Arganöl aus gerösteten Mandeln des Arganbaumes immer beliebter

Qualitätsaspekte werden auch bei Arganöl für die Kaufentscheidung von Verbrauchern immer wichtiger, der Einfluss des Herstellungsprozesses, der Lagerung und des Transportes auf die Qualität von Arganöl sind bedeutend. © Argania spinosa, near Agadir, Maroc / CC BY 2.5 / Wikimedia

Qualitätsaspekte werden auch bei Arganöl für die Kaufentscheidung von Verbrauchern immer wichtiger, der Einfluss des Herstellungsprozesses, der Lagerung und des Transportes auf die Qualität von Arganöl sind bedeutend. © Argania spinosa, near Agadir, Maroc / CC BY 2.5 / Wikimedia

Das recht kostspielige Arganöl aus den gerösteten Mandeln des Arganbaumes erfreut sich mittlerweile insbesondere in der gehobenen Küche großer Beliebtheit.

Im Grunde genommen setzt man das Arganöl der ungerösteten Mandeln vor allem in der Kosmetik eingesetzt. Wobei der Arganbaum (Argania spinosa), der die dazu notwendigen Früchte produziert, ausschließlich im Südwesten Marokkos wächst. Dementsprechend ist er selten anzutreffen. Übrigens erfolgt die Gewinnung des Öls meist in Kooperation mit Frauen der Berber. Und die können dadurch eine gewisse Eigenständigkeit erlangen.

 

Arganöl aus gerösteten Mandeln als Speiseöl

Heute bedient man sich zwei Verfahren für die Herstellung von Arganöl aus gerösteten Mandeln als Speiseöl. Erstens ist das die traditionelle Herstellung. Und zwar mahlt man bei dieser die Mandeln in einer Steinmühle. Und dann trennt man das Öl nach Zusatz von Wasser als Emulsion ab. Durch Kneten mit den Händen. Zweitens durch Abpressen des Öles mit einer Schneckenpresse.

Die Mandeln werden aus den Argankernen durch Aufschlagen der Kerne zwischen zwei Steinen erhalten. Der gesamte Prozess ist sehr arbeitsaufwendig, so dass aus 100 Kilo der Früchte nur etwa einen Liter Öl gewonnen werden kann.

Einerseits erfolgt die Produktion von Arganöl mit der Extraktion des Öles mittels Schneckenpresse und anschließender Filtration des Öles in einem einfachen Prozess. Andererseits ist aber jeder Schritt bei der Herstellung eine große Herausforderung, wenn man qualitativ hochwertiges Öl erhalten will.

 

Konsumenten fordern hohe Qualität

Übrigens gehört das Arganöl mit bis zu 150 Euro pro Liter zu den besonders hochpreisigen Speiseölen. Doch für den Preis fordern die Konsumenten auch Qualität. Unabhänig davon ist das Arganöl st reich an langkettigen ungesättigten Fettsäuren und natürlichen Antioxidantien.

Denn im Grunde genommen berücksichtigen heutzutage die Konsumenten vor dem Kauf immer stärker die Aspekte zur Qualität. Dementsprechend müssen die Produzenten sehr viel über den Einfluss des Prozesses der Herstellung auf die Qualität des Öles wissen. Dazu gehört auch eine adäquate Lagerung sowie der richtige Transport.

Einerseits weist das traditionell hergestellte Arganöl bereits nach vier Wochen einen käsig, stichigen Geruch und Geschmack auf. Andererseits ist dies bei der Herstellung mit der Schneckenpresse auch nach 20 Wochen nicht feststellbar.

Ein bekanntes Problem ist allerdings die Verwendung von Argannüssen aus den Ausscheidungen von Ziegen. Denn das daraus hergestellte Öl verursacht einen käsigen Geruch und Geschmack. Und zwar sogar bereits nach der Herstellung.

 

Anwendung als Hautpflege

In Nordafrika nutzen die Menschen zudem das ungeröstete Arganöl zur Behandlung verschiedener Beschwerden der Haut. Außerdem ist es zur Pflege von Haut und Haare sehr beliebt. Den das Arganöl zeigt Haut beruhigende, Feuchtigkeit spendende Eigenschaften und hemmt Entzündungen. Diese Effekte sind vorteilhaft bei schuppiger, trockener und empfindlicher Haut. Seit über 30 Jahren kommt das Öl auch in der Kosmetik zum Einsatz. Schließlich gibt es heute zahlreiche Produkte zur Körperpflege mit Arganöl.


Literatur:

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Quelle: http://www.mri.bund.de

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