibt es auch Bestandteile, die nicht sehr bekömmlich sind: um sich vor Schädlingen zu schützen, sind in der Schale der Samenkörner bittere Saponine enthalten, welche auch die Darmschleimhaut und die Blutzellen schädigen können. Deshalb sind die Körner im ungeschälten Zustand nicht genießbar. Schließlich sollte man sie aber selbst im geschälten Zustand dennoch gut waschen und kochen.

 

Gesundheitliche Wirkungen von Quinoa

Um dieses Pseudogetreide gibt es viele Studien. Die Mehrzahl war von angemessener Qualität. Zu den angegebenen physiologischen Effekten des Quinoa-Konsums gehörten eine verminderte Gewichtszunahme, ein verbessertes Lipidprofil und eine verbesserte Reaktionsfähigkeit auf oxidativen Stress. Diese physiologischen Wirkungen wurden auf das Vorhandensein von Saponinen, Protein und 20-Hydroxyecdyson im Quinoasamen zurückgeführt.

Da die Pflanze nicht zu den Süßgräsern zählt, enthält sie keinerlei Gluten, also Klebereiweiß. Dies macht sie sehr interessant für Menschen mit Zöliakie.


Literatur:

Simnadis TG, Tapsell LC, Beck EJ. Physiological Effects Associated with Quinoa Consumption and Implications for Research Involving Humans. A Review. 2015 Sep;70(3):238-49. doi: 10.1007/s11130-015-0506-5

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