Psilocybine lindert psychischen Schmerz und unterstützt die Therapie

Den Wirkstoff Psilocybin konnte man urspünglich aus dem Zauberpilz Psilocybe mexicana gewinnen. © Alan Rockefeller / CC BY-SA 3.0

Den Wirkstoff Psilocybin konnte man urspünglich aus dem Zauberpilz Psilocybe mexicana gewinnen. © Alan Rockefeller / CC BY-SA 3.0

Die Therapie mit Psilocybine – Psilocybin ist der bioaktive Bestandteil der mexikanischen Zauberpilze – lindert psychischen Schmerz nach sozialem Ausschluss.

Mithilfe bildgebender Verfahren konnten Forscher unlängst nachwieisen, dass eine geringe Menge Psilocybin die Verarbeitung sozialer Kontakte im Gehirn verändert. Wobei soziale Probleme kennzeichnend für psychische Erkrankungen sind. Dazu war die Behandlung bislang sehr schwierig. Durch die Therapie und den Einsatz von Psilocybine empfanden Betroffene in einer Untersuchung sozialen Ausschluss und sozialen Schmerz dadurch als weniger belastend.

 

Dank Therapie mit Psilocybine ist soziale Ablehnung weniger belastend

Soziale Kontakte haben für psychische und physische Gesundheit große Bedeutung. Leider erleben psychisch erkrankte Patienten häufig sozialen Ausschluss und reagieren meist stärker auf soziale Zurückweisung als Gesunde. Dies wiederum wirkt sich natürlich negativ auf Behandlung und Verlauf von psychischen Störungen.

Psilocybine, der bioaktive Bestandteil der mexikanischen Zauberpilze, beeinflusst diese Prozesse im Gehirn – durch stimulierende Therapie spezifischer Rezeptoren des Neurotransmitters Serotonin. Dadurch hat sich die Reaktion auf soziale Ablehnung in den dafür zuständigen Hirnre­gionen abgeschwächt. In einer Untersuchung fühlten sich die Teilnehmer der Studie nach der Therapie mit Psilocybine weniger ausgeschlossen. Und zwar im Vergleich mit Placebo. Wobei sie vor allem weniger sozialen Schmerz empfanden. Normalerweise nehmen Betroffene sozialen Ausschluss und sozialen Schmerz sehr viel intensiver wahr. Deswegen ziehen sie sich dadurch sozial zurück. Schließlich bekommen so auch weniger Unterstützung.

Eine erhöhte Aktivität in Hirnbereichen wie dem dorsalen anterioren Cingulum geht jedenfalls mit einem stärkeren Empfinden von sozialem Schmerz einher. Hierzu konnte man für diverse psychische Krankheiten den Nachweis erbringen. Eine Therapie mit Psilocybine scheint jedenfalls in diesen Bereichen des Gehirns zu wirken. Weiter wurde durch die Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) gezeigt, dass auch der Botenstoff Aspartat beim Empfinden von sozialem Schmerz eine Rolle spielt.

 

Behandlung bei sozialen Problemen verbessern

Durch die Erkenntnisse in der jüngsten Zeit zu Mechanismen der Neuropharmakologie bei sozialem Austausch könnte man wirksamere Medikamente entwickeln. Und zwar zur Behandlung von Krankheiten wie Depressionen und Borderline-Persönlichkeitsstörungen. Denn diese Erkrankungen sind mit einer erhöhten Reaktion auf sozialen Ausschluss vergesellschaftet.

Im Grunde genommen erleichtert die Reduktion von psychischem Schmerz und Angst den therapeutischen Zugang zum Patienten. Und unterstützt damit die psychotherapeutische Verarbeitung prägender negativer sozialer Erleb­nisse.


Literatur:

Katrin H. Preller, Thomas Pokorny, Andreas Hock, Rainer Kraehenmann, Philipp Stämpfli, Erich Seifritz, Milan Scheidegger, Franz X. Vollenweider. Effects of serotonin 2A/1A receptor stimulation on social exclusion processing. Proceedings of the National Academy of Sciences. April 18, 2016. doi: 10.1073/pnas.1524187113


Quellen:

http://www.media.uzh.ch

Die mobile Version verlassen