Qualität von Thymian überprüfen

0

Bei Thymian kann es oft zu unzulässigen Beimengungen von Flugsand kommen – eine Begrenzung der Lagerzeit auf 18 Monate wird empfohlen.

Schon seit dem Altertum ist Thymian als Gewürz und zu medizinischen Zwecken eingesetzt worden. Bereits in der Antike wurden die positiven Wirkungen des Thymus vulgaris vom römischen Gelehrten Plinius (der Ältere) niedergeschrieben. Im 12. Jahrhundert beschrieb Hildegard von Bingen Einsatzgebiete der Heilpflanze. 2006 wurde Thymian zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Bekannt ist Thymian vor allem als Heilpflanze zur Behandlung von Atemwegs­erkrankungen. Empfehlenswert ist das Gurgeln mit Thymiantee bei Hals- und Rachenentzündungen sowie das Inhalieren bei Schnupfen, Bronchitis und Stirnhöhlenkatarrh mit einem unterstützenden Thymianbad. Vor einem Dauergebrauch von Thymian ist allerdings zu warnen, da es zu unerwünschten Thymolwirkungen auf die Schilddrüse kommen kann.

 

Thymian und seine Wirkungen – Thymol

Thymian ist ein herbwürziges Gewürz, das einen leicht bitteren Geschmack bietet. Thymol und Carvacrol sind seine den Geschmack und den Geruch prägenden Komponenten sind. Aufgrund des Gehalts an ätherischem Öl wirkt Thymian in erster Linie krampflösend, exspektorierend, sekretionsfördernd sowie antiseptisch und ­antibakteriell. Eiter­erreger werden bereits in einer Konzentration von 1:3.000 in ihrer Entwicklung ­gehemmt. Thymol ist ca. 25 mal stärker wirksam als Phenol, wobei von großem Vorteil ist, dass es im Gegensatz zu Phenol nicht ­ätzend wirkt und auch Schleimhäute lokal kaum reizt.

Besondere Bedeutung bei der Prüfung der Droge kommt dem Gehalt an ätherischem Öl zu (mindestens 1,2% laut Ph.Eur.-NT 2000). Da die Phenole für die arzneiliche Anwendung des Thymians wesentlich sind, ist die Festlegung eines Mindestgehaltes an Phenolen (0,5%), berechnet als Thymol, sinnvoll und schließt andere Chemotypen aus.

Für eine sichere Identifizierung an Hand der Inhaltsstoffe wäre das Verhältnis Thymol : Carvacrol mittels GC zu er­mitteln und durch quantitative Erfassung des Thymolmethylethers auch die Unter­scheidung zwischen »Thymus vulgaris« und »Thymus zygis« als mögliche Methoden der Zukunft wünschenswert. Die Implementierung der gaschromato­graphischen Untersuchung des ätherischen Öls in Herba Thymi ist schon in »Pharmeuropa« Vol. 12 No. 1, Jänner 2000, publiziert.

Share.

About Author

Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.