Zusammenhang Psoriasis vulgaris und Vitamin-D-Mangel

Psoriasis-Patienten haben eine höheres Risiko für einen Mangel an Vitamin D © Serge Vo / shutterstock.com

Psoriasis-Patienten haben eine höheres Risiko für einen Mangel an Vitamin D © Serge Vo / shutterstock.com

Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis vulgaris haben häufig Vitamin-D-Mangel, der mit der Krankheitsaktivität zusammenhängt.

Im Grunde genommen konnte die Forschung systematisch signifikante Zusammenhänge zwischen Vitamin D-Mangel, niedrigem Vitamin D-Status und Psoriasis vulgaris beobachten. Aufgrund seiner Rolle bei der Proliferation und Reifung von Keratinozyten ist Vitamin D zu einer interessanten lokalen Therapieoption bei der Behandlung von Psoriasis geworden. Einerseits beachten Ärzte aber eine angemessenen Aufnahme von Vitamin D oder einer oralen Vitamin D-Supplementierung bei Psoriasis zu wenig. Andererseits ist der Nachweis der vorteilhaften Wirkungen von Vitamin D bei Psoriasis nach wie vor umstritten.

 

Ernährung und Psoriasis

Die Ernährung beeinflusst die Entwicklung und den Fortschritt bei Psoriasis und ihrer Begleiterkrankungen. Beispielsweise verschlimmern gesättigte Fettsäuren, einfacher Zucker, rotes Fleisch oder Alkohol die Psoriasis. Hingegen gelten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin D, Vitamin B12, kurzkettige Fettsäuren, Selen, Genistein, Ballaststoffe sowie Probiotika die Hauterkrankung. Unter dem Strich leiden Psoriasis-Patienten meist an einer Dysbiose der Darmmikrobiota, dem Ungleichgewicht der Darmflora, sowie einem Mangel an Vitamin D oder Selen.

 

Studie zu Psoriasis vulgaris und Vitamin-D-Mangel

Mit Hilfe der UV-B-Strahlung kann unser Körper in der Haut Vitamin D bilden. Es wird dann über den Blutkreislauf dem gesamten Organismus zur Verfügung gestellt.

Wobei das Sonnenvitamin vielfältige Aufgaben zu erfüllen hat. Dazu gehören unter anderem der Knochenaufbau, die Unterstützung von Gelenken und Muskeln, die Reduktion von Entzündungen und positiver Einfluss bei der Entwicklung von Immunzellen.

In einer aktuellen Studie haben Forscher unlängst 141 Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis vulgaris auf einen Vitamin-D-Mangel untersucht. Sie verglichen die Konzentration von 25-OH-Vitamin-D3 (der Speicherform von Vitamin D im Körper) im Blut von Psoriasis-Patienten mit 62 gesunden Kontrollpersonen.

 

Vitamin-D-Mangel bei Psoriasis vulgaris

Dabei zeigte sich, dass die Patienten mit Psoriasis vulgaris eine geringere 25-OH-Vitamin-D3-Konzentration im Blut hatten als die gesunden Probanden der Kontrollgruppe.

Weiter konnten die Forscher auch ein Zusammenhang zwischen der Konzentration und dem sogenannten PASI-Wert – Psoriasis Area and Severity Index – entdecken. Der PASI-Wert gibt Auskunft über den Schweregrad der Psoriasis vulgaris.

Der Zusammenhang war allerdings nur für Patienten mit Psoriasis vulgaris, also ohne Gelenk-Beteiligung, gegeben. Hingegen war das bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis nicht der Fall.

Die Studie verdeutlicht, dass Patienten mit Psoriasis vulgaris einen geringeren Vitamin-D-Spiegel haben als gesunde Personen. Der Vitamin-D-Mangel hängt demnach auch mit der Krankheitsaktivität der Psoriasis zusammen.

Die Studienautoren empfehlen, dass die Patienten im Sinne einer Optimierung ihres Therapiemanagements regelmäßig ihren Vitamin-D-Status von ihrem behandelnden Arzt überprüfen lassen sollten.

 

Viele Menschen brauchen mehr Vitamin D

Allgemein ist der Vitamin D-Status bei erwachsenen Menschen in den deutschsprachigen Ländern oft nicht ausreichend hoch. Aufgrund der zahlreichen Angriffspunkte von Vitamin D sollte eine ausreichende Versorgung der gesamten Bevölkerung angestrebt und Vitamin-D-Mangel vermieden werden.

Man konnte jedenfalls eindeutige Zusammenhänge zwischen niedrigem Vitamin D-Status und Psoriasis beobachten. Obwohl die genaue Rolle von Vitamin D bei der Entstehung (Pathogenese) der Psoriasis unklar ist, ist das Verständnis der möglichen bidirektionalen Beziehungen zwischen niedrigem Vitamin D-Status und Psoriasis vulgaris auch wichtig, um das Risikoprofil für Komorbiditäten zu bestimmen, die aus Psoriasis resultieren können. Dazu gehören beispielsweise Fettleibigkeit, Typ 2 Diabetes und metabolisches Syndrom mit Adipositas und Bluthochdruck.

Bis heute wird die erfolgreiche Behandlung auf der Grundlage einer angemessenen Nahrungsaufnahme von Vitamin D oder einer oralen Vitamin D-Supplementierung bei Psoriasis zu wenig berücksichtigt. Denn auch der Nachweis seiner vorteilhaften Wirkungen ist nach wie vor umstritten.

Dennoch sollten die Ernährungswissenschaftler eine allgemeine Vitamin-D-Supplementierung in Populationen mit hohem Risiko für Vitamin-D-Mangel in Betracht ziehen, und dazu gehören eben auch Psoriasis-Patienten.


Literatur:

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Quelle:

Rainer Muller. Zusammenhang Psoriasis vulgaris und Vitamin-D-Mangel. MEDMIX online 2017.

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