Pseudomonas-Infektion bei Mukoviszidose

Pseudomonas aeruginosa © Kateryna Kon / shutterstock.com

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Fast jeder dritte Mukoviszidose-Betroffene erkrankt an einer Pseudomonas-Infektion, die chronisch werden kann und den Krankheitsverlauf verschlechtert.

Etwa 28 Prozent der Mukoviszidose-Betroffenen – laut Deutschem Mukoviszidose-Register 2015 – erkranken an einer Pseudomonas-Infektion. Sehr oft kann die Infektion mit dem Keim Pseudomonas aeruginosa chronisch werden und massive gesundheitliche Probleme für die Mukoviszidose-Patienten verursachen. Die effektive Behandlung der Pseudomonas-Infektion ist nicht zu letzt deswegen von großer Bedeutung.

Bei Mukoviszidose – auch bekannt als zystische Fibrose, der häufigsten letalen Erbkrankheit in der weißen Bevölkerung – enthalten die Körpersekrete der Patienten durch eine Stoffwechselstörung zu wenig Wasser. Als Folge ist der Schleim in den Bronchien der Patienten besonders zähflüssig, die Patienten leiden unter chronischem Husten und immer wiederkehrenden schweren Infektionen der Lunge. Denn im zähen Schleim siedeln sich Krankheitserreger wie Pseudomonas aeruginosa dauerhaft an und bilden widerstandsfähige Barrieren. Sehr viele Patienten sterben an den Folgen der chronischen Lungeninfektion.

 

Deutsche Leitlinie zur Diagnose und Therapie der chronischen Pseudomonas-Infektion veröffentlicht

Diagnose und Therapie der chronischen Pseudomonas-Infektion bei der chronischen Atemwegsentzündung Mukoviszidose wurde vor einigen Monaten in der S3-Leitlinie zusammengefasst. Die Leitlinie stellt eine evidenzbasierte Empfehlung für Ärzte und Behandlergruppen dar. Sie beschreibt das Vorgehen von der notwendigen Diagnostik über die Therapie bis hin zur Anleitung, wie Ärzte ihre Patienten über die Pseudomonas-Infektion informieren sollten. Zur oralen Antibiotikatherapie kommen Ciprofloxacin und Levofloxacin mit vergleichbarem Sicherheitsprofil zum Einsatz.

Die Leitlinie ist hier abrufbar: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-018.html

Frühzeitigen Therapiebeginn anstreben

Bei Menschen mit Mukoviszidose verstopft wie eingangs erwähnt zäher Schleim die Atemwege, chronische Infektionen und Entzündungen sind in Folge sehr häufig, mit der Zeit wird die Lunge zerstört. Je früher therapiert wird und je schneller schon leichte Verschlechterungen angemessen behandelt werden, umso länger lassen sich Lungenschäden und Komplikationen hinauszögern. Das Neugeborenen-Screening für Mukoviszidose kann zwar zuverlässig betroffene Kinder erkennen, wann die Erkrankung in der Lunge einsetzt, ist aber schwer vorauszusehen. Seit einigen Jahren gibt es den Einsatz der strahlenfreien Magnetresonanztomographie im Kindesalter, die in Diagnostik und Beobachtung des Therapieverlaufs ebenso aussagekräftig ist wie die bis dato übliche Computertomographie und die Lungenspiegelung und selbst geringe Verbesserungen oder Verschlechterungen abbildet.

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